KBKM #10
KbkM – ab sofort in der 10. Woche
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Meine beiden Fotos haben manches gemeinsam – es sind Bronzegussplastiken, sie haben einen politischen Hintergrund und sie wurden auch beide letzten August fotografiert – eins in Berlin, eins in Danzig.
Diesen Herrn kennt ihr sicher alle, selbst wenn ihr erst nach seinem Ableben geboren wurdet: Er war der erste Bundeskanzler der BRD und zwar von 1949 bis 1963. Geboren wurde Adenauer noch im Kaiserreich, am 5. Januar 1876 und er starb am 19.April 1967, wurde also stolze 93 Jahre alt. Er war wohl zum Ausnahmepolitiker bestimmt. Schon 1917 wurde er zum jüngsten Oberbürgermeister der Großstadt Köln gewählt. Während der Weimarer Republik war er für das Amt des Reichskanzlers im Gespräch. Als Gegner der Nationalsozialisten war er während des Dritten Reiches häufig bedroht.
Die Bronzeplastik steht in Berlin am Adenauerplatz. Die Statue zeigt einen dynamischen Adenauer mit wehendem Mantel und Hut in der Hand. Als Vorbild diente ein Foto vom 21.9.1949 beim Verlassen des Sitzes der Hohen Kommission auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn. Dabei hatte er bewusst die Anweisung missachtet, nicht auf den Teppich zu treten, auf dem die Vertreter der Besatzungsmächte standen.
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Und hier noch eine Gruppe “Reisender” mit einem speziellen Hintergrund
Kindertransport – vor dem Danziger Hauptbahnhof
Als Kindertransport (auch Refugee Children Movement) wird international die Ausreise von über 10.000 Kindern, die als „jüdisch“ im Sinne der Nürnberger Gesetze galten, aus dem Deutschen Reich, beziehungsweise aus von diesem bedrohten Ländern zwischen Ende November 1938 und dem 1. September 1939 nach Großbritannien bezeichnet. Auf diesem Wege gelangten vor allem Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen und der Tschechoslowakei ins Exil. In Zügen und mit Schiffen konnten die Kinder ausreisen, wobei die meisten ihre Eltern nie wieder sahen. Oftmals waren sie die einzigen aus ihren Familien, die den Holocaust überlebten. (Quelle: Wikipedia) Der Künstler dieser Gruppe – Frank Meisler, ein israelischer Bildhauer, Schoepfer vieler Werke in Europa, – ist damals am 25. August 1939 als Kind mit dem letzten, vierten Transport aus Danzig weg gefahren.
Wenn man den Hintergrund nicht kennt, sieht die Gruppe auf den ersten Blick eigentlich nach ganz normalen Reisenden aus, aber sie hat mich gleich berührt, als ich sie gesehen habe. Die Informationen dazu habe ich mir erst zu Hause aus dem Internet geholt.
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Ich freue mich auf eure Beiträge!
Neugierig
Mal ein eher textlastiges Projekt von der nostalgischen Kerstin. Heute möchte sie von uns wissen, ob wir eher zu den Lerchen oder zu den Eulen gehören. Bei Kerstin hört sich das so an: Morgenstund hat Gold im Mund – oder Blei im Hintern?
Früher hätte ich mich grundsätzlich zu den Eulen gezählt, die morgens nicht aus dem Bett kommen. Mittlerweile ist das etwas anders. Zwar treibt mich noch lange nicht die “senile Bettflucht” – wie das mal etwas uncharmant ausgedrückt wurde – in aller Frühe aus den Federn, aber bei schönem Wetter steh ich durchaus auch gerne mal früh auf. Das Wetter spielt wirklich eine große Rolle. Ich habe keine Rollläden am Schlafzimmerfenster. Und wenn da die Sonne reinscheint, bin ich putzmunter. Ist es trüb, nass und vielleicht noch kalt dazu, dann dreh ich mich gerne nochmal auf die andere Seite.
