“Alle Jahre wieder” heißt meine neue Kurzprosa zu Donnas Scheibprojekt im Dezember. Kommt mit etwas Verzögerung wegen Erkrankung, aber hier ist sie nun: Klick
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Das dritte Thema bei Elke Zedlitz’ Projekt “Damals & Heute” heißt:
Radio – Fernsehen – Kino
Hattet ihr (eure Eltern/ Großeltern) einen Fernseher? Wann zog die Farbe in den Kasten ein? Was habt ihr damals gerne gesehen und was schaut ihr euch heute an? Wie hat sich das Fernsehprogramm im Laufe der Jahre entwickelt? Hattet ihr ein eigenes Radio? Läuft es immer oder eher selten? Hört ihr lieber die neusten Songs oder die besten Hit’s der 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre? Wie oft seid ihr damals ins Kino gegangen? Geht ihr heute auch gerne ins Kino? Welche Filme sind euch besonders in Erinnerung geblieben? Und welchen Film habt ihr erst kürzlich gesehen?
Das passt perfekt zu meinen Gedanken, die ich in diesen Tagen zur Beschleunigung (in) unserer Zeit habe.
Ein Radio – ja, das gab es so lange ich zurückdenken kann. Das war so ein Teil – man hätte es fast schon als Musikcenter bezeichnen können – das stand im Wohnzimmer. Es war aus Wurzelholz, braun glänzend und man konnte damit UKW, Mittel- und Kurzwelle empfangen. Aber richtig was zu hören gab’s im Grunde nur auf UKW – der Ultrakurzwelle, falls jemand der jüngeren Generation mit UKW nichts mehr anfangen kann. Auf Mittelwelle kam gerade mal der AFN, auf Kurzwelle nur Rauschen. Klickt mal auf diesen Link HIER – ja so das aus. AFN ist die Abkürzung für American Forces Network, dem Sender der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland. Hier gab es flotte Musik (von der älteren Generation gerne auch “Negermusik” genannt), zunächst in englischer Sprache, später auch – meine ich zumindest – auf deutsch. Einer der ersten mir im Gedächtnis gebliebenen Radiomoderatoren war Chris Howland, der dann in den Sechzigern eine der ersten Schlagersendungen im Ersten Fernsehprogramm moderierte: Musik aus Studio B.
Unter dem Rundfunkempfänger stand der Plattenspieler, auf man die ersten Vinylplatten in der 45ziger (Singles) und 33ziger (Langspielplatten) Geschwindigkeit abspielen konnte aber auch noch mit der 78ziger Geschwindigkeit die alten Schellackplatten, die man um nichts in der Welt hinfallen lassen durfte. Überhaupt waren die Schallplatten sehr sorgsam zu behandeln, da sie leicht verkratzten und ebenso sorgsam ging man mit der(Diamant-) Nadel um, die die Rillen abtastete. Mein siebzehn Jahre älterer Bruder und meine Mutter liebten Oper und Operette. So wuchs ich als Kind mit Anneliese Rothenberger und Rudolf Schock im Ohr auf und konnte viele Opernarien mitsingen. Dagegen bekam ich Samstag nachmittags im Garten aus einem kleinen Transistorradio die Fußballspiele mit, denen mein Vater den Vorzug gab.

Ich habe mal alte Fotos durchwühlt, aber keines gefunden, auf denen unser Radio wirklich gut zu erkennen gewesen wäre. Es stand halt nicht dort, wo wir saßen, wenn wir fotografiert wurden. Hier kann man es andeutungsweise hinter meinem Kopf erkennen. Das war Weihnachten 1958, ich war fünfeinhalb Jahre alt. Wie hatten nie ein anderes Radio. Als meine Mutter Mitte der Neunziger starb, hatte sie es immer noch.
Mein Vater (Jahrgang 1909) bekam zum fünfzigsten Geburtstag von der Firma (er war Geschäftsführer von Sport-Pröstler in Frankfurt) den ersten S/W – Fernseher geschenkt. Das war dann natürlich eine kleine Sensation. Es gab zwar nur ein Programm, aber immerhin konnte man schon mal was gucken. Zehn Jahre später zum Sechzigsten (und leider starb er bereits ein Jahr später) schenkte man ihm den Farbfernseher. Einige Sendungen, die mir im Gedächtnis geblieben sind: Einer wird Gewinnen mit Hans Joachim Kulenkampf, Der Blaue Bock mit Heinz Schenk, natürlich die Firma bzw. Familie Hesselbach mit Rolf Schmitt und Liesel Christ bzw. Lia Wöhr. Dann natürlich die ersten (Kinder-) Serien wie Lassie, Fury oder auch Bonaza.
Da ich schon sehr früh anfing in den Schulferien zu arbeiten – Taschengeld gab’ so gut wie keines – konnte ich mir als Teenager dann irgendwann ein eigenes kleines Musikcenter kaufen und ein Tonbandgerät. Das waren diese großen Dinger mit den Spulen. Wie oft habe ich aus dem Radio die Hitparaden der 60ziger Jahre mitgeschnitten und mich halb tot geärgert, wenn die Radiomoderatoren reinquatschten. Irgendwann kamen dann die Kassettengeräte auf, die natürlich viel handlicher waren. Lange dachten wir, das sei nun das Nonplusultra: LPs und Musikkassetten. Ich weiß noch gut, wie mein Mann und ich Ende der Siebziger oder Anfang der 80ziger seinen Bruder in Berlin besuchten und wir dort den ersten Radiorecorder mit CD Player sahen. Mein Schwager, der als Musiker (und Zahnarzt) bei solchen Dingen immer vorne mit dabei war, meinte nur, dass sich diese silbernen Scheibchen wohl kaum durchsetzen würden. Schließlich hatte man damals längst eine große LP Sammlung und wer würde da schon auf die Silberlinge umsteigen wollen? Wie sehr hat er sich da geirrt! Und mittlerweile sind wir bei den mp3-playern angekommen, bei DVD, HD, Blue Ray und was weiß ich noch nicht alles. Ehrlich – allmählich blick ich nicht mehr durch.
Dieses war der 1. Teil
Zu Film und Kino bzw. meinem Fernseh- und Musikgeschmack komme ich demnächst in einem zweiten Teil.
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8. November: Sorry – alle Türchen sind vergeben!
Das hier ist ein Projekt aus dem MainZauber Hauptblog! Aber ich dachte, vielleicht möchte ja auch jemand aus dem eher literarischen Sektor daran teilnehmen. Ich würde mich freuen.
Hallo ihr Lieben! Die Idee ist nicht neu, einige hatten sie auch schon in diesem Jahr früher als ich, aber soweit ich sehen