Kategorie-Archiv: Essen&Trinken

Alles Saft

. . .  oder was? Wir wissen ja seit einigen Jahren vermutlich alle, dass es Fruchtsäfte gibt, Fruchtnektare und Fruchtsaftgetränke, und wie sich die Sorten unterscheiden. Fruchtsaftgetränke sind für die Füß’ – meistens viel Wasser, Zucker, Aromen und kaum Saft – Nektare haben teilweise ihren Sinn, wenn der Saft alleine nicht zu genießen wäre – bei Schwarzer Johannisbeere beispielsweise, aber der 100%ige Fruchtsaft ist doch der Weisheit letzter Schluß – oder nicht?

Heute war ich mal wieder im neuen Gl*busmarkt in Hattersheim einkaufen und der hat für meinen Geschmack leider keine besonders tolle Auswahl an Säften. Ich bemühe mich seit einigen Jahren zunehmend “gesund” und “fair” einzukaufen und habe auch immer die Lesebrille auf der Nase, um die Inhaltsangaben zu studieren. Ich trinke im Sommer gerne mit Wasser verdünnten Fruchtsaft, und da ich stark verdünne, muss es schon ein guter sein. Also schau ich auch darauf möglichst einen Direktsaft zu bekommen.  Nachdem mich das Angebot stark frustiert hat, nahm ich von oben eine Marke aus dem Regal, die ich seit meiner Kindheit (oder so) mit gesundem Saft verbinde. Ihr kennt sie sicher – sie klingt, als wolle man den Stimmumfang einer Opernsängerin beschreiben – alles klar? Ich dachte – okay, es war schon immer etwas teurer einen . . .   usw. habe aber trotzdem auch hier die Zusammensetzung studiert. Und was lese ich dort? An erster Stelle Wasser, dann konzentrierter Mehrfruchtsaft, Bananenmark . . . und dann jede Menge zugesetzter “natürlicher” Vitamine. Auf der Webseite liest sich das aber so: “Unsere Klassiker enthalten 100% Fruchtsaft und werden ohne den Zusatz von Zucker, Farb- oder Konservierungsstoffen hergestellt”.

Leute, wenn ich Fruchtpampe mit Wasser trinken will, dann muss ich keine 1,5l Packungen Tiefes E nach Hause schleppen. Echter Fruchtsaft ist ganz entschieden etwas anderes.

Ich bin ohne Saft nach Hause gefahren und habe mir zum Mittagessen ein Glas sauberes, gefiltertes und gut gekühltes Leitungswasser eingeschänkt – wie ich es meistens mache.  Übrigens hat die Stiftung Warentest vor kurzem mal wieder Stille Wässer getestet. Leitungswasser ist im Allgemeinen mindestens genauso gut, oft sogar besser was Keimfreiheit und den Gehalt an Mineralstoffen angeht. Na und billiger allemal.

Tschebureki

Tschebu – was?   Also für mich sind es Teigtaschen mit Hackfleischfüllung. Heute war mal wieder gemeinschaftliches Kochen angesagt und der Göttergatte hat die Tschebureki im Internet gefunden. Das Wort kommt wohl aus dem Russischen. Ich habe dafür einen Nudelteig aus Mehl, Wasser, Eiern, Butter und Salz gemacht, Stefan die Hackfleischfüllung. Im Original werden sie wohl in einer Pfanne mit sehr viel Öl ausfrittiert. Bei uns werden sie im Backofen gebacken. Dazu gibt es dann Tzaziki und einen Feldsalat. Wenn ich dazu komme, fotografiere ich auch noch das Endprodukt.

* * *

Und fertig:

Also diese Tschebureki schmecken einigermaßen langweilig. Ich habe mir das schon fast gedacht. Mit Salat und Tzatziki war’s aber ganz lecker. Da hilft nur das Rezept aus dem Internet zu modifizieren. Den Teig besser würzen und das Hackfleisch auch. Zugabe von Schafskäse im Hackfleischteig könnte ich mir gut vorstellen. Jedenfalls sind die Dinger ausgesprochen sättigend. In Polen habe ich mir mal Piroggen bestellt, die fand ich ähnlich langweilig. Der Gipfel der Ungewürztheit waren allerdings in Berlin-Hellersdorf in den “Gärten der Welt” die chinesischen gefüllten Brottaschen, auch etwas ganz ähnliches. Ich werde das Gericht irgendwann nochmal machen und dann den Teig und Füllung  mal mit indischen Gewürzen aufpeppen. Das stelle ich mir sehr lecker vor.

