Das dritte Thema bei Elke Zedlitz’ Projekt “Damals & Heute” heißt:
Radio – Fernsehen – Kino
Hattet ihr (eure Eltern/ Großeltern) einen Fernseher? Wann zog die Farbe in den Kasten ein? Was habt ihr damals gerne gesehen und was schaut ihr euch heute an? Wie hat sich das Fernsehprogramm im Laufe der Jahre entwickelt? Hattet ihr ein eigenes Radio? Läuft es immer oder eher selten? Hört ihr lieber die neusten Songs oder die besten Hit’s der 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre? Wie oft seid ihr damals ins Kino gegangen? Geht ihr heute auch gerne ins Kino? Welche Filme sind euch besonders in Erinnerung geblieben? Und welchen Film habt ihr erst kürzlich gesehen?
Das passt perfekt zu meinen Gedanken, die ich in diesen Tagen zur Beschleunigung (in) unserer Zeit habe.
Ein Radio – ja, das gab es so lange ich zurückdenken kann. Das war so ein Teil – man hätte es fast schon als Musikcenter bezeichnen können – das stand im Wohnzimmer. Es war aus Wurzelholz, braun glänzend und man konnte damit UKW, Mittel- und Kurzwelle empfangen. Aber richtig was zu hören gab’s im Grunde nur auf UKW – der Ultrakurzwelle, falls jemand der jüngeren Generation mit UKW nichts mehr anfangen kann. Auf Mittelwelle kam gerade mal der AFN, auf Kurzwelle nur Rauschen. Klickt mal auf diesen Link HIER – ja so das aus. AFN ist die Abkürzung für American Forces Network, dem Sender der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland. Hier gab es flotte Musik (von der älteren Generation gerne auch “Negermusik” genannt), zunächst in englischer Sprache, später auch – meine ich zumindest – auf deutsch. Einer der ersten mir im Gedächtnis gebliebenen Radiomoderatoren war Chris Howland, der dann in den Sechzigern eine der ersten Schlagersendungen im Ersten Fernsehprogramm moderierte: Musik aus Studio B.
Unter dem Rundfunkempfänger stand der Plattenspieler, auf man die ersten Vinylplatten in der 45ziger (Singles) und 33ziger (Langspielplatten) Geschwindigkeit abspielen konnte aber auch noch mit der 78ziger Geschwindigkeit die alten Schellackplatten, die man um nichts in der Welt hinfallen lassen durfte. Überhaupt waren die Schallplatten sehr sorgsam zu behandeln, da sie leicht verkratzten und ebenso sorgsam ging man mit der(Diamant-) Nadel um, die die Rillen abtastete. Mein siebzehn Jahre älterer Bruder und meine Mutter liebten Oper und Operette. So wuchs ich als Kind mit Anneliese Rothenberger und Rudolf Schock im Ohr auf und konnte viele Opernarien mitsingen. Dagegen bekam ich Samstag nachmittags im Garten aus einem kleinen Transistorradio die Fußballspiele mit, denen mein Vater den Vorzug gab.

Ich habe mal alte Fotos durchwühlt, aber keines gefunden, auf denen unser Radio wirklich gut zu erkennen gewesen wäre. Es stand halt nicht dort, wo wir saßen, wenn wir fotografiert wurden. Hier kann man es andeutungsweise hinter meinem Kopf erkennen. Das war Weihnachten 1958, ich war fünfeinhalb Jahre alt. Wie hatten nie ein anderes Radio. Als meine Mutter Mitte der Neunziger starb, hatte sie es immer noch.
Mein Vater (Jahrgang 1909) bekam zum fünfzigsten Geburtstag von der Firma (er war Geschäftsführer von Sport-Pröstler in Frankfurt) den ersten S/W – Fernseher geschenkt. Das war dann natürlich eine kleine Sensation. Es gab zwar nur ein Programm, aber immerhin konnte man schon mal was gucken. Zehn Jahre später zum Sechzigsten (und leider starb er bereits ein Jahr später) schenkte man ihm den Farbfernseher. Einige Sendungen, die mir im Gedächtnis geblieben sind: Einer wird Gewinnen mit Hans Joachim Kulenkampf, Der Blaue Bock mit Heinz Schenk, natürlich die Firma bzw. Familie Hesselbach mit Rolf Schmitt und Liesel Christ bzw. Lia Wöhr. Dann natürlich die ersten (Kinder-) Serien wie Lassie, Fury oder auch Bonaza.
Da ich schon sehr früh anfing in den Schulferien zu arbeiten – Taschengeld gab’ so gut wie keines – konnte ich mir als Teenager dann irgendwann ein eigenes kleines Musikcenter kaufen und ein Tonbandgerät. Das waren diese großen Dinger mit den Spulen. Wie oft habe ich aus dem Radio die Hitparaden der 60ziger Jahre mitgeschnitten und mich halb tot geärgert, wenn die Radiomoderatoren reinquatschten. Irgendwann kamen dann die Kassettengeräte auf, die natürlich viel handlicher waren. Lange dachten wir, das sei nun das Nonplusultra: LPs und Musikkassetten. Ich weiß noch gut, wie mein Mann und ich Ende der Siebziger oder Anfang der 80ziger seinen Bruder in Berlin besuchten und wir dort den ersten Radiorecorder mit CD Player sahen. Mein Schwager, der als Musiker (und Zahnarzt) bei solchen Dingen immer vorne mit dabei war, meinte nur, dass sich diese silbernen Scheibchen wohl kaum durchsetzen würden. Schließlich hatte man damals längst eine große LP Sammlung und wer würde da schon auf die Silberlinge umsteigen wollen? Wie sehr hat er sich da geirrt! Und mittlerweile sind wir bei den mp3-playern angekommen, bei DVD, HD, Blue Ray und was weiß ich noch nicht alles. Ehrlich – allmählich blick ich nicht mehr durch.
Dieses war der 1. Teil
Zu Film und Kino bzw. meinem Fernseh- und Musikgeschmack komme ich demnächst in einem zweiten Teil.
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So in etwa hat es ausgesehen
Um sich die Zeit meiner Kindheit mal vorzustellen . . .
Kommunikationszentrale heute
aber vielleicht nicht für Jeden, kommt ein bisschen auf die Leseinteressen an!

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