Die Stadt Hattersheim grenzt im Westen an Frankfurt und liegt mit den beiden Ortsteilen Okriftel und Eddersheim am Main. Im Südosten grenzt Hattersheim an die Stadt Kelsterbach, im Südwesten an die Stadt Raunheim (beide Kreis Groß-Gerau) sowie im Westen an die Städte Flörsheim am Main und Hofheim am Taunus sowie die Gemeinde Kriftel. Hattersheim ist für mich als Unterliederbacherin in kürzester Zeit zu erreichen und ich bin dort gerne unterwegs. Man kann in Hattersheim gut einkaufen, einiges besichtigen und auch kulturell ist immer was los.

2009 war ich während der Tage der Industriekultur z.B. im Alten Wasserwerk, einem 1909 im Jugendstil erbauten Gebäude mit großzügiger Parkanlage. Zwischen Hattersheim und Okriftel gelegen kann man es nur noch zu Fuß, per Fahrrad oder zu besonderen Veranstaltungen auch mal im historischen Postbus über die alte Wasserwerkschaussee erreichen. Diese schon etwas älteren Bilder möchte ich hier als Galerie einfügen, da ich sie sicher so schnell nicht wiederholen werden. Der Weg über die Wasserwegschaussee führt mitten durch Waldgebiet und zieht sich, sofern man zu Fuß unterwegs ist. Aber es ist ein schöner Spazierweg, nur ist das historische Wasserwerk am Ende normalerweise nicht geöffnet und der Weg endet auch für Fußgänger als Sackgasse!

Das 1909 fertiggestellte Wasserwerk Hattersheim wurde nach den Plänen des Baumeisters Hand Dasen im Jugendstil errichtet. Auch Elemente des seinerzeit geforderten Heimatstils sind vorhanden. Die Förderung wurde mittels Saugpumpen betrieben. Ursprünglich sorgte eine Dampfmaschine für den Antrieb der Pumpen, die heute elektrisch betrieben werden. Derzeit (2011) fördert das Hattersheimer Wasserwerk nicht mehr täglich rund um die Uhr, sondern dient nur noch dazu, Verbrauchsspitzen in der Wasserversorgung auszugleichen und wird vorgehalten als Ausfallreserve für die Sicherung der Versorgung im Großraum Frankfurt (Quelle: Wikipedia).

Sehr viel öfter bin ich in Hattersheim allerdings auf dem alten Posthofgelände unterwegs, fast regelmäßig an Pfingsten, wenn dort die Lufthansa Klassikertage stattfinden (veranstaltet von der Scuderia Lufthansa classico). Oldtimer angucken ist eine meiner Leidenschaften ;-)   Darüber hinaus finde ich diesen Bereich im alten Ortskern sehr hübsch und historisch interessant. Nur noch selten findet man ein solches Ensemble, das dem modernen Menschen nahe bringt, welchen Stellenwert die Post einst hatte. Eine herausragende Rolle erhielt Hattersheim durch seine Mittellage an der mittelalterlichen Geleitstraße Frankfurt – Mainz (Via Regia). Die Fürsten von Thurn und Taxis errichteten hier eine kaiserliche Reichspost-, Pferdewechsel- und Umsteigestation, da diese Straße zudem ein Teil der Ost-Westverbindung von Wien nach Brüssel war. Ende des 18. Jahrhunderts erlebte der Posthof seine Blütezeit. Bis ins 19. Jahrhundert galt er als eine der einträglichsten und bedeutendsten Poststationen auf dem Land. Hattersheim profitierte vom regen Durchgangsverkehr. Zwischen dem Untertor am Schwarzbach und dem Obertor an der Mainzer Landstraße reihten sich zeitweise bis zu acht Gastwirtschaften aneinander (ähnlich wie auf der mittelalterlichen Hauptstraße durch Alt-Höchst). Schmiede und Wagner hatten in Hattersheim alle Hände voll zu tun, da jährlich bis zu 72.000 durchziehende Pferde sowie die Wagen und Kutschen versorgt werden mussten. 1818 errichtete Carl Werle, Neffe des Posthalters Adam Werle, vor dem ehemaligen Obertor das damals vornehmste Gasthaus Hattersheims, den Nassauer Hof. Wohlhabende Reisende ritzten mit ihren Diamantringen ihre Namen in die Fensterscheiben der Gaststube. Der Bau der Taunus-Eisenbahn Frankfurt – Wiesbaden in den Jahren 1839/40 führte zu einer Verlagerung der Postbeförderung und des Reiseverkehrs auf die Schiene und bedeutete 1867 das Ende der Thurn-und-Taxis’schen Posthalterei.

