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Wo steckt das Kind?
Wir hatten heute einen richtig schönen Tag, der glatt als “Schöne Momente Herbst/Winter 2011” durchgeht. Zwar war das Wetter wieder herbstlich frisch und neblig, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Wir haben den Siebzigsten meiner Schwägerin (Frau meines Bruders) gefeiert. Wie bereits vor 10 Jahren wurde die Dame des Hauses überrascht, denn genau wie damals wollte sie eigentlich keine Feier. Diesmal hatte sie noch zusätzlich verkündet, dass sie niemanden im Haus haben wollte. Nun, das nimmt man nur bedingt ernst und macht dann was Anderes daraus. So ist das, wenn man fünf Kinder und inzwischen sieben Enkel hat, wobei die beiden jüngsten Töchter gerade auf Nr. 8 und Nr.9 warten. Die Fussballmannschaft ist bald komplett. Gefeiert wurde also in einem Vereinshaus, mit Riesenbüffet, wofür die vier Töchter ja schon bekannt sind. Es hat wirklich viel Spaß gemacht, meiner Schwägerin natürlich auch. Sie ist ein Familienmensch und möchte halt nur den Anderen nie Arbeit machen. Ich habe mich gefreut, Menschen aus ihrer Verwandschaft wieder zu sehen, die weiter weg wohnen und die ich schon lange nicht mehr gesehen habe und auch solche, die ich noch gar nicht kannte. Das Wetter war immerhin so, dass die Kids raus konnten und sich vor allem mit dem Zusammentragen von Laub, bauen eines großen Laubhaufens und letztendlich dem Hineinspringen vergnügten.
Ob 2 Jahre oder 12 Jahre – sie hatten alle ihren Spaß.
Mehr Familienfotos zeige ich nicht. Ich bitte um Verständnis.
Geburtstag
Pappsatt bin ich und es war ein schöner 75. Geburtstag meines Bruders. Nach drei gesundheitlich wenig schönen Jahren sowohl bei ihm als auch bei meiner Schwägerin sieht es im Grunde wieder recht gut aus. Und wenn man die Beiden so im Kreis ihrer fünf erwachsenen Kinder und sieben Enkel erlebt, so könnte man direkt auch wieder ein bisschen an eine heile Welt glauben. Keiner geschieden, alle vertragen sich und selbst ein ausgedehntes Abendessen mit sieben Kindern zwischen einem und 11 Jahren in einem Restaurant ist möglich, ohne dass die anderen Gäste das Weite suchen. Das Essen war übrigens großartig. Ich muss nur mal nachschlagen, welche Art Fisch ich da eigentlich als Hauptgang hatte. Tilapia – noch nie gehört, war aber lecker. Erst war ich ein bisschen skeptisch, weil ich den anderen “Mode”-Fisch, den Pangasius überhaupt nicht mag, aber der Tilapia war schmackhaft. So, mal gucken . . . aha, er gehört zu den Barschen. Serviert wurde er mit Reis, einer Art fettarmer Ratatouille, Scampis und einer leichten Schaumsoße. Davor hatte ich einen Salat mit leckeren Sprossen, als Dessert eine Kombination aus einem Schokotörtchen, Schokoeis und Crème brulée – von allem glücklicherweise nur kleine Portionen, sonst wäre ich noch an Ort und Stelle geplatzt.
Das Wetter war bei uns weitaus besser als befürchtet. Es war zwar ein paar Grad kühler als die letzten Tage, aber trocken und ab Mittag sonnig – also nix zu meckern.
