Jurowischen
. . . oder so ähnlich. Na klar, habe ich mal reingeguckt in den Grand Prix oder Eurovision Song Contest, wie sich das ja inzwischen nennt. “Jurowischen” oder gleich “Jugowischen” wäre aber auch nicht schlecht. Die Osteuropäer haben sich die Punkte wieder zugeschanzt wie immer, die Westeuropäer und Nordeuropäer auch. Der Süden ist mir irgendwie nicht weiter aufgefallen. Die Qualität des Dargebotenen lag für meinen Geschmack kaum über dem, was uns DSDS seit Jahren antut.
Und Lena – ach, du meine Güte. Ich zitiere mich mal selbst, will sagen einen Kommentar, den ich bei Brigitte (Blechi) hinterlassen habe: “Ich denke, dass man Lena schon immer überschätzt hat, auch bereits im letzten Jahr. Gestern Abend – nee, dass war der Absturz. Vom Fräuleinwunder zur anvisierten Femme fatale oder was? Lena sang ihr Lied mit einer Mimik, die man sonst ab 23 Uhr auf den hinteren TV-Kanälen bei den Damen mit den Telefonnummern geboten bekommt. Wie heißt es bei Wilhelm Busch: “Wenn Einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum, schon denkt, dass er ein Vogel wär’, so irrt sich der.” Dem ist nichts hinzu zu fügen.
Was ich aber echt nervig fand – und gleichzeitg so total deutsch wie nur irgendwie – wieso wurde eine Sendung, die in Deutschland stattfand, ausschließlich auf Englisch und Französisch moderiert? Da war es fast herzerfrischend, dass sich der französische Punktevergeber genau so benahm, wie es sich für einen Franzosen gehört: Er sprach französisch und zwar ausschließlich. Das hat dann sogar die begleitende Stimme aus dem Off irritiert. Der gute Mann – wer auch immer das war – meinte nur, dass Anke Engelkes ihn wohl verstehen würde. Mal ehrlich, ich kann genug Englisch, um der sowieso nicht sehr anspruchsvollen ESC Moderation problemlos zu folgen, aber war das wirklich nötig?
Übrigens – ESC (Eurovision Song Contest) – Nomen est Omen – oder? Mit der ESC–Taste auf meinem PC flüchte ich normalerweise aus dem Programm, wenn nix mehr geht
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Hoppla
Wer hätte das gedacht? Gestern meinte mein Junior noch, dass nach der Sendung aus Oslo der Lena-Rummel wohl endlich vorbei sei – ich glaube, er hat sich getäuscht.
“Uaaah, Jeanie, warum müssen wir uns das angucken?”
“Guck, der da kommt aus England, dort wo die Beatles herkamen.”
“Nee, oder? Erinnert mich an Alexander Klaws.”
“Alexander wer?” “Na, der Erste damals von DSDS.”
“Manno, das ist ja furchtbar. Wann kommt endlich Lena?”
Tja, dann kam sie und es regnete Punkte für das Lenamäuschen, wie Deutschland es schon lange nicht mehr erlebt hat. Niedlich und tonsicher sang sie mit ihrem “Satellite” tatsächlich die Konkurrenz in Grund und Boden. Das war allerdings auch keine allzu große Kunst. Es gab für meinen Geschmack nur ganz wenige andere Kandidaten, die überhaupt beachtenswert waren. Der Typ mit seiner Gitarre gefiel mir gut und – auch wenn’s vielleicht schwer zu begreifen ist – mir hat auch der serbische Beitrag mit dem androgynen Milan Stankovic gut gefallen. Das kam nämlich fetzig und total authentisch rüber. Die Franzosen haben ihren Beitrag “Allez, Ola, Olé” vermutlich in erster Linie für die Fussball-WM hergestellt (als Sommerhit gefiel mir da allerdings noch jeder Mark Medlock Song besser). Warum Lena von England keine Punkte bekam, das würde mich mal interessieren. Ich vermute, es liegt an ihrem Englisch, das in deutschen Ohren irgendwie “richtig” klingt, für Engländer aber vielleicht doch so als würde ein Preuße bayerisch singen wollen. Vielleicht kriegen wir das von irgend jemandem noch erklärt. Damit aber genug mit dem Jurowischen Song Dingsbums. Jetzt müssen wir nur noch Stefan Raab für die Fussball WM engagieren – dann klappt das auch noch ;-) Stefan Raab – der neue Kaiser, Beckenbauer hat doch längst ausgedient.
Lena, du hast uns gut vertreten, du kriegst ein paar Blümchen!
Die Mohnblüten habe ich gestern unterwegs beim Einkaufen fotografiert. Ich möchte nicht wissen, wie sie heute aussehen. Es hat schon wieder die ganze Nacht und auch heute Morgen noch in Strömen geregnet.
