Ausgelesen habe ich “Sturmhöhe”, einen weiterer Klassiker der englischen, viktorianischen Literatur. Auch diesmal ist die Autorin eine ” Brontë “ – Emily Brontë – und sie gilt als die begabteste der drei Brontë-Schwestern. In der Tat hat mir Sturmhöhe – im englischen Original “Wuthering Heights” besser gefallen als Jane Eyre, obwohl ich mich mit Klassikern aus dieser Zeit immer schwer tue. Ging es in Jane Eyre um Liebe, Stolz aber auch Unterwerfung, geht es in Sturmhöhe in erster Linie um abgrundtiefen Hass. Dabei sind die Ausgangsschicksale der Protagonisten gar nicht mal so unterschiedlich. Ob Jane oder Heathcliff – beide sind Waisen, die von anderen Menschen aufgezogen und schlecht behandelt werden. Doch wie der erwachsene Heathcliff später darauf reagiert, unterscheidet sich von der Reaktion einer Jane Eyre diametral. Das ist sicher einer der Gründe, warum die englischen Leser des 19. Jahrhunderts das Buch zunächst abgelehnt haben.
Den Inhalt will ich weiter nicht erzählen, man kann ihn überall im Internet nachlesen. Der Stoff ist auch schon oft genug verfilmt worden. Ich fand das Buch gut geschrieben und irgendwie auch spannend. Die mir auf dem Kindle vorliegende Ausgabe war auch weit besser zu lesen und ganz sicher von einem Lektor überarbeitet, da gab es nichts dran auszusetzen.
Deshalb vergebe ich in diesem Fall auch fünf von fünf Punkten
mit dem Hinweis: es ist ein Stoff, der vor 150 Jahren geschrieben wurde – man muss sich darauf einlassen. Emily Brontë, eine junge Frau, die bereits mit 30 Jahren starb, hatte eine wirklich wortgewaltige Sprache und eine enorme Vorstellungskraft. Und endlich weiß ich nun, wer Heathcliff war *lach*. Dieser Bursche ist schon sooft in anderen Büchern, die ich gelesen habe, zitiert worden und ich wusste nie, um wen es sich dabei handelt. Ich glaube mich zu erinnern, dass er z.B. in Mankells “Mittsommermord” zitiert wird.