Ein Morgenmuffel bin ich aber grundsätzlich nicht. Wenn ich erstmal aufgestanden bin und nach Möglichkeit unter der Dusche war, dann bin ich auch voll da. Brauch auch keinen Kaffee für den Antrieb. Die meiste Energie habe ich tatsächlich morgens bzw. am Vormittag – abends eher verrückte Pläne. Trotzdem – eine echte Lerche bin ich nicht. Was gibt es denn zwischen Lerche und Eule? Ich würde mich mal bei den Spatzen einreihen ;-)
Nähe
. . . Sucht und dann der Absturz – es scheint als sei diese Kombination bei den Superstars der Musikszene vorprogrammiert. Seit gestern wird wieder überall über Whitney Houstons Tod und die möglichen Gründe diskutiert. Der Tod von Amy Winehouse ist noch nicht lange her, davor war es Michael Jackson usw. . . . Der Normalmensch fragt sich, warum diese Leute ihr Leben nicht in den Griff kriegen. Sie haben doch Alles. Haben sie wirklich? Eine interessante Theorie dazu las ich heute in der Zeitung, und ich finde sie sehr einleuchtend. Vielleicht ist es tatsächlich das immer wiederkehrende Wechselbad aus Nähe und oft hysterischer Verehrung durch Fans und dem gesamten Umfeld während einer Tournee und der anschließenden unerträglichen Leere, wenn der Alltag, den auch die Stars haben, wieder eintritt. Ich bin sicher, dass es einer großen inneren Stärke bedarf damit umzugehen und auch, um Verehrung nicht mit Liebe zu verwechseln. Ich habe darüber nachgedacht, dass ich selbst erlebt habe, wie das ist, wenn man sich mal für ein Wochenende oder länger in einer Gruppe aufgehalten hat, die – psychologisch betreut – einem ohne Wenn und Aber das Gefühl vermittelt, dass man geliebt wird, dass man “okay” ist, dass man willkommen ist mit allen seinen Fehlern usw. Und dann kommt man nach Hause zurück und erlebt – Leere. Nicht dass dieses Zuhause etwas Negatives wäre, aber dort ist der Alltag mit all seinen Anforderungen, da wird Kritik geübt, da empfängt einen ein überquellender Wäschekorb etc. Nach ein paar Stunden kriegt man sich dann normalerweise wieder ein. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Stars sowas ähnliches in extremer Potenzierung erleben und die Leere dann mit Alkohol, Drogen und Promiskuität oder (sexueller) Abhängigkeit aufzufüllen versuchen. Wie anders ist es zu erklären, dass es oft wunderschöne, erfolgreiche Frauen sind, die Beziehungen mit gewaltbereiten Männern anfangen und dort auch nicht mehr herauskommen? Es ist schon seltsam – für viele junge Menschen ist Musik eine Droge, aber vielleicht sind sie selbst als Fans auch gleichzeitig eine Droge für diejenigen, die sie anhimmeln.
Alle Jahre wieder
Weihnachtspost- für mich ein ganz leidiges Thema. Irmgard fragt ihre LeserINNen, wie sie es damit halten und ich schreibe euch einfach meinen Kommentar von dort hier hinein.
Ich gestehe, ich habe noch nie gerne Karten oder Briefe geschrieben, selbst E-mails sind da keine Ausnahme. Und gerade solche Feiertagskarten empfinde ich eigentlich nur als überflüssige Routine. Wenn ich wirklich das Bedürfnis habe, einem lieben Menschen zu schreiben, dann eher außerhalb dieses “Saisongeschäftes”. Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Brief oder die Karten ankommen. Durch das Bloggen fühle ich mich mehr oder weniger verpflichtet einigen Bloggerinnen, mit denen ich viel Kontakt habe, wenigstens eine schön gestaltete Weihnachtsemail zu schicken, aber ich steh nicht wirklich dahinter, genauso wenig wie hinter dem ganzen Weihnachtsgedöns. Manchmal frage ich mich, ob ich ein bisschen was von einem Autisten an mir habe – kann schon sein. Aber sehr viel mehr habe ich einfach keine Lust auf Rituale, die mir inhaltlich nichts bedeuten. Weihnachten mit der Familie – ja – weil man einfach mal Zeit für einander hat, aber sonst eher nicht.
Vermutlich werden die wenigsten von euch das verstehen. Aber die, die mich schon länger kennen, kennen auch diese Einstellung von mir. Das heißt nicht, dass ich mich nicht freuen kann, wenn ich selbst eine schöne Karte bekomme, das schon, aber ich erwarte das nicht. Und ich bitte euch einfach mir zu glauben, es ist nicht böse gemeint, keine Missachtung eurer Person, wenn ihr keine Weihnachtspost von mir bekommt. Je älter ich werde, umso mehr bin ich überzeugt, dass man sich so verhalten sollte, wie es einem selbst richtig erscheint. Sich verbiegen, um irgendwelche Rituale zu erfüllen, das kann’s für mich einfach nicht mehr sein.
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