Lena also
Die immer leicht durchgeknallt wirkende Lena Meyer-Landrut hat wie erwartet die Ausscheidung für Oslo gewonnen. Ich hoffe, sie gewinnt bis Ende Mai noch ein bisschen an Stabilität und schafft es dann ein paar durchdachte Sätze von sich zu geben. Mit ihrem “fett”, “derb” und “sooo geil” entspricht sie zwar dem derzeitigen Jugendslang, aber ob das auf Dauer reicht? Singen kann sie jedenfalls und hebt sich mit ihren Liedinterpretationen auf alle Fälle vom Mainstream ab. Dennoch – gestern Abend hat mir Jennifer Braun mit “I care for you” entschieden besser gefallen. Wie auch immer, mit Lena und “Satellite” könnte Deutschland in Oslo endlich mal wieder auf den vorderen Plätzen landen. Die Songauswahl war auf zwei Mädels abgestimmt. Mich würde mal interessieren, welche Songs man ausgesucht hätte, hätte Christian Durstewitz mit im Finale gestanden – der Song “Bee” wäre wohl kaum dabei gewesen :-) Aber wie immer in solchen Fällen sind hätte und wäre müßige Überlegungen.
Mich wundert, dass man die Songs alle schon im Internet hören kann (hieß es jedenfalls gestern). Wozu dann noch der Contest Ende Mai?
Egal – grad kommt die Sonne raus! Es wird Frühling und das ist mir viel wichtiger! Ich hab den Winter sowas von satt. Bin dauererkältet, die rheumatischen Beschwerden plagen mich seit Wochen und irgendwie ist meine Stimmung derzeit ziemlich am Boden. – - – Es kann nur besser werden!
Da waren’s nur noch Zwei
“Unser Star für Oslo” war gestern wieder hammerhaft, wenn man mal davon absieht, dass die immer erstmal eine halbe Stunde verquatschen, bis der erste Kandidat singt. Aber das kennt man ja schon, ich habe in der Zeit im ZDF eine Naturdoku gesehen ;-) Auch die Jury fand ich diesmal eher daneben, Barbara Schöneberger ging ja noch aber dieser Jan Delay (oder wie auch immer er heißt) war eine echte Zumutung. Er nutzte jede Gelegenheit für sich selbst Werbung zu machen und als er dann Jennifer Braun mehr oder weniger vorwarf, dass sie nicht Christina Aquilera sei, die er ja sooo toll findet, da war ich zum ersten mal froh über die Moderatoren, die die Jury zur Ordnung riefen.
Um “Dursty” tut’s mir leid, aber der wirkte gestern seltsam blass (im wahrsten Sinne des Wortes) und fiel gegen Lena und Jennifer eindeutig ab, obwohl der zweite Auftritt nochmal absolut klasse war. Aber ich bezweifle, ob er für Oslo der Richtige gewesen wäre. Ganz sicher wird er seinen Weg als Rockmusiker machen, denn gut ist er auf alle Fälle. Lena war für mich mit ihrem ersten Song die absolute Überraschung. Dass sie im Grunde eine ähnlich tragende, klare Stimme hat wie Kerstin war bisher kaum rauszuhören gewesen. Und Jenny hat sich unglaublich entwickelt. Beide Mädels sind an sich perfekt für Oslo. Dass damit Zwei ins Finale kommen, die selbst keine Songschreiberinnen sind sondern nur interpretieren – das aber super gut – mag manch einen ärgern. Aber für den Eurovision Song Contest ist das eher nebensächlich. Da sind eh nur Interpreten gefragt, die das Publikum überzeugen und mitreißen können.
Interessant fand ich Barbara Schönebergers Bemerkung, dass sie an Lena Züge von Joe Cocker entdeckt hätte. Mir war sofort klar, was sie damit meinte. Es sind diese irgendwie unmotiviert wirkenden Bewegung, die Lena häufig mit den Armen macht, die auch mich von Anfang irritiert haben. Allerdings halten sie sich bei Lena in Grenzen. Insgesamt find ich das Mädel richtig gut, einfach mal was völlig Neues auf der Bühne. Insofern ist sie für mich erste Wahl für Oslo (obwohl ich Jennifer “erwachsener” finde, was mir auch gut gefällt).
Heute ist es wieder ziemlich stürmisch bei uns und nach wie vor kalt. Wenn man morgens auf das Thermometer guckt, dann hat man das Gefühl, dass sich das Jahr 2010 eher rückwärts Richtung Winter bewegt als vorwärts in den Frühling hinein. Gegen Mittag wird’s dann immer wärmer und die Sonne scheint nach wie vor, jedenfalls sieht es hier gemütlicher aus als in Katalonien. Habt ihr die Fotos von Barcelona gesehen? Wahnsinn – oder? Mandelblüte im Süden Europas ist wohl in diesem Jahr nicht die sinnvollste Destination. Ich werde mir nacher mal die Digi schnappen und zum Liederbach marschieren. Denn dort müssten inzwischen Schneeglöckchen in großen Mengen blühen. Warum die sich ausgerechnet dort so üppig vermehren, ist mir ein Rätsel. Aber jedes Jahr sind es mehr. – Ansonsten plagt mich eine Erkältung, aber es geht so einigermaßen. Es war schon schlimmer.

















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