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Projekte 2012

Ab 2.1.2012 neu:




Projekt Frau Waldspecht






Ein Projekt von Barbara

Bücher usw.

Ich lese:


Ich höre:

Tagesticker

09.02.2012 :Ganz und gar nicht schön ist es heute. Zwar relativ mild mit "nur" noch minus 3,5°C aber es ist total grau, keine Sonne in Sicht.

KbkM #6

Bitte eure Verlinkungen in die Kommentare unter KBKM #6 - danke!

Politik

Economou

. . .  oder die griechische Tragödie – äh -  Komödie oder doch nicht?

Der deutsche Handelsriese Metro hat das Interesse von Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen an einer Übernahme von Galeria Kaufhof bestätigt. Wie Metro als Kaufhof-Eigentümer am Mittwoch sagte, ist ein Angebot vorgelegt worden. Für das operative Geschäft habe Berggruen alleine und für die Immobilien mit anderen Investoren Offerte abgegeben, hieß es aus Unternehmenskreisen. Nach einem Zeitungsbericht hat auch der griechische Reeder George Economou ein Angebot für die Warenhauskette abgegeben.” – so stand es gestern in meiner Tageszeitung zu lesen. Ich hatte es schon wieder vergessen, obwohl ich mich kräftig amüsiert hatte. Erst als ich heute Morgen Alles über den nächsten Akt in der griechischen Tragödie las, fiel es mir wieder ein. Wenn ich an das wirtschaftlich desolate Griechenland denke, stößt es mir schon sauer auf, wenn ich gleichzeitig lesen muss, dass ein milliardenschwerer griechischer Reeder den deutschen Kaufhof übernehmen will. Von diesen steinreichen Griechen muss es eine Menge geben. Könnten die nicht mal in Griechenland selbst investieren? Und dann heißt der Bursche auch noch Economou – klingt doch sehr nach Economy oder auf gut deutsch Ökonomie.  Stattdessen werden europäische Investoren für Griechenland gesucht. Irgendwas läuft hier aber gewaltig schief.

Ausgelesen: Drop City

  Drop City – das Buch, das mein Sohn für eine Abipräsentation auf englisch gelesen hat, habe ich nun ebenfalls, aber auf Deutsch, gelesen. Im Großen und Ganzen hat es mir gefallen. Es ist eine sehr gute Gesellschaftsstudie der amerikanischen Hippiezeit in den 1960er Jahren. Es ist in der Wortfall manchmal sehr deftig, aber mittlerweile ist man Schlimmeres gewohnt.  Ich musste nur ab und an schmunzeln bei dem Gedanken, dass dies Abilesestoff ist – allerdings sind diese Abiturienten ja allesamt Erwachsene auf dem zweiten Bildungsweg. Für mich war das Buch deshalb interessant, weil ich ja in dieser Zeit aufgewachsen bin und die Hippiekultur irgendwie doch zumindest über die Musik mitbekommen habe. Und bis heute krieg ich romantische Gefühle, wenn ich Scott McKenzies “San Francisco” im Radio höre (obwohl ich inzwischen in San Francisco war und die Flower Power Zeit längst vorbei ist.)  Die Hippies in meiner Erinnerung sind aber sicher keine realen Hippies. Sie vermischen sich mit der Studentenbewegung in Deutschland, mit John Lennon und Yoko Ono, sie sind vor allem ziemlich politisch und nur eher nebenbei bekifft.  Die amerikanischen Hippies in Drop City sind hingegen meistens bekifft und ziemlich – um nicht zu sagen – total unpolitisch. Ich fand das Buch extrem ernüchternd.  Ich will das jetzt nicht weiter ausführen – der Teufel will’s und irgendwer liest das dann hier und wirft Andi schließlich noch irgendwas vor, bevor er seine Präsentation über die Bühne gebracht hat.

Aber ich glaube, ich werde mir nach Drop City noch weitere Bücher von T.C. Boyle vornehmen. Ich habe mich inzwischen etwas mit dem Autor befasst, von dem ich vorher allenfalls mal den Namen gehört habe, und ich denke es lohnt sich, ihn näher kennen zu lernen. – Amerika ist sowieso immer wieder so ein Thema. Gestern Abend sah ich eine Sendung, in der ich Reden des im Moment aussichtsreichsten republikanischen Präsidentschaftsbewerber hörte. Der Mann heißt Rick Perry, ist derzeit Gouverneur von Texas und ein absoluter Anhänger der Bushs. Er ist für die Todesstrafe, gegen Abtreibung und Homosexuelle – vermutlich auch gegen Farbige, nur kann er das im Moment noch schlecht sagen. Mir wird übel, wenn ich mir vorstelle, dass so einer nach Obama Präsident wird. Schlimmer wäre vermutlich nur noch so eine Tea-Party Hausfrau.

* * *

Die Blätter der Zaubernuss (Hamamelis) im Vorgarten

* * *

Zum Thema Wetter heute siehe “Mogelpackung” im Gartenblog

Libyen

Es kommt selten vor, dass ich keine eindeutige Meinung zu einer politischen Lage oder Entscheidung habe. Im Falle der Enthaltung beim Votum über die Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat ist das aber tatsächlich mal der Fall. Eine Flugverbotszone ist letztendlich eine militärische Intervention und schließt auch eine Bombardierung nicht aus. Ausgerechnet der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestags, der Grünen-Politiker Tom Koenigs, kritisiert aber wie viele Andere auch die Enthaltung Deutschlands. Anfang des Monats hat der aber noch ganz was Anderes erzählt. Wie passt denn das zusammen?

