Sossenheim liegt im Nordosten des Frankfurter Westens und grenzt dort an die Autobahnen A66 und A5, im Süden an die Nidda. Sossenheim hat ein sehr uneinheitliches Stadtbild. In großen Teilen erscheint es weitaus dörflicher als Unterliederbach, dann wieder fallen große Wohnsiedlungen aus den 1960ziger und ’70iger Jahren auf, die so gar nicht dorthin zu passen scheinen wie der Henri-Dunant-Ring oder die Carl-Sonnenschein Siedlung. Im Westen liegt der Unterliederbacher Friedhof zwischen Unterliederbach und Sossenheim.
Zwischen der Kurmainzer Straße und der Nidda erstreckt sich das Sossenheimer Unterfeld. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Sossenheimer Unterfeld ein Bestandteil des sumpfigen Niddatals. Nach der Trockenlegung und der Flurbereinigung von 1881 entstand hier eine Streuobstwiesenlandschaft, die in großen Zügen bis heute bewahrt blieb. Inzwischen gibt es dort einen zum Frankfurter Grüngürtel gehörenden Obstlehrpfad und auch der neuen Rad- und Wanderweg von der Nidda nach Kronberg zum Opelzoo führt hier hindurch. Immer wieder stößt man auch auf den Dottenfeldgraben, der aus mehreren einzelnen Entwässerungsgräben des Sossenheimer Unterfeld gespeist wird und schließlich auch in die Nidda mündet.
Bereits im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. versorgten römische Ziegeleien aus der heutigen Gemarkung Sossenheim den ganzen Vordertaunus und die Wetterau. Sossenheim liegt auch an der Bonifatiusroute. 754 wurde der Leichnam des heiligen Bonifatius auf der Elisabethenstraße (heute A66 Frankfurt-Wiesbaden) an Sossenheim vorbeigeführt. Ein Steinkreuz mit den Zeichen H.B.Q. (hic Bonifatius quievit = hier rastete Bonifatius) kam 1934 ins Historische Museum. Im Mittelalter sind die Ritter von Kronberg Grundherren von Sossenheim, 1294 auch die Falkenstein-Münzenberger und das Erzstift Trier. 1928 wurde Sossenheim nach Frankfurt eingemeindet.
Bisher habe ich nur wenige bemerkenswerte Wahrzeichen entdecken können, wie den Faulbrunnen, das alte Rathaus aus rotem Sandstein in klassizistischem Stil, die kleine Nothelferkapelle und die Friedenseiche. Der Brunnen, der bereits im 19. Jahrhundert bekannt war, wurde 1926 als “Sossenheimer Sprudel” gefasst. Er leicht recht versteckt, man kann ihn leicht übersehen. Den Namen verdankt er dem Schwefelwasserstoffgehalt.
Die Friedenseiche wurde zum Friedensschluss des deutsch-französischen Krieges 1871 gepflanzt. Es ist ein eindrucksvoller und großkroniger Baum. Vor Jahren wurde er vom Blitz getroffen und hat seither einen Riss, der sich von der Krone bis zu den Wurzeln zieht. Dort, wo die Friedenseiche steht, befand sich früher der Dorfrand von Sossenheim. Bis um 1800 war der Ort zu seinem Schutz von einem Haingraben umschlossen. Heute beginnt hier der Obstlehrpfad (Wiesenfeldweg).
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Neuer Spaziergang durch das Sossenheimer Unterfeld im Spätsommer 2012
Im Begleitblog gibt es einen Beitrag dazu: Streuobstwiesen – 26.8.2012




