. . . und schöne Momente. Heute versuche ich mal wieder zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, sprich: mit den selben Bildern zwei Projekte zu bedienen. Mit dem GEO – Projekt hinke ich ja auch gewaltig hinterher, Quizzy möge es mir verzeihen. Aber heute bringe ich endlich meinen Beitrag zum Buchstaben “O”, und der ausgiebige Spaziergang brachte dann auch die “Schönen Momente” für Katinka. Wobei Weihnachten mit der Familie an sich ja schon viele schöne Momente lieferte, die aber nicht alle mit der Kamera festgehalten wurden und auch nicht unbedingt bloggeeignet sind.
Beitrag für den Buchstaben “O” & Schöne Momente
Heute war ich also in “Orschel” unterwegs, will auf hochdeutsch heißen Oberursel. Oberursel ist die zweitgrößte Stadt im Hochtaunuskreis, war in diesem Jahr Austragungsort des Hessentages und besitzt eine zauberhafte Altstadt. Oberursel ist bekannt für seine vielen Brunnen und den Mühlenwanderweg. Wenn man auf die kanalisierten Wasserläufe trifft, so ist das keine moderne Sünde sondern man bediente sich dadurch bereits im Mittelalter der Wasserkraft. Diese Kanäle heißen auch Werkgräben. 1444 besaß Oberursel aufgrund seiner vielen Mühlen und der damit für den Landesherren bedeutenden Steuerabgaben bereits das Stadtrecht und konnte gegen Ende des 15. Jahrhunderts dreizehn Mühlen benennen. Ebenso gab es Schmiede- und Sensenhammer, also reichlich Handwerksbetriebe, die die Wasserkraft nutzten.
Der Marktplatz mit St. Ursula im Hintergrund
In Oberursel geht man stetig bergan (oder bergab – je nachdem), aber es sind sanfte Anstiege. Überragt wird die Stadt von der katholischen Kirche St. Ursula.
Ausstellungsstück “Sensenhammer” – wo sich 1850 noch eine Ölmühle befand, entstand ein Betrieb (Hammerwerk)
der Sensen herstellte. Die Herstellung wird hier dokumentiert.
Blick auf ein Stück Stadtmauer mit St. Ursula – ganz links das große Fachwerkhaus ist die frühere Herrenmühle
Die Herrenmühle aus dem 15. Jahrhundert war eine sog. Bannmühle. Der von Friedrich Barbarossa erlassene Mühlenzwang sicherte den Grundherren das alleinige Recht zum Bau und Betreiben einer Mühle zu. Er verpflichtete alle Untertanen eines Grundherrn, ihr Getreide ausschließlich dort (in der Kameralmühle oder Bannmühle) mahlen zu lassen und sicherte somit dem Müller über Jahrhunderte gleichbleibende Einkünfte.
Einer der markantesten Brunnen an einer inzwischen eher unattraktiven Stelle (Parkplatz) ist der Waschfrauenbrunnen. Hier war früher die Oberurseler Bleiche. Wegen des sauberen Wassers kamen im Mittelalter angeblich sogar Frankfurter Wäscherinnen hierher, um ihre Wäsche zu waschen. Das halte ich allerdings für ein Gerücht. Wie hätten die denn damals von Frankfurt nach Oberursel kommen sollen?
Noch eins von vielen idyllischen Eckchen . . .
. . . und einen Blick in das Innere von St. Ursula
Interessant fand ich, dass sich der Altarraum in dieser Kirche nicht in gerader Linie mit dem Mittelgang der Kirche befindet sondern ein bisschen nach links ausgerichtet ist. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber man hat ihn direkt im Blick, wenn man die Kirche, wie ich es getan habe, durch den seitlichen Eingang betritt. Es ist allerdings bekannt, dass sich auf dem Boden der Kirche bereits eine ältere Kirche befunden hat, die man aus Kostengründen im 15. Jahrhundert in die neue Kirche integrierte. Das soll zu bestimmten Unregelmässigkeiten im Grundriss geführt haben. Für die Bürger von Oberursel war damals (1479) der hohe Wacht- und Glockenturm das Wichtigste am Neubau.
So, ich denke, das sollte für das “O” mal reichen, obwohl ich trotz des trüben Wetters reichlich Fotos gemacht habe. Aber am Mittwoch ist ja auch noch – zum letzten Mal – Schmiedekunstmittwoch, da gibt es auch noch ein paar Bilder. Solltet ihr mal in den Taunus kommen, lasst euch die hübsche Altstadt von Oberursel nicht entgehen. Und nun werde ich euch heimleuchten ;-)



















