Am 29. März habe ich ein paar Sätze zum Hörbuch “Geisterritter” von Cornelia Funke geschrieben und vor allem, dass ich es zur Seite gelegt habe, weil der sprichwörtliche Funke nicht überspringen wollte ;-)
Man muss sich aber auch mal korrigieren dürfen. Inzwischen habe ich das Hörbuch doch noch zu Ende gehört und hier kommt die abschließende Rezension:
Hörbuchrezension zu Geisterritter von Cornelia Funke – im Download bei Audible
Sprecher: Rainer Strecker
Spieldauer: 5 Std. 24 Min. (ungekürzt)
Anbieter: Oetinger Media über Audible
Das Buch ist eine Geschichte, die ich als gute Jugendliteratur bezeichnen möchte. Es beschreibt die Geschichte eines elfjährigen Jungen, der von der Mutter, die nach dem Tod des Vaters mit einem neuen Lebensgefährten zusammen lebt, auf ein Internat nach Salisbury geschickt wird. Er selbst empfindet das als schmerzliche Abschiebung, projiziert seinen gesamten Zorn und sein Abneigung auf den neuen Mann im Leben seiner Mutter, den er aufgrund seines Bartes nur als Vollbart bezeichnet und der – da musste ich schon ein bisschen grinsen – von Beruf Zahnarzt ist. Gibt es ein besseres Feindbild? (Mir sei die Anmerkung gestattet, dass ich kaum einen Kollegen kenne, der eine solche Manneszier im Gesicht trägt – ist einfach in diesem Beruf mehr als unpraktisch.)
Auf dem Gelände des Internates und der Kathedrale von Salisbury wird Jon nun noch zusätzlich von bleichen aber eindeutig finsteren Gestalten bedroht – Geisterritter, die ihn aufgrund einer alten Familienfehde töten wollen. Mehr will ich zum Inhalt nicht verraten, nur dass sich nebenbei noch eine erste frühe Liebesgeschichte entspinnt, die dem Alter gemäß zwischen Freundschaft und zarten Gefühlen schwankt.
Die Mischung aus mysteriös-gruseliger Abenteuergeschichte, die Kinder sicher ansprechen wird, und ständig mitschwingender Kinderpsychologie ist es, die mich ein bisschen stört. Meiner Meinung nach, will die Autorin damit einfach zuviel. Es ist trotzdem eine nette Geschichte, wenn auch nicht so dicht und packend wie ich Tintenherz von der selben Autorin empfand.
Was mich aber am Hörbuch total genervt hat, war die ständige Unterbrechung der einzelnen Kapitel durch Musik, die wohl mittelalterlich mysteriösen Charakter vermitteln sollte. Diese neue Methode – oder ist es eventuell immer der selbe Verlag ? – mit der Musik zwischendrin, ist für mich eher abschreckend. Ich habe das bei einem anderen Hörbuch kürzlich schon einmal negativ angemerkt.
Gesamturteil: Ein nettes Kinder-/Jugendbuch, für mich als Erwachsene nicht sehr mitreißend. Auf die musikalische Untermalung könnte ich gut verzichten. Als Kinderbuch vergebe ich 3 bis maximal 4 von 5 möglichen Sternen
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