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Allen Leser(INNe)n

. . . und Freunden des MainZauber Litblogs möchte ich nun ein frohes Weihnachtsfest wünschen und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

schriftzugweih

Nehmt den “Rutsch” bitte nicht allzu wörtlich, falls es Glatteis geben sollte. Es hat mir Spaß gemacht mich mit euch auszutauschen und ab und an lerne ich ja auch mal jemanden im wirklichen Leben kennen. Und wenn es hier nichts zu lesen gibt – ihr wisst ja, es gibt noch den MainZauber-Hauptblog. Da ist immer was los.
Ich möchte, bevor ich dort dann am 24. Dezember noch das letzte Türchen öffne, an dieser Stelle bereits allen TeilnehmerINNEn des gemeinsamen Projektes “Adventskalender 2009” herzlichst für ihre Inhalte danken. Es war jeden Morgen auf’s neue spannend, was sich die Einzelnen haben einfallen lassen. Und weil das Ganze Länder – ja sogar Kontinente übergreifend – funktionierte, sage ich danke mit einem Foto aus dem Frankfurter Palmengarten, das die Weltkugel präsentiert. Das Internet ist eben doch – trotz aller Vorbehalte und Gefahren – eine feine Sache.

Adventskalender, Danke

Über die Feiertage denke ich mal über “Januargefühle” nach ;-)

Dezembergeschichte

“Alle Jahre wieder” heißt meine neue Kurzprosa zu Donnas Scheibprojekt im Dezember. Kommt mit etwas Verzögerung wegen Erkrankung, aber hier ist sie nun: Klick

Öland – Buchrezension

Öland ist eine schwedische Ostseeinsel in der Provinz Kalmar. Sie ist erst seit 1973 mit dem Festland durch die sechs Kilometer lange Ölandbrücke verbunden.

Öland ist auch der Titel eines Kriminalromanes, den ich gerade zu Ende gelesen habe. Ich schreibe mal bewußt nicht “Krimi”, weil für mich der Roman, die Geschichte als solche, das Wichtigste ist. Ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Öland ist der erste Kriminalroman von Johan Theorin, 1963 in Göteborg geboren, der bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde.  Es geht um das Verschwinden eines kleinen Jungen in den 70ziger Jahren, das plötzlich mit  lang zurückliegenden Verbrechen in Verbindung gebracht wird und mit einem Mörder, der eigentlich auf einem kleinen Friedhof in Öland begraben sein sollte. Der Autor versteht es wunderbar die Spannung bis zum Ende durchzuhalten, das dann zudem nochmal sehr überraschend alle Rätsel auflöst. Ein bisschen findet sich auch in diesem Roman die typische Düsternis schwedischer Romane wieder, aber bei weitem weniger als wir es von anderen Autoren gewöhnt sind – das empfinde ich als ausgesprochen angenehm. Ebenfalls dass auf blutrünstige Schilderungen verzichtet wird, die hier aber auch völlig unnötig wären. Der Roman beleuchtet auch die Gefühle einer Mutter, deren Kind verschwunden ist und die nie darüber hinweg gekommen ist, weil ihr jede Gewissheit fehlt, ebenso das Leben ihres Vaters, der in einem Altersheim lebt und jede Möglichkeit ergreift, die Abwechslung in seinen gleichförmigen Alltag bringt. Nein, düster ist das Buch eigentlich nicht, eher etwas melancholisch aber unglaublich gut!

Bewertung daher:

favoritsmiliy

Damals & Heute

Das dritte Thema bei Elke Zedlitz’ Projekt “Damals & Heute” heißt:
Radio – Fernsehen – Kino

Hattet ihr (eure Eltern/ Großeltern) einen Fernseher? Wann zog die Farbe in den Kasten ein? Was habt ihr damals gerne gesehen und was schaut ihr euch heute an? Wie hat sich das Fernsehprogramm im Laufe der Jahre entwickelt? Hattet ihr ein eigenes Radio? Läuft es immer oder eher selten? Hört ihr lieber die neusten Songs oder die besten Hit’s der 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre? Wie oft seid ihr damals ins Kino gegangen? Geht ihr heute auch gerne ins Kino? Welche Filme sind euch besonders in Erinnerung geblieben? Und welchen Film habt ihr erst kürzlich gesehen?
Das passt perfekt zu meinen Gedanken, die ich in diesen Tagen zur Beschleunigung (in) unserer Zeit habe.

