Schlagwort-Archiv: Grauer Star

Blindekuh

Ich habe mir gerade mal eine Uraltsonnenbrille aufgesetzt, weil meine Pupillen immer noch so groß wie Teetassen sind und draußen ist ein geniales Wetter, von dem ich heute leider nichts habe. Ich war heute Vormittag in der Augenklinik, wo man mich natürlich auch wieder betröppelt hat und was immer die für ein Zeug benutzen, es ist viel schlimmer als die Tropfen beim normalen Augenarzt. Ich kenne das schon von damals, als man mir die Netzhautrisse gelasert hat. Als ich von der Klinik nach Hause gelaufen bin, war das echt doof, denn die Sonne auf dem Schnee hat total geblendet. Ich hätte mich auch abholen lassen können, aber ich wollte nach der Rumsitzerei in der Klinik lieber laufen. Bin dann die meiste Zeit am Liederbach entlang, um möglichst wenig Autostraßen überqueren zu müssen. Nun habe ich ‘ne Weile Hörbuch gehört und eine Runde geschlafen, aber die Pupillen sind immer noch weit – ist total doof. Naja – kann man nicht ändern. Den Tag kann ich abschreiben.

Ich habe mich bei den neuen Linsen nun für etwas entschieden, was sich Monovision nennt, muss mal danach goggeln, wenn ich wieder besser sehe. Verstanden habe ich das so, dass dabei ein Auge auf die Ferne und ein Auge auf die Nähe eingestellt wird. Das Gehirn passt sich in diesen Fällen jeweils an das Objekt an, welches der Betrachter im Moment fixiert. Was es nicht alles gibt! Die haben das mit dem Führungsauge in der Klinik simuliert. Bei mir ist das linke Auge das dominante, das dann auch zuerst operiert wird. Es wird auf die Ferne korrigiert. Das rechte dann anschließend auf die Nähe. Der Astigmatismus wird auf jeden Fall mit korrigiert. Was mir leider bleibt, das sind diese “mouches volantes”, die wie kleine Flecken immer mal wieder durch’s Gesichtsfeld fliegen. die habe ich schon lange. Man könnte das zwar operieren, aber das wäre dann schon ein größerer Eingriff.

Na jedenfalls werden meine Linsen nun bestellt und wenn sie da sind, bekomme ich meine Termine. Wie lange das dauert, konnte man mir heute noch nicht sagen.

Nächste Schritte

Gestern war ich nochmal beim Augenarzt, um ihm all die Fragen zu stellen, die sich mir inzwischen gestellt haben. Das war auch ganz interessant und er hat für mich am kommenden Mittwoch einen Termin beim Chefarzt der Höchster Augenklinik gemacht. Ich hatte ja gedacht, er würde die OP in der Höchster Tagesklinik selbst durchführen, aber dem ist dann doch nicht so. Prof. Dr. Eckardt ist  ein anerkannter  Spezialist auf dem Gebiet der Katarakt Operationen, das soll mir recht sein. Solche Empfehlungen finde ich immer gut. Die letzte Empfehlung, als ich mir die beiden Karpaltunnel-OPs antun musste, war auch eine gute Empfehlung gewesen. Am Mittwoch werde ich dann also dort nochmal ein Gespräch haben und wenn’s nach mir geht,  auch gleich Termine vereinbaren. Das mit dem gleichzeitigen Operieren der Augen hat sich auch geklärt. Es geht nur darum, dass beide Augen rasch nacheinander operiert werden, nicht beide am selben Tag. Es kann sein, dass zwischen den Eingriffen also gerade mal 3 oder 4 Tage liegen. Der Augenarzt Dr. Heiland hat sich wieder viel Zeit für mich genommen. Ihn kann ich nur weiterempfehlen. Ob ich tatsächlich nach den OPs völlig auf eine Brille verzichten kann, ist allerdings nicht sicher. Dazu sind möglicherweise meine diversen Fehlsichtigkeiten zu stark ausgeprägt. Aber Dr. Heiland meinte, man könne einigermaßen sicher davon ausgehen, dass ich “für den Hausgebrauch” ohne Brille auskommen könnte. Es würde wahrscheinlich eine schwache Fehlsichtigkeit übrig bleiben, die ich z.B. beim Autofahren mit einer leichten Brille ausgleichen müsste. Das Hauptproblem ist wohl der starke Astigmatismus. Nun ja, damit kann ich leben, aber ich werde auch Prof. Eckhardt dazu genau befragen. Es gibt nämlich inzwischen viele verschiedene Linsen und da muss man wohl das heraus suchen, was individuell das Optimum darstellt.