Unter mancherlei anderen Geschenken bekam mein Bruder auch ein Fotobuch mit vielen Bildern rund um sein Leben. Und darin waren auch solche, auf denen ich drauf war wie dieses hier:
Mein Bruder mit knapp zwanzig, ich zwei und ein dreiviertel Jahr
Erst in letzter Zeit denke ich viel darüber nach, dass diese siebzehn Jahre Altersunterschied zwischen uns viel mehr ausmachen als nur eine Zeitspanne. Er wurde ins “Dritte Reich” hineingeboren, ist im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen mit all seinen Schrecken, hat dabei eine kleine Schwester verloren und eine Mutter erlebt, die den kleinen Jungen als Stütze brauchte. Ich verbinde diese Zeit knapp zwanzig Jahre vor meiner Geburt oft nur mit der Generation meiner Eltern, weil später alles so anders war. Ich hatte zwar keine unbeschwerte Kindheit und Jugend und trotzdem war sie um so vieles besser als das, was mein Bruder erlebt hat. Je älter ich werde, um so dankbarer bin ich dafür.
Und dann bin ich beim Betrachten alter Fotos immer fasziniert von diesem Genpool einer Familie, der sich in den Gesichtern der Kinder wiederfindet. Man kennt das ja, dass es bei der Geburt eines Kindes oft heißt, er oder sie sieht aus wie die Mama oder der Papa. Aber ich stelle immer wieder fest, dass sich das ändert. Mal sehe ich im Gesicht meiner Jungs mehr von der Familie meines Mannes, dann wieder von der meiner eigenen. Mal ist es ein Ausdruck im Gesicht, denn man vom Bruder kennt, mal vom eigenen Vater oder gar einer Nichte, die eigentlich ganz anders aussieht. Jeder Mensch, jedes Kind ist eine ganz eigene Persönlichkeit und dennoch trägt man die Gene ganz vieler Menschen vor uns mit sich herum.
Tja – das waren jetzt tiefschürfende Gedanken und vermutlich sind sie nur für mich interessant. Aber Geburtstage wie dieser in einer großen Familie lassen bei mir immer mal wieder Überlegungen aufkommen, die ich sonst nicht tagtäglich anstelle. Und dann war ja mein Bruder auch immer ein bisschen Vaterersatz für mich. Ich hatte wenig von meinem Vater und wir haben ihn früh verloren. Ich glaube manchmal, meine Mutter und ich haben den jungen Mann, der mein Bruder damals noch war, ganz schön gefordert? – überfordert? – wie auch immer.
Un’ nu?
Hm – das ist heute also mal wieder “Garkeinwetter”, aber hoffentlich nicht die Ruhe vor dem Sturm. Wenigstens hat der elende Dauerregen aufgehört. Gestern Abend bin ich mal in die Gummistiefel und die Regenjacke geschlüpft, um eine Runde im Garten zu drehen. Erbaulich war das nicht, obwohl jetzt allmählich mehrere Clematissorten ihre Blüten öffnen. Heute kratzen die Wolken zwar immer noch am Boden, aber es gießt nicht mehr.
Im alten Haus sind die Handwerker da. Die uralte hässliche Eingangstür, die mich immerhin über mehr als 25 Praxisjahre begleitet hat und vermutlich noch von 1927 stammt, wird endlich mal ausgetauscht. Nachdem wir im letzten Jahr das alte Vordach mit seinem fast durchgerosteten Gestänge durch ein moderneres und optisch schöneres ausgetauscht haben, wird das nun ein erfreulicherer Anblick für ankommende Patienten und Besucher werden. Viel wichtiger ist aber, dass die Haustür dann auch (hoffentlich) mal zuverlässig schließt. Auch die Hausbeleuchtung soll noch verbessert werden. Irgendwann kommen dann die Außentore dran. Im Moment wohnt drüben neben der Praxis nur Verwandschaft, aber sollten wir mal wieder fremde Mieter suchen, dann sind ein modernes Erscheinungsbild und zuverlässige Funktionen, die ja auch der Sicherheit dienen, doch irgendwo wichtig. Wenn das alles bloß nicht immer soviel Geld kosten würde! Das Problem ist, dass die “Verwandschaftsmieten” ja auch kaum Geld einbringen. Da muss man schon überlegen, welche Renovierungen am dringendsten sind. Was alles gemacht werden müsste – oh, da könnte ich noch einiges aufzählen. Gleich kommt der Elektriker mit einem Katalog für die neue Leuchte direkt über der Haustür. Die kann man leider nicht einfach bei Ald*i kaufen, weil sie so merkwürdig in den Bau integriert ist. Aber die alte sieht aus wie für’s Klo von annodazumal *seufz*.
