Elke Zedlitz schreibt zum neuen Thema: “Briefe, Telefon und E-Mail sind sehr unterschiedliche Kommunikationsmittel – auch im zeitlichen Rahmen.
Hattet ihr oder eure Eltern/Großeltern damals ein Telefon? Wozu nutzt ihr heute hauptsächlich das Telefon (private Gespräche und/oder Behördenkram)? Habt ihr ein Handy und wenn ja, was muss es können? Erinnert ihr euch an Telefonstreiche? Hattet ihr früher Brieffreunde, habt ihr viel geschrieben? Schreibt ihr auch heute gerne Briefe? Und wenn ja, dann per Hand oder am PC, oder kommt es auf den Anlass an?”
Das ist Stoff für einen interessanten Rückblick. In meinem Elternhaus – erbaut 1927 – gab es in meiner Kindheit zunächst mal kein Telefon. Wir haben es auch selten vermisst. Es gehörte einfach nicht zum Alltag dazu. Das nächste erreichbare Telefon war ein paar Häuser weiter in einem Tante Emma Laden. Obwohl man für’s Telefonieren bezahlen musste, sahen die Leute es nicht so gerne, wenn man diesen Wunsch anmeldete. Service für den Kunden wurde also auch damals nicht unbedingt groß geschrieben. Im Nachhinein hatte ich manchmal den Eindruck, als hätte man Angst gehabt, das Telefon könnte sich abnutzen. Aber was gab’s auch schon groß zu telefonieren? Doch höchstens, wenn man mal den Arzt rufen musste. Kinder wären im Traum nicht darauf gekommen sich per Telefon zum Spielen zu verabreden. Das tat man auf dem Heimweg von der Schule oder man ging nach den Hausaufgaben einfach zum nächsten “Spielplatz” – also der Stelle, wo sich die Jugend halt so traf. Erwachsene trafen sich beim Einkaufen oder in der Dorfkneipe oder hatten ihren festgelegten wöchentlichen Rommé – Skat- oder sonstigen Spieleabend.
Und natürlich schrieb man Briefe an entferntere Verwandte und Postkarten aus dem Urlaub. Schönes Briefpapier war lange Zeit für mich etwas sehr erstrebenswertes. Da konnte man diese dünnen Päckchen kaufen mit bedrucktem Papier und farblich passenden Umschlägen. Da habe ich noch jedes Wort sorgfältig und in Schönschrift geschrieben. Welch ein Verlust, wenn man sich verschrieb und das teure Papier wegwerfen musste!
Das erste Telefon war so ein hellgraues Teil aus Bakelit (oder war es doch schon ein moderner Kunststoff?) mit Wählscheibe und stand in unserem Flur auf einem an der Wand angebrachten Telefontischchen. Ich glaube, meine Mutter hatte das noch bis zu ihrem Tod in den Neunziger Jahren, während mein Mann und ich dann schon ein grünes mit Tasten besaßen.
So in etwa hat es ausgesehen
Um sich die Zeit meiner Kindheit mal vorzustellen . . .
Da gab’s gerade mal eine Musiktruhe und später noch einen S/W-Fernseher
Der Typ mit der Elvistolle ist mein großer Bruder
Beim Telefon hat sich ja in den letzten 25 Jahren enorm viel getan. Die ersten Handys habe ich wohl im Fernsehn registriert. Ich habe nie viel ferngesehen, aber ich weiß noch wie heute, wie futuristisch es mir erschien, dass in der amerikanischen Serie “Der Sentinel” die Hauptperson irgendwas an bzw. hinter dem Ohr hatte und sich damit verständigen konnte. Da der Sentinel eh übersinnliche Fähigkeiten besaß, hätte ich mir damals nicht träumen lassen, dass nach der Jahrtausendwende “Blue Tooth” plötzlich allgegenwärtig sein würde. Heute ist es ja normal, wenn in den Straßen die Leute vor sich hin brabbelnd unterwegs sind. Früher hätte man sich über die erschreckend hohe Anzahl von Debilen Sorgen gemacht.
Ich bin ein ziemlicher Handyverweigerer. Ich besitze zwar eins, aber ich benutze es so gut wie nie. Es ist ein Teil, das meinem Sicherheitsbedürfnis entgegenkommt. Es ist einfach in meiner Handtasche drin oder wenn ich Laufen geh in der Tasche des Jogginganzugs – das ist alles. Auch normales Telefonieren zum Zweck der Unterhaltung ist überhaupt nicht mein Ding. Zum Vereinbaren von Terminen ist es allerdings in der heutigen Zeit auch für mich unverzichtbar geworden. Man kann ja nirgendwo mehr hingehen ohne vorher einen Termin vereinbart zu haben – fürchterlich!
Briefe schreibe ich – per Hand auf schönes Papier – so gut wie gar nicht mehr. Aber das liegt an meiner Handschrift. Die habe ich mir während des Studiums beim stundenlangen schnellen Mitschreiben in den Vorlesungen restlos verdorben. Meist sind es Briefe offiziellen Inhaltes, die bei mir noch mit der normalen Post das Haus verlassen und die sind dann mit dem PC geschrieben. Und wenn ich mal private Briefe schreibe – einige von euch wissen das – dann schreibe ich die auch auf dem PC, such mir aber eine schöne Schreibschrift dafür aus. Nur die Unterschrift ist dann “echt Elke”.