Danke an kkk: Dass heute auch noch Weltnudeltag ist, das habe ich nicht gewußt *lach*. Wobei durch das Backen der Teig mehr wie Brotteig schmeckte. Hätte ich die Teile wie Maultaschen in Brühe ziehen lassen, wäre das Ergebnis nudeliger geworden. Aber das Rezept sah das Backen vor.

Rowy

Auch heute gab es zum Abschluß der Woche in Polen glücklicherweise nochmal einen schönen sonnigen Tag. Dabei sah es in Früh gar nicht danach aus. Es war zunächst kühl und neblig, der Himmel bedeckt. Während der Fahrt ins eher noch unbekannte Ostseebad Rowy (früher Rowe) klarte es dann langsam auf. Während wir gestern nach Darlowo die bisher grässlichsten Straßen erlebt hatten, war der Weg nach Rowy gut zu fahren. Interessant fanden wir, dass zwar sehr viele Polen in die Kirchen strömten oder gerade wieder heraus kamen, dass aber andererseits offenbar alle Läden offen hatten, einschließlich der großen Ketten wie Real, Obi, Lidl und was die sonst noch alles wie bei uns haben (Schlecker, Rossmann – das ist echt witzig).

Für uns war heute Strandurlaub angesagt, Kultur hatten wir nun während der Regentage genug.

Ende eines Strandabschnittes in Rowy

Rowy ist ein junger, aufstrebender Badeort – etwas östlich von Darlowo. Auch hier war es im Ort wieder sehr voll mit all dem üblichen Rummel, aber wir hatten das Glück, dass wir uns spontan an einem eher ruhigen, familiären Strandabschnitt ohne Hüpfburgen oder Fressbuden wiederfanden. Das war sehr angenehm. Wetter und Ostseewellen lagen zwischen dem rauhen Tag in Ustka und dem gestrigen sehr warmen Tag ohne Wellen in Darlowo. Übrigens haben wir auch den Sand sehr unterschiedlich erlebt. In Ustka war er ausgesprochen feinsandig, in Darlowo fast schon kieselig, heute in Rowy wieder sandig aber nicht ganz so fein.

Mal ein Bild für Ocean und andere Hundebesitzer ;-)

Hunde – das ist jedenfalls mein Eindruck – sind in Polen überall willkommen, auch im Schloss Podewils. Ich mag’s allerdings nicht so, wenn sich in den recht eng bestuhlten Frühstücks- und Restauranträumen Familien gleich mit drei riesigen Hunden am Tisch aufkreuzen.

Nachdem wir genug Strand, Sand und einen Wechsel aus Sonne (schön warm) und Wolken (kalt!!!) genossen hatten, sind wir in den Ort zurück und mal wieder im Fischereihafen gelandet. Hier haben wir in einem Selfservice-Fischrestaurant hervorragenden frischen Dorsch mit Kartoffeln und Krautsalat gegessen. Schade ist nur immer wieder, dass man selten übersetzte Speisekarten findet. Das mit der Sprache ist ein großes Handicap. Es spricht kaum jemand Deutsch und auch die jungen Polen allenfalls ansatzweise Englisch. Wir sind auch an den Stränden (an den Autos auf den Parkplätzen festgemacht) immer die einzigen Ausländer unter lauter Polen. Positiv: Es gibt auch keine lärmenden, protzigen, sich schlecht benehmenden Russen, die inzwischen die klassischen europäischen Urlaubsländer im Süden einschließlich der Türkei überschwemmen.

Am Fischereihafen – ähnlicher Blick wie in Darlowko aber etwas verträumter und weniger geschäftig.
Auch die Möwen waren nicht so aggressiv *gg*.

Fischrestaurant in Rowy

Auf der Rückfahrt nach Podewils bin ich auch endlich noch zu meinen Storchennestern gekommen, die Stefan neulich abseits der Hauptstraßen entdeckt hatte, als er mit dem Fahrrad unterwegs war.

Dieses Paar hat wohl keine Jungen im Nest. Sie verließen es beide gleichzeitig.

In diesem Nest sieht es erfolgreicher aus.

Ja, das war also unser letzter Tag in Podewils und Umgebung. Morgen geht es wieder zurück nach Berlin und am Dienstag dann nach Frankfurt. Hätten wir die ganze Woche so ein Wetter wie heute und gestern gehabt, dann wäre es sicher ein gelungener Urlaub gewesen, bei dem man über manches hinwegsehen kann. So bleibt ein doch irgendwie unbefriedigtes Gefühl zurück. Die wunderbare Natur hier konnten wir einfach nicht so erleben, wie wir sie gerne erlebt hätten.