Die nächste Galerie zeigt Bilder aus dem alten Ortskern und außerdem Fotos von den diversen Lufthansa Klassiker Tagen der letzten Jahre. Von der katholischen Kirche St. Martinus, die im alten Ortskern auf einer kleinen Anhöhe steht, habe ich nur einige Details, denn sie ist von Außen kaum zu fotografieren. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts anstelle der Vorgängerkirche mit einem Kirchturm im Jugendstil erbaut und enthält Elemente der alten Kirche. Last but not least: In Hattersheim wird auch jedes Jahr ordentlich Fasching gefeiert. Der Umzug ist sehenswert.

In die Galerie wurde Hinweisbilder eingefügt, aus welchem Jahr die Fotos stammen. Die neuesten Fotos von 2012 stehen am Anfang, Reihenfolge von links nach rechts.

Eddersheim

Ein weiterer Stadtteil von Hattersheim ist Eddersheim, das direkt am Main liegt und über eine große Brücke – die Staustufe Eddersheim – mit dem gegenüberliegenden Kelsterbach verbunden ist. Die Staustufe betreibt ein Wasserkraft, das 1940/41 in Betrieb genommen wurde. Es kann noch heute je nach Wasserstand und Strömung des Mains 7000 – 8500 Haushalte mit Strom versorgen.

Schon in römischer Zeit gab es hier in Eddersheim eine Mainfurt und eine Straßenverbindung aus Richtung Groß-Gerau über den Mönchhof zu einem römischen Kastell bei Hofheim am Taunus. Die Staustufe teilt den Main. Mittendrin liegt eine langgestreckte Insel, auf deren Bäumen sich zahlreiche Kormorannester befinden. Leider ist die Insel selbst für mein Zoom ziemlich weit entfernt.

Man sieht Eddersheim seine Verbundenheit mit dem Main noch immer an, sie spiegelt sich in vielen Straßennamen wider. Und dieser Ort hat sich seinen dörflichen Charakter bewahrt. Es gibt hier noch viele alte Fachwerkhäuser, von schön renoviert bis total verfallen. Mir hat mein Spaziergang durch den Dorfkern Spaß gemacht. Interessant fand ich auch die Hinweistafel auf die Wohnkolonie direkt am Main mit Häusern, die zwischen 1928 und dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurden. Sie erinnern mich ein wenig an die Arbeiterhäuser der früheren Hoechst AG im Unterliederbacher Vogelviertel. Ihr Erhaltungszustand ist allerdings eher schlecht, während die Häuser im Vogelviertel – inzwischen alle in privater Hand – hervorragend saniert wurden.

Die Kirche St.Martin gefiel mir rein äußerlich sehr gut, zugänglich war sie nicht und leider auch schlecht zu fotografieren.

 

Okriftel

Hattersheim liegt mit seinem Stadtteil Okriftel am Main. Die nächste Galerie beginnt mit einem Abendspaziergang im Oktober 2010 als der Main fast Hochwasser führte. Fragen Sie mich bitte nicht, warum ich damals einen Schneemann im Logo hatte. So kalt war’s gar nicht.

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