Ich bin alles andere als ein Freund totalitärer Regime, und Diktatoren wie Gaddafi sind mir ein Gräuel. Insofern wünsche ich den aufbegehrenden Regimegegner dort und in allen anderen totalitären Ländern dieser Erde, dass sie Erfolg haben und ich bewundere sie, dass sie mit Leib und Leben für die Veränderung kämpfen. Aber hat der Westen das Recht immer und immer wieder in die Innenpolitik anderer Länder militärisch einzugreifen? Es gab eine Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Auslandseinsatz deutscher Soldaten ein völlig unmöglicher Gedanke zu sein schien. Als Jugendliche habe ich die USA für Vietnam kritisiert und auch heute finde ich den Bundeswehreinsatz in Afghanistan nicht gerechtfertigt. Und nun Libyen? Worum geht es den Politikern wirklich? Denen, die noch vor kurzem mit Gaddafi Geschäfte gemacht haben? Geht es wieder nur ums Öl? Und was wird passieren, wenn aus diesen Ländern nach einem Machtwechsel – es geht ja derzeit nicht nur um Libyen – die nächsten Islamistenverbände Europa mit Terror überziehen?

Ehrlich gesagt, ich bin im Moment mehr als froh, kein Politiker zu sein. Ein leichtes Geschäft scheint die Politik nur hin und wieder zu sein, aber dann kommt es plötzlich knallhart.  Und ich finde es schlimm, wenn ähnlich wie in den letzten Tagen in Bezug auf die Katastrophen in Japan und politischer Entscheidungen in Deutschland, nun erneut überall die Besserwisser aus dem Boden schießen wie Pilze nach dem Regenguss.  Deutschland blamiert sich … ach ja? Ist es wirklich so einfach?

Ich höre derzeit täglich, dass die Beliebtheit der Grünen bei den Deutschen steigt.  Reicht die Angst vor AKWs tatsächlich aus, einer Partei zu glauben, dass sie regierungsfähiger ist als andere? Bewiesen haben sie noch nichts dergleichen. Und selbstgerechte Gestalten wie Königs, Trittin oder der SPD Chef Gabriel sind mir alles andere als sympathisch, wobei zumindest Sigmar Gabriel bei der Entscheidung zur UN-Resolution mit der Regierung konform geht.

* * *

Gibt’s auch was Positives?

Ja, die Sonne kämpft sich wieder durch die Wolken. Nachdem dieser Tag noch nass und grau angefangen hat, wird der Himmel nun zunehmend blau, die Sonne scheint und die Vögel zwitschern. Ziemlich kühl ist es da draußen noch. Vorhin bei Staub saugen hatte ich die Türen zu Terrasse offen, aber das ist noch nicht das Wahre. Trotzdem – es soll ja nun Tag für Tag wieder wärmer werden. Blechi und ich haben das nächste Treffen – diesmal in Frankfurt selbst  – auf kommende Woche verschoben. Heute freue ich mich mal wieder auf einen gemeinsamen Kaffeeplausch mit meinen drei Männern. Zweimal ist das nun hintereinander ausgefallen – erst am Faschingssamstag, dann als ich letzte Woche in Bad Nauheim war, und schon fehlt mir das ganz gewaltig. Ich bin doch mehr Familienmensch als ich immer denke ;-)

Der Flieder wird zunehmend grün, die Meisenknödel sind kaum noch gefragt

Ab durch die Mitte und wieder rauf in die Bäume

Vorbei

Das war’s dann also.  Karl-Theodor zu Guttenberg hat seinen Hut genommen, ist von allen politischen Ämtern zurück getreten. Und was haben wir nun davon? Ein Vakuum im Verteidigungsministerium, triumphierende Gutmenschen, die ihre Macht bewiesen haben und bei mir ein schales Gefühl, wie sehr wir uns von den Medien benutzen lassen. Ich glaube nicht, dass ich nun von den Politikern in unserem Lande besser denke als vorher. Dann wollen wir doch mal hoffen, dass wir ab sofort nur noch von Menschen mit blitzsauberen, weißen Westen regiert werden . . . Honi soit qui mal y pense

zu Guttenberg

. . . und kein Ende. Kennt ihr den Ausdruck “Fremd schämen”?  Seit Kriegsende verlangt man von uns Deutschen, dass wir uns immer noch kollektiv und einzeln für die Hitlerzeit schämen. Tut mir leid, ich lehne das für mich ab. Aber allmählich fange ich an, mich für dieses dauergeifernde Volk zu schämen, für das offenbar im Moment nichts wichtiger ist, als einen Minister, der sich mal unkorrekt verhalten hat – soll ich mal aufzählen, was wir an Unkorrekheiten in dieser Bundesrepublik schon so alles mitgemacht haben? -  aus dem Amt zu schmähen? Da kann im Norden Afrikas die Welt brennen und uns möglicherweise der Ölhahn abgedreht werden, da drohen Flüchtlingsmassen Südeuropa zu überschwemmen, und was haben die Deutschen im Sinn: Der Verteidugunsminister möchte doch sein Amt räumen, weil er beim Doktortitel geschummelt hat. Ich krieg echt die Krise! Allerdings würde ich es verstehen, wenn Minister zu Guttenberg wirklich bald genug hat und den Hut nimmt. Ich denke gerade an die Affäre um Bill Clinton, die ja nun wirklich peinlich war und dennoch blieb dieser Mann Präsident der Vereinigten Staaten. Von Berlusconi redet wohl nur die SPD – ein Vergleich, der so primitiv ist, wie die Absicht, die dahinter steckt. Nein, ich finde, es gibt wichtigere Dinge in der Welt, als einen Verteidigungsminister derart zu mobben.

Ach was reg ich mich eigentlich auf? Ich geh besser raus in den Garten, da ist es heute sooo schön!

Pink Frost – nun stehn sie voll in Blüte

Februar 2012
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