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Ab 2.1.2012 neu:


Projekt Frau Waldspecht




Ein Projekt von Barbara

KbkM #21

Bitte eure Beiträge wie immer in den Kommentaren unter meinem Beitrag Nr.21 ab dem 21.5.2012

Dringende Bitte

Hat bei mir jemand aus dem Kommentarfeld heraus Probleme mit unerwünschten Mails? Dann bitte melden!

Erinnerungen

Schloss Podewils

Noch ein paar Bilder von Schloss Podewils in Polen.

Hier kommt man an fährt man vor ;-)   Der blaue Polo links ist unsrer

Linker Schlossflügel mit Anbau (hier hatte ich schonmal Ziergitter gezeigt)

Halle mit Empfang

Unteres Treppenhaus mit Bilderwand (Zerstörung des Schlosses und Restaurierung)

Verschnaufpause auf dem Weg nach oben: Musikzimmer mit Blick auf den See

Das Schönste am Schloss: dieser Blick!

Auch von der anderen Seite sehr schön.

Wenn man die Fotos so sieht . . . es hätte wirklich schön sein können. Aber was nutzt die ganze Optik, wenn das Wetter schlecht ist und im Hotel der Service hinten und vorne nicht stimmt. Wobei uns das Wetter am meistens zugesetzt hat. Bei gutem Wetter kann man über so Vieles auch gerne mal hinwegsehen. Nun – es war eine Erfahrung und für das Wetter kann halt niemand was.

Apropos Wetter: Es beruhigt sich wieder. Es ist inzwischen ein paar Grad wärmer als gestern, trocken und die Sonne lässt sich auch ab und an mal blicken. Gut so – meine Regenjacke hängt nämlich noch in Berlin :-(   Aber mein Schwager kommt in ein paar Tagen nach Frankfurt. Ich hoffe, er denkt dran und bringt sie mit.

Für Elke ;-)

   Kein Wunder, dass mir der Roman mit dem unmöglichen Titel “Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla” von Håkan Nesser so gut gefallen hat, wenn da noch vor dem ersten Kapitel “Für Elke” drüber steht ;-)

Der vorliegende Roman ist kein Krimi und schon gar kein Thriller, auch wenn die Klappentexte oder die Rückseite des Covers das vielleicht suggerieren oder man selbst das einfach denkt, weil man bislang von Håkan Nesser nur Krimis gelesen hat. Schließlich gilt er neben Henning Mankell als einer der besten Krimiautoren Schwedens, und vermutlich kennen die meisten Krimileser inzwischen wenigstens einen Krimi aus der Van Veeteren Serie.

Aber “Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla” ist etwas völlig Anderes, auch wenn es durchaus einen Mord gibt. Es ist eine sehr einfühlsame, subtile Geschichte über einen siebzehnjährigen Schweden im Jahr 1967 – ein junger Mann auf der Schwelle zum Erwachsenen mit all den Problemen, die man in diesem Alter so hat und vor allem mit dem ganzen Drumherum der späten 1960 iger Jahre. Irgendwie vermute ich mal, dass der Roman auch autobiographische Züge trägt, denn der Autor ist Jahrgang 1950.

Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Roman gerade bei Menschen dieser Generation so zwischen Jahrgang 1948 und 1955 besonders gut ankommt, vor allem wenn sie – politisch gesehen – im europäischen Westen aufgewachsen sind. Denn die Geschichte ist geradezu gespickt mit Zitaten aus Texten der damals bekanntesten Songs der Rock/Pop/Beat/Folk Generation und zumindestens bei mir haben diese Zitate nostalgische Erinnerungen en masse ausgelöst. Kleiner Test: “We skipped the light fandango” . . . na, welcher Song, welche Gruppe? Lasst euch nicht hängen, wobei habt ihr nach 22 Uhr Schmuseblues getanzt, wobei wurden die Knie weich? Genau – A Whiter shade of Pale von Procol Harum (der Link geht zu youtube).

Der Roman dreht sich nebenbei tatsächlich auch noch um einen Mord am Vater des Mädchens, in das der junge Mann in diesem Sommer unsterblich verliebt ist. Aber letztendlich ist er ein Zeitzeugnis, wie es besser kaum rüberkommen kann. Noch ging es nicht um Politik, noch war das Jahr 1968 nicht erreicht mit all seinen aufrührenden Ereignissen, aber wir erinnern uns an Flower Power, Love und Peace, an John Lennon und Bob Dylan, daran dass London der Nabel der Welt war oder auch San Francisco. Das “man” damals bestimmte Bücher las, wenn man mitreden wollte – ich denke gerade an Salinger -  “Der Fänger im Roggen” (übrigens im letzten Jahr verstorben) oder Hermann Hesse “Siddhartha” oder “Der Steppenwolf”  und . . . da musste ich wirklich schmunzeln: die jungen Männer rauchten Pfeife.  Wie gut erinnere ich mich plötzlich wieder, dass Stefan damals stundenlang über die Vorzüge der Meerschaumpfeife reden konnte. Er hat eigentlich nie viel geraucht, aber die Pfeife, die war noch  “in”, als wir uns 1969 kennenlernten.

