Im September 788 wurde Rödelheim als Radilenheim im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt. Zur Gründungsgeschichte Rödelheims gibt es auch die Erzählung vom Bauern Radilo, der als Erster angeblich Waldflächen rodete und urbar machte. Im 12. Jahrhundert wurde eine Wasserburg an der Nidda errichtet. Eine zweite Burg folgte im 13. Jahrhundert. Im Jahre 1461 fällt Rödelheim durch Heirat in den Besitz der Grafen Solms, die in dieser Zeit hier auch das Rödelheimer Schloss erbauten. Erbauer war Frank von Cronberg. Im Juli 1552 wird hier nach dem Schmalkaldischen Krieg der Passauer Vertrag unterzeichnet.
Die Entwicklung Rödelheims wurde durch die strategisch wichtige Lage gefördert. Hier überquerte die alte Handelsstraße von Frankfurt nach Köln den Fluss Nidda, bevor sie an der Festung Königstein den Taunuskamm überwand. Die Rödelheimer Niddabrücke war die vorletzte vor der Mündung in den Main, die letzte war die Brücke der Mainzer Landstraße in Nied. Bei der Regulierung der Nidda stieß man 1928 nahe der Westerbachmündung auf einen römischen Pfahldamm, der die Römerstraße zur Mainbrücke bei Frankfurt-Schwanheim trocken über das ständig feuchte Gebiet führte. Quelle: Wikipedia (teilweise abgeändert oder ergänzt)
Rödelheim hatte immer eine große jüdische Gemeinde. Eine erste eigene Synagoge wurde 1730 in der Schulstraße (Inselgässchen/Judengasse) Nr. 9 eingerichtet, nachdem die jüdische Gemeinde sich zunächst zwischen 1680 und 1700 in einer herrschaftlichen Scheune versammeln durfte. Am Ende des Inselgässchens (früher Judengasse) steht das Sandsteinmahnmal “Synagoge” von Christof Krause, errichtet 1979. Hier stand von 1838 bis zur Pogromnacht 1938 die zweite, größere jüdische Synagoge, die 1944 endgültig zerstört wurde. Das Thoraschild der Rödelheimer Synagoge befindet sich heute im Jüdischen Museum in New York – am Central Park.
Das Petrihaus im Brentanopark (fotografiert Januar 2011)
Georg Brentano (nicht etwa Clemens) kaufte 1808 dem preußischen Hofrat Friedrich Wilhelm Basse einen Privatgarten nebst Landhaus ab, das dieser selbst erst 1770 erworben hatte. In 40 Jahren erweiterte Brentano diesen Garten durch etwa 40! Zukäufe auf eine Fläche von ca. 13 Hektar. Er ließ einen griechischen Badetempel und ein künstliches Labyrinth errichten, sowie Granat-, Orangen- und andere Edelbäume pflanzen. Lange versuchte er vergebens, einem Rödelheimer Bäcker namens Petri dessen Fachwerkhaus an der Nidda abzukaufen. Erst 1819 konnte er mit viel Geld dieses sogenannte Petrihaus in seinen Besitz bringen und zu einem Refugium für sich umbauen lassen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts zerfiel es zusehends, wurde aber 2005 mit großem Aufwand restauriert. Der Park selbst wurde Ende des 19. Jahrhunderst durch den bekannten Frankfurter Gartengestalter Franz Heinrich Siesmayer überarbeitet. Link zu einer Homepage der Nachfahren der Familie Brentano: Familie Brentano
Etwa Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung Rödelheims für den Fernverkehr ab, da der Verkehr zwischen Frankfurt und Köln auf die neugebaute Königsteiner Straße verlagert wurde und Höchst zum Verkehrsknotenpunkt westlich von Frankfurt aufstieg. 1885 wurde der Ort Rödelheim für genau 25 Jahre zur Stadt erhoben, denn bereits am 1. April 1910 wurde der Ort in die Großstadt Frankfurt eingemeindet.
Wird fortgesetzt . . . Linktipp zu meinem Niddaprojekt: von Nied nach Rödelheim (solange ich hier noch nichts ergänzt habe)