Ich glaube, die Wolken werden dünner. Wenn die Wettervorhersage recht hat, solten wir morgen endlich mal wieder mit Sonne rechnen können
. Das wäre schön.
Supi!
Das war doch heute ein Tag ganz nach meinem Geschmack (mal abgesehen vom Blick auf den Kontostand, aber der Februar ist ja gnädig). Vom angekündigten Regen bisher (17:30 Uhr) keine Spur. Ganz im Gegenteil, über Mittag war hier Frühling pur
. Ich bin für zwei Stunden im Garten verschwunden, habe geschnitten, gemacht, getan, mir den ersten leichten Sonnenbrand (also eine leichte Röte) *** und die ersten schmutzigen Hände dieses Jahres geholt.
. Rosen und Clematis treiben schon und überall, wo ich aufgeräumt habe, gucken die Spitzen der Frühjahrsblüher aus der Erde. Dann bin nach Wallau gedüst, hab mir ers tim Restaurant des schwedischen Möbelhauses einen Lachs-Teller gegönnt und danach meinen Bruder besucht, den ich natürlich auch im Garten angetroffen habe. Der Rückweg führte erbarmungslos bei Deh*er vorbei - nein, nicht vorbei, ins Gartencenter hinein natürlich. Hatte ich mir bei Ik*a schon ein paar Töpfchen mit vorgetriebenen Narzissen mitgenommen (die kleinen gelben Tête a tête und ein größeres mit gefüllten), so mussten beim D*hner zwei Lenzrosen mit in den Wagen. Die werde ich morgen mal fotografieren. Die eine Pflanze blüht altrosa und ist ein Helleborus eriesmithii und heißt “HGC Pink Frost”, die andere ist eine gefüllt blühende, weiße Helleborus niger Hybride und heißt “HGC Snow Frills”. Das HGC steht für Helleborus Gold Collection, gucken könnt ihr schon mal HIER. Ein Minitreibhaus für meine Tomatensamen musste auch noch mit, so eines für die Fensterbank. Hab mir auch gleich noch Samen für eine orangfarbene Minitomatensorte mitgenommen. Auf die Aussaat warten jetzt Ravello F1 eine Mini-San Marzona Tomate (rot), eine Sweet Million F1 Cherrytomate und die eben die Santorange mit dattelpflaumenförmigen Früchten. Von der Wuchshöhe her – 1,50m – sind die alle Kübel geeignet. Da will ich doch mal hoffen, dass das Wetter auch morgen noch Sonnenschein für mich hat. Dann muss ich aber dringend mal das Außenwasser tagsüber anstellen, denn die Bambuspflanzen müssen unbedingt gewässert werden. Die haben vom Winter her total eingerollte Blätter.
Eben zieht wieder ein großer Schwarm Wildenten über den Himmel. Kraniche haben uns auch schon passiert.
*** Doch Sonnenbrand, das Gesicht feuert!
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TV Tipp für heute Abend: auf arte “Kirschblüten Hanami“ oder im NDR etwas über die Inselkette der Alëuten (Alaska) – da gäb es auch wieder ein tolles Foto von TV today, das sich für den Desktop eignet: guckst du hier .
Spielsachen
Bei Heuni entdeckt: Das Kind in Dir – ein Projekt, das in dieser Woche angefangen hat und mit dem ersten Thema heute auch schon endet.