Es fällt mir schwer, dieses Buch grundsätzlich als ein “muss man gelesen haben” zu empfehlen, denn wer weiß, ob Leute, die um einiges jünger sind als ich, so richtig was damit anfangen können. Ich kann nur rein subjektiv sagen, dass es für mich ein tolles Buch ist, sehr einfühlsam, Literatur die das Zeug zum Klassiker hat.

Ach ja, und der unmögliche Titel wird einem beim Lesen natürlich auch ganz schnell verständlich. Und Kumla? – Kumla ist eine Stadt in der schwedischen Provinz Örebro, westlich von Stockholm, östlich des großen Vänernsees.

Souvenir

Hab ich doch glatt gestern mein Stückchen Eschbacher Klippen im Auto vergessen. Ich hab’s auch bestimmt nicht abgebrochen, es lag auf dem Boden herum.

Mal geblitzt . . .

. . . mal ganz natur

Sandstein, Schiefer und Taunusquarzit sind die hauptsächlichen Steinarten in unserer Gegend. Taunusquarzit wird noch immer abgebaut.

Gesetz der Serie

Und nun der letzte Beitrag für heute (denk ich jedenfalls). Das “Gesetz der Serie” steht noch aus – ein Projekt von Paleica. Und im Juni heißt das Thema:

Zeitzeugen (Erinnerung is nur a Rafenspur im Sand)

Die Fotos dazu habe ich schon vor zwei Wochen fotografiert, aber irgendwie sind Emotionen und Gedanken damit verknüpft, die mich haben zögern lassen. Im Frankfurter Stadtteil Höchst, der eng mit Unterliederbach zusammengewachsen ist und  in dem ich geboren wurde, wurde vor einigen Jahren das alte Kaufhaus Hertie abgerissen, das vor meiner  Zeit den Höchstern als Kaufhaus “Schiff” ein Begriff war.  Hier gibt es inzwischen ein neues Gebäude – und das war eine schwierige Geburt, die mit dem Stadtteil selbst zusammen hängt – und sowohl vor dem neuen Gebäude im Pflaster als auch an ihm selbst gibt es Gedenktafeln bzw. sogenannte “Stolpersteine”. Das “Schiff” war ein renommiertes Kaufhaus, gegründet von jüdischen Besitzern. Höchst hatte immer eine große jüdische Gemeinde, das war völlig normal. In diesem Kaufhaus hat mein Vater (*1909, + 1970), der später in einem großen Frankfurter Sporthaus als Geschäftsführer tätig war, seine kaufmännische Ausbildung erhalten. Als die Nazis mit den Judenverfolgungen anfingen, blieb natürlich auch Höchst davon nicht verschont. Viele Angestellte des Kaufhauses traten damals pro forma  und auf Wunsch des Chefs in die “Partei” ein, weil Herr Schiff sich wohl davon versprach, dass seine Familie und seine Angestellten von den Nachstellungen verschont bleiben würden. Das war aber nicht so und davon erzählt auch die Gedenktafel. Die Familie Schiff wanderte nach Amerika aus, das Kaufhaus fiel in die Hände der Nazis. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haftete dann aber nicht nur meinem Vater der Nazistempel an. Erst nachdem ein Mitglied der ausgewanderten Familie Schiff sich von den USA aus für ihn und die anderen früheren Angestellten verbürgte, fand die sogenannte “Entnazifizierung” statt. Ich selbst kenne das allerdings auch nur aus Erzählungen meines älteren Bruders. Meine Eltern haben über diese Dinge nie gesprochen.

Auch die Stolpersteine erinnern an deportierte und ermordete jüdische Bürger. Sie befinden sich direkt auf dem Fußweg. Kaum jemand beachtet sie. Weiterhin gibt es anstelle der niedergebrannten ehemaligen Synagoge eine Gedenktafel und – davon habe ich schon einmal erzählt – eine 3D-Installation, bei der man durch eine Art Fernrohr blickend, die alte Synagoge von außen und von innen als farbiges, räumliches Bild sehen kann. Das ist beeindruckend.

Den Menschen, die noch älter sind als ich, ist das alles wohl noch gut im Gedächtnis. Deshalb wurde beispielsweise erst vor kurzem die Skulptur “Der Krieg”, die lange auf dem Platz vor der ehemaligen Synagoge stand, dort entfernt. Der Grund? Der Künstler (Richard Biringer (1877 – 1947) soll ebenfalls ein Nazi gewesen sein, was ich aber für unwahrscheinlich halte. Ja, er hat auch für die Nazis irgendwelche Auftragsarbeiten übernommen, aber wer hat das damals denn nicht, wenn es ums Überleben ging? Die Bronzeplastik des Höchsters wurde 1928 in Erinnerung an die Opfer des ersten Weltkriegs errichtet. Mich hat die Verlegung damals geärgert, weil mich diese ewig gestrigen Gutmenschen manchmal einfach nur nerven. Wie heißt es in der Bibel? Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Inzwischen steht die Plastik unterhalb des Ochsenturms an der alten Stadtmauer und ich finde, dass sie dort eigentlich einen sehr würdigen Platz bekommen hat. Bei Gelegenheit muss ich sie dort mal fotografieren. Das alte Bild, das ich früher mal vor der ehemaligen Synagoge gemacht habe, kann ich nicht mehr finden.