Kommunikationszentrale heute
Das meiste wickle ich heute über Email ab. In der Praxis hatte ich ein Faxgerät, das ich manchmal privat vermisse. Denn gerade Handwerker, mit denen man kommuniziert, verweisen einen gerne auf das Fax. Die Internet- und Email-Zeit ist bei vielen Kleinbetrieben noch nicht so richtig angekommen. Dank meines an moderner Technik schon immer interessierten Mannes, bin ich mit Computern und Internet schon lange vertraut. Irgendwann in den späten Achtzigern hatte ich in der Praxis bereits den ersten PC und auch die erste Internetpräsenz – die Doc-Heinze Webseite. Das war etliche Jahre bevor das PC Zeitalter bei anderen Ärzten Einzug hielt. Und ich war bald heilfroh darüber. Je komplizierter unser Gesundheitssystem wurde, um so weniger hätte ich darauf verzichten mögen. Aber das ist ein anderes Thema.
Ah – was mir eben noch einfällt: das Telegramm! Ich kann mich erinnern, dass wir hin und wieder zu besonderen Gelegenheiten diese Schmucktelegramme bekamen. Ich habe gerade nachgelesen, dass es sogar heute noch Telegramme gibt, obwohl sie kaum noch genutzt werden. Das war für mich als Kind immer etwas ganz besonderes. So ein Telegramm hatte was von großer, weiter Welt.
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Hallo Elke
! Ich schreibe zwar noch immer gerne handschriftlich Briefe, wenn auch mit mehr Mühe, da die Finger nicht mehr so wollen…. Handy ist ebenfalls vorhanden, aber meistens ausgeschaltet und wird nur benutzt, wenn “ich” es will…Brieffreund/innen waren anno dazumal aktuell, heute ist es blogen
!! Kommunikation war, ist und bleibt wichtig, auf welche Art und Weise auch immer.
dieser ganze Beitrag kommt mir ebenfalls sehr vertraut vor, wahrscheinlich sind wir auch etwa zur gleichen Zeit “gross” geworden
Liebe Grüsse,
Barbara
Schöner Eintrag, Elke.
“Die guten alten Zeiten”, ha ha.
Man muss auch heute noch ab und zu einen Brief per Hand schreiben und ich versuche dann langsam und sauber genug zu schreiben, damit sich keiner bei meiner normalen Sauklaue beim Lesen anstrengen muss. E-mail heute selbstverständlich und teilweise schreibe ich auch persönliche Brief mit dem PC, weil ich da Bilder einfügen kann, was die ganze Sache interessanter macht.
Ah, die ersten Handys bei uns Cells genannt. Mein Boss brauchte unbedingt so ein Ding, das nicht nur groß und schwer war und auf jeden Fall unhandy.
LG KH.
Sehr interessant, dieser Blick in die Vergangenheit. So ungefähr war das auch meine Kindheit. Besonders die Fotos kommen mir von der Einrichtung und vom Stil her sehr bekannt vor.
Ist schon ein bisschen merkwürdig. Als es die Handys noch nicht gab, sie nicht so verbreitet, oder zu teuer waren, da hat die Kommunikation auch geklappt. Man ging einfach zur Telefonzelle. Heute undenkbar geworden…
Dein Bericht ist eine sehr schöne, leserliche und verständliche Zeitreise ohne Schnörkel, die einfach nur passt.
Sei lieb gegrüßt
Kvelli
@Nordstar-Elke: Danke – ja klar, 1024 x 768 ist optimal.
Liebe Elke,
Sehr schön beschrieben das Heute & Damals der Kommunkation.
Ich habe meins noch nicht geschrieben werde aber versuchen
diesmal ein wenig schneller zu sein:-)
Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende
wünscht Elke (nordstar)
P.S. du darfst es für deinen Desktop nehmen.
Es giebt es ja auch in gross wenn du aufs Foto klickst.
@Ocean: Na sowas, dass du die Marke erkannt hast, hab sie doch extra verwischt *gg*. Also nach dem Flightmodus darfst du mich nicht fragen, im Flugzeug habe ich das Handy immer aus. Aber das funktioniert wohl so, dass das Handy z.B. SMSse empfangen kann. Denn telefonieren darf man ja im Allgemeinen nicht.
@Brigitte: Schön dass du da bist! Danke für den Gegenbesuch.
Hallo Elke
Danke für deinen Besuch bei mir, hab mich über deinen Kommentar sehr gefreut.
Ja ich bin auch Handyverweigerer, ich möchte und muss nicht immer erreichbar sein.
Deine Bilder sind sehr schön, so ähnlich sieht das in meinen uralt Alben auch aus, und meist steht auch irgendwo noch der Weihnachtsbaum …
Wünsch dir ein wunderschönes Wochenende
Liebe Grüsse
Brigitte
Huhuu liebe Elke,
das fand ich jetzt hochspannend zu lesen .. und die heimeligen Familienbilder von dir – klasse!
Ich glaube ..ehe ich jetzt deine Kommentarfunktion zu dem Thema sprenge, werde ich mir das mal für den kommenden Montag als Thema vornehmen .. ist ein bisschen heikel, weil es wie schon öfters angedeutet, bei uns in der Familie desöfteren Anlaß zu massivstem Streit bot .. doch, darüber verfasse ich einen Artikel. Allerdings habe ich mangels Material kein altes Foto – und könnte höchstens mein jetziges Handy knipsen, dieselbe Marke wie deins übrigens
was ist denn der Flight Modus für einer? leise gestellt?
ich hab immer nur entweder “Meeting”, das heisst stumm, oder normal.
So langsam geht aber der Akku in die Knie ..das Teil ist grad mal gut 1 1/2 Jahre in Gebrauch. Eins glaub ich sicher: die Geräte von früher waren langlebiger. Meine Eltern haben sage und schreibe noch einen Eisschrank von 1967 .. funktioniert prima und muss so gut wie nie abgetaut werden. Naja *g*
Dir ein wunderschönes Wochenende
ganz liebe Grüsse,
Ocean