Zeilsheim ist der westlichste Stadtteil von Frankfurt und grenzt an Höchst und Unterliederbach. Mit beiden Stadtteilen ist Zeilsheim durch die Pfaffenwiese verbunden. Eine an sich nicht sehr schöne Straße, aber eine für Frankfurt einmalige, fast lückenlos bepflanzte lange Kastanienallee. Es handelt sich dabei um ein Teilstück der Landesstraße 3018, die nach Wiesbaden-Medenbach führt. Im Süden grenzt Zeilsheim an Frankfurt-Sindlingen, im Westen an Kriftel (Main-Taunus-Kreis). Der 1.200 Jahre alte Ort wurde 794, also im selben Jahr wie Frankfurt, die Reichsstadt am Main, erstmals urkundlich erwähnt(Ciolfesheim).
Zeilsheim besitzt einen historischen Ortskern mit weitgehend dörflichem Charakter, der auch den Straßennamen Alt-Zeilsheim trägt. Daneben existieren seit Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere Siedlungen aus verschiedenen Epochen. Dazu gehört die sogenannte Colonie, die optisch dem “Heimchen” bzw. den alten Arbeiterhäuschen im Unterliederbacher Vogelviertel sehr ähneln. Und das ist auch kein Wunder, denn die Colonie wurde wie das Heimchen ab 1899 vor den damaligen Farbwerken Höchst für die Arbeiter und Angestellten und deren Familien erbaut. Ich finde, dass dieser Kern fast einem Freilichtmuseum gleicht, denn die Häuser sind optisch noch viel ursprünglicher erhalten als in Unterliederbach. Interessanter Weise finden wir hier praktisch nur Straßennamen aus dem deutschen Osten wie Dessauer Weg, Greifswalder Weg, Jenaer Weg etc.
Häuser in der “Colonie” (auch Kolonie oder Neu-Zeilsheim)
Wenn man von Unterliederbach oder Höchst nach Zeilsheim fährt, kommt man rechter Hand an dem auffälligen Bau der Jahrhunderthalle Hoechst vorbei, einer großen Konzert- und Kongresshalle. Tatsächlich liegt die Jahrhunderthalle noch auf Unterliederbacher Gebiet, was aber nicht unmittelbar ersichtlich ist. Bereits Mitte der 1950er Jahre wurde der Architekt Friedrich Wilhelm Kraemer beauftragt eine Halle anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Farbwerke Hoechst AG zu planen. 1963 wurde sie eröffnet.
Ein neuer Hingucker im sonst an moderner Architektur nicht gerade reichen Zeilsheim ist das Evangelische Gemeindezentrum Friedenau. Eine weiße Mauer mit vielen kleinen Öffnungen aus grünem Glas, einem Durchgang in Kreuzform und einem kleinen offenen Glockenturm im spanischen Stil führt über ein kleines Rasenstück zum eigentlichen Gebäude, an dem große Fensterflächen dominieren.
Weitere Ansichten in der Galerie
Zeilsheim hat große soziale Unterschiede in der Bevölkerung. Wer heute in der Colonie und angrenzenden Eigenheimen mit Garten wohnt, der gehört sicher zur privilegierten Bevölkerungsschicht. Die Siedlungen auf der anderen Seite der Pfaffenwiese sehen anders aus. Rund die Hälfte der Bewohner der Taunusblicksiedlung im Norden haben einen Migrationshintergrund. Dennoch gilt Zeilsheim nicht als sozialer Brennpunkt eher ein bisschen wie die vergessene alte Tante am Rande. Vor allem fehlen dem Stadtteil Einkaufsmöglichkeiten. Wenigstens verbinden mehrere Buslinien Zeilsheim mit Höchst und Unterliederbach.