Ein Radio – ja, das gab es so lange ich zurückdenken kann. Das war so ein Teil – man hätte es fast schon als Musikcenter bezeichnen können – das stand im Wohnzimmer. Es war aus Wurzelholz, braun glänzend und man konnte damit UKW, Mittel- und Kurzwelle empfangen. Aber richtig was zu hören gab’s im Grunde nur auf UKW – der Ultrakurzwelle, falls jemand der jüngeren Generation mit UKW nichts mehr anfangen kann. Auf Mittelwelle kam gerade mal der AFN, auf Kurzwelle nur Rauschen. Klickt mal auf diesen Link HIER – ja so das aus.  AFN ist die Abkürzung für American Forces Network, dem Sender der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland. Hier gab es flotte Musik (von der älteren Generation gerne auch “Negermusik” genannt), zunächst in englischer Sprache, später auch – meine ich zumindest – auf deutsch. Einer der ersten mir im Gedächtnis gebliebenen Radiomoderatoren war Chris Howland, der dann in den Sechzigern eine der ersten Schlagersendungen im Ersten Fernsehprogramm moderierte: Musik aus Studio B.

Unter dem Rundfunkempfänger stand der Plattenspieler, auf man die ersten Vinylplatten in der 45ziger (Singles)  und 33ziger (Langspielplatten) Geschwindigkeit abspielen konnte aber auch noch mit der 78ziger Geschwindigkeit die alten Schellackplatten, die man um nichts in der Welt hinfallen lassen durfte. Überhaupt waren die Schallplatten sehr sorgsam zu behandeln, da sie leicht verkratzten und ebenso sorgsam ging man mit der(Diamant-) Nadel um, die die Rillen abtastete. Mein siebzehn Jahre älterer Bruder und meine Mutter liebten Oper und Operette. So wuchs ich als Kind mit Anneliese Rothenberger und Rudolf  Schock im Ohr auf und konnte viele Opernarien mitsingen.  Dagegen bekam ich Samstag nachmittags im Garten aus einem kleinen Transistorradio die Fußballspiele mit, denen mein Vater den Vorzug gab.

elkeradio

Ich habe mal alte Fotos durchwühlt, aber keines gefunden, auf denen unser Radio wirklich gut zu erkennen gewesen wäre. Es stand halt nicht dort, wo wir  saßen, wenn wir fotografiert wurden. Hier kann man es andeutungsweise hinter meinem Kopf erkennen. Das war Weihnachten 1958, ich war fünfeinhalb Jahre alt. Wie hatten nie ein anderes Radio. Als meine Mutter Mitte der Neunziger starb, hatte sie es immer noch.

Mein Vater (Jahrgang 1909) bekam zum fünfzigsten Geburtstag von der Firma (er war Geschäftsführer von Sport-Pröstler in Frankfurt) den ersten S/W – Fernseher geschenkt. Das war dann natürlich eine kleine Sensation. Es gab zwar nur ein Programm, aber immerhin konnte man schon mal was gucken.  Zehn Jahre später zum Sechzigsten (und leider starb er bereits ein Jahr später) schenkte man ihm den Farbfernseher.  Einige Sendungen, die mir im Gedächtnis geblieben sind:  Einer wird Gewinnen mit Hans Joachim Kulenkampf, Der Blaue Bock mit Heinz Schenk, natürlich die Firma bzw. Familie Hesselbach mit Rolf  Schmitt und Liesel Christ bzw. Lia Wöhr. Dann natürlich die ersten (Kinder-) Serien wie Lassie, Fury oder  auch Bonaza.

Da ich schon sehr früh anfing in den Schulferien zu arbeiten – Taschengeld gab’ so gut wie keines – konnte ich mir als Teenager dann irgendwann ein eigenes kleines Musikcenter kaufen und ein Tonbandgerät. Das waren diese großen Dinger mit den Spulen. Wie oft habe ich aus dem Radio die Hitparaden  der 60ziger Jahre mitgeschnitten und mich halb tot geärgert, wenn die Radiomoderatoren reinquatschten. Irgendwann kamen dann die Kassettengeräte auf, die natürlich viel handlicher waren. Lange dachten wir, das sei nun das Nonplusultra: LPs und Musikkassetten. Ich weiß noch gut, wie mein Mann und ich Ende der Siebziger oder Anfang der 80ziger seinen Bruder in Berlin besuchten und wir dort den ersten Radiorecorder mit CD Player sahen. Mein Schwager, der als Musiker (und Zahnarzt) bei solchen Dingen immer vorne mit dabei war, meinte nur, dass sich diese silbernen Scheibchen wohl kaum durchsetzen würden. Schließlich hatte man damals längst eine große LP Sammlung und wer würde da schon auf die Silberlinge umsteigen wollen? Wie sehr hat er sich da geirrt! Und mittlerweile sind wir bei den mp3-playern angekommen, bei DVD, HD, Blue Ray und was weiß ich noch nicht alles.  Ehrlich – allmählich blick ich nicht mehr durch.

Dieses war der 1. Teil ;-)    Zu Film und Kino bzw. meinem Fernseh- und Musikgeschmack komme ich demnächst in einem zweiten Teil.

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Damals & Heute: Auto & Verkehr