In dieser Woche geht es um Spielsachen. Da muss ich nachdenken. Viele Spielsachen hatte ich nie. Das war erstens in den frühen Fünfziger Jahren nicht üblich und zweitens war auch kein Geld dafür da. Aber das soll nicht heißen, dass nicht meine Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Spielsachen gesorgt hätten. Vielleicht erinnere ich mich auch nicht richtig, denn die meisten Puppensachen waren nicht mein Ding. Ich weiß noch, dass ich eine Puppe mit tollem Haar geschenkt bekam – die sicher auch teuer war – und ihr als Erstes die Haare abschnitt. Da war meine Mutter echt sauer.
Ich hatte eine Puppenstube. Es gibt jede Menge Fotos, die mich samt Puppenstube an Weihnachten zeigen. Mein Problem war, dass mir niemand das Spielen beigebracht hat. Das klingt komisch, aber ich wette, es ist so, dass ein Kind das Spielen auch lernen muss. Ich war quasi ein Einzelkind (ein Nachkömmling, der Bruder 17 Jahre älter), immer zu Hause, meine Mutter wollte mich nicht in den Kindergarten geben, aber sie selbst hat mit mir auch nicht gespielt. Interessiert haben mich dann eher Spielsachen, die irgendwie “funktionierten” oder das jedenfalls tun sollten: eine Mininähmaschine, ein kleiner Mixer, ein Puppenherd. Aber diese Teile funktionierten selten lange und außerdem hatte ich keine Spielkameraden. Was also sollte ich mit dem Krempel?
Spielsachen wurden bei mir sehr schnell von Büchern abgelöst. Sobald ich lesen konnte, gab’s nichts Anderes mehr. Als Erwachsene und vor allem als Mutter habe ich erst gemerkt, welche Defizite ich da habe. Man kann schlecht weitergeben, was man nicht selbst gelernt hat. Aber meine Jungs sind in den Kindergarten gegangen, auch die Tür stand bei uns immer für Freunde offen und heute haben beide nach wie vor eine langjährige Clique, in der sie fest eingebunden sind. Ich habe bis heute selten mal Spaß am Spielen (Gesellschaftsspiele), habe erst durchs Internet Freunde gewonnen und das Lesen ist neben dem Fotografieren nach wie vor meine Lieblingsbeschäftigung.
Ich habe auch keine Spielsachen aus der Kindheit aufgehoben – Bücher schon. Jetzt mit Fünfzig “+”, habe ich mir ab und an mal ein Kuscheltier im Opelzoo gekauft, einfach weil ich es niedlich finde. Diese Tiere sind natürlich auch eine ganz andere Klasse als die meiner Kindheit.
Tja – so ist das mit den Spielsachen und den Erinnerungen, vielleicht ein Grund, warum mein Herz grundsätzlich nicht an “Sachen” hängt, es sei denn, man kann damit etwas “Sinnvolles” anfangen ;-)
Mal so ein ganz typisches Foto: Papa zeigt mir die Babypuppe, doch was soll ich damit? In meiner Umgebung gibt es weit und breit keine Babies und keine jungen Mütter, die mir gezeigt hätten, wie man mit Babies umgeht. Das Bambi war gerade unglaublich “in”, aber es war alles andere als ein Kuscheltier. Der Schlitten rechts unten im Bild, das war dann schon eher nach meinem Geschmack. Aber der wurde nur benutzt, wenn Papa am Wochenende mal Zeit hatte (Schnee gab’s in meiner Kindheit eigentlich immer genug im Winter). Wenn wir im Februar/März dann zum Skilaufen fuhren, war ich dann auch eines der jüngsten Skihaserl auf der Seiser Alm oder in Davos.
Soweit mein Beitrag zum Thema “Spielsachen”. Was ist nun aber mit dem Kind in mir? Das habe ich wohl nie ausgelebt, heute ist es irgendwie zu spät. Das bedaure ich, das hat mir Depressionen verursacht, das ist wohl auch die Ursache für meine Sozialphobie, aber ich habe mich inzwischen damit arrangiert. Das Internet ist mir dabei durchaus eine große Hilfe.
















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