Jedenfalls möchte ich mich nun doch gerne so schnell wie möglich operieren lassen. Heute Morgen saß ich am Frühstückstisch und Stefan, der die Morgensonne im Rücken hatte, mir gegenüber. Das Licht wurde durch die Lamellenvorhänge gefiltert. Ich habe meinen Göttergatten dann mal gebeten mit mir den Platz zu tauschen und fragte ihn anschließend: “Wie siehst du mich jetzt? Völlig klar oder irgendwie von der Sonne geblendet?” Seine Antwort: “Nein, wieso? Ich sehe dich völlig klar.” Ich hatte es mir gedacht. Ich hingegen sah ihn nämlich wie durch Nebel oder einen feinen Vorhang hindurch.  Irgendwie gewöhnt man sich erstmal an diese schleichenden Veränderungen, aber inzwischen sind sie zu auffällig und nerven mich nur noch.

*

Kein grauer Star ;-)   ein Rotkehlchen (im Gartenblog mehr)

Grauer Star

      So, nun will ich mich für heute doch nochmal kurz melden. Die Diagnose “Grauer Star” oder Katarakt ist natürlich nichts, was mich heute vor Freude hochhüpfen ließ, aber es hat bei mir auch nicht unbedingt Heulen und Zähneklappern ausgelöst. Um es mit dem Augenarzt auszudrücken: man kann es speziell bei mir mit einem weinenden und einem lachenden Auge sehen. Ich entscheide mich für zwei lachende Augen. Geahnt hatte ich diese Diagnose eh schon, denn die Symptome der letzten Wochen und Monate waren ziemlich offensichtlich. Dieses Nebelsehen und die zunehmende Blendung durch Autoscheinwerfer und auch durch kräftiges Tageslicht waren ein deutlicher Hinweis. Nun habe ich seit meiner Kindheit eigentlich Augen, die mir noch nie sonderlich viel Freude bereitet haben: ab dem 12. Lebensjahr kurzsichtig – das war der Anfang. Ich erinnere mich noch an elend schwere große Brillengläser, die später glücklicherweise von den modernen, dünnen und leichten Kunststoffgläsern abgelöst wurden. Dazu kam die Netzhautverkrümmung auf beiden Augen (Astigmatismus). Beides ließ sich gut korrigieren, echt blöd wurde es dann aber, als noch die Altersweitsichtigkeit hinzukam. In den letzten Jahren wurde ich dann zweimal wegen Rissen in der Netzhaut gelasert – toll. Ich bin ganz froh, dass ich nicht mehr zahnärztlich tätig bin. Es ging zwar bis zur Praxisaufgabe noch ganz gut, zumal ich oft mit der Lupenbrille gearbeitet habe, aber es war anstrengend. Ich war abends immer fix und fertig.

Warum ich den Grauen Star mit zwei lachenden Augen sehen will? Nun – wenn die OPs gut verlaufen, dürfte ich im Anschluss den größten Teil meiner Probleme los sein. Die Methoden der modernen Staroperation sind heute sehr ausgereift. Und ich hoffe einfach mal, dass alles gutgeht, wenn ich mich operieren lasse. Ein Restrisiko besteht natürlich immer und ich muss zugeben, dass ich vor nichts mehr Sch*ss habe als vor einer Operation am Auge. Nur um auf die Brille verzichten zu können, hätte ich nichts dergleichen machen lassen.

Ich soll noch ein Weile damit warten, das ist der augenblickliche Rat des Augenarztes. Rechts ist der Graue Star erst minimal ausgeprägt, links schon stärker. Und weil ich auf beiden Augen rund – 6 Dioptrien habe (Kurzsichtigkeit), ist es sinnvoll beide Augen gleichzeitig operieren zu lassen. Ich werde das jetzt erstmal beobachten – und hoffe, dass in der Zwischenzeit meine Fotos nicht allzu schlecht werden *grins* – aber spätestens in einem halben Jahr eine neue Untersuchung machen lassen. Immerhin ergaben die heutigen Untersuchungen, dass ansonsten keine anderen Probleme vorliegen und auch meine Brillenstärke noch stimmt.

Ja, so sieht es also aus und ich habe jetzt immerhin noch reichlich Zeit mich gründlich zu informieren. Und das werde ich mit Sicherheit auch tun.