Puh – jetzt habe ich euch aber vollgetextet. Falls jemand bis zum Ende mitgelesen hat, so sage ich herzlichen Dank dafür.

 

Geburtstag

Pappsatt bin ich und es war ein schöner 75. Geburtstag meines Bruders. Nach drei gesundheitlich wenig schönen Jahren sowohl bei ihm als auch bei meiner Schwägerin sieht es im Grunde wieder recht gut aus. Und wenn man die Beiden so im Kreis ihrer fünf erwachsenen Kinder und sieben Enkel erlebt, so könnte man direkt auch wieder ein bisschen an eine heile Welt glauben. Keiner geschieden, alle vertragen sich und selbst ein ausgedehntes Abendessen mit sieben Kindern zwischen einem und 11 Jahren in einem Restaurant ist möglich, ohne dass die anderen Gäste das Weite suchen. Das Essen war übrigens großartig. Ich muss nur mal nachschlagen, welche Art Fisch ich da eigentlich als Hauptgang hatte. Tilapia – noch nie gehört, war aber lecker. Erst war ich ein bisschen skeptisch, weil ich den anderen “Mode”-Fisch, den Pangasius überhaupt nicht mag, aber der Tilapia war schmackhaft. So, mal gucken . . . aha, er gehört zu den Barschen. Serviert wurde er mit Reis, einer Art fettarmer Ratatouille, Scampis und einer leichten Schaumsoße. Davor hatte ich einen Salat mit leckeren Sprossen, als Dessert eine Kombination aus einem Schokotörtchen, Schokoeis und Crème brulée – von allem glücklicherweise nur kleine Portionen, sonst wäre ich noch an Ort und Stelle geplatzt.

Das Wetter war bei uns weitaus besser als befürchtet. Es war zwar ein paar Grad kühler als die letzten Tage, aber trocken und ab Mittag sonnig – also nix zu meckern.

Unter mancherlei anderen Geschenken bekam mein Bruder auch ein Fotobuch mit vielen Bildern rund um sein Leben. Und darin waren auch solche, auf denen ich drauf war wie dieses hier:

Mein Bruder mit knapp zwanzig, ich zwei und ein dreiviertel Jahr

Erst in letzter Zeit denke ich viel darüber nach, dass diese siebzehn Jahre Altersunterschied zwischen uns viel mehr ausmachen als nur eine Zeitspanne.  Er wurde ins “Dritte Reich” hineingeboren, ist im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen mit all seinen Schrecken, hat dabei eine kleine Schwester verloren und eine Mutter erlebt, die den kleinen Jungen als Stütze brauchte.  Ich verbinde diese Zeit knapp zwanzig Jahre vor meiner Geburt oft nur mit der Generation meiner Eltern, weil später alles so anders war. Ich hatte zwar keine unbeschwerte Kindheit und Jugend und trotzdem war sie um so vieles besser als das, was mein Bruder erlebt hat. Je älter ich werde, um so dankbarer bin ich dafür.

Und dann bin ich beim Betrachten alter Fotos immer fasziniert von diesem Genpool einer Familie, der sich in den Gesichtern der Kinder wiederfindet. Man kennt das ja, dass es bei der Geburt eines Kindes oft heißt, er oder sie sieht aus wie die Mama oder der Papa. Aber ich stelle immer wieder fest, dass sich das ändert. Mal sehe ich im Gesicht meiner Jungs mehr von der Familie meines Mannes, dann wieder von der meiner eigenen. Mal ist es ein Ausdruck im Gesicht, denn man vom Bruder kennt, mal vom eigenen Vater oder gar einer Nichte, die eigentlich ganz anders aussieht. Jeder Mensch, jedes Kind ist eine ganz eigene Persönlichkeit und dennoch trägt man die Gene ganz vieler Menschen vor uns mit sich herum.

Tja – das waren jetzt tiefschürfende Gedanken und vermutlich sind sie nur für mich interessant. Aber Geburtstage wie dieser in einer großen Familie lassen bei mir immer mal wieder Überlegungen aufkommen, die ich sonst nicht tagtäglich anstelle. Und dann war ja mein Bruder auch immer ein bisschen Vaterersatz für mich. Ich hatte wenig von meinem Vater und wir haben ihn früh verloren. Ich glaube manchmal, meine  Mutter und ich haben den jungen Mann, der mein Bruder damals noch war, ganz schön gefordert? – überfordert? – wie auch immer.

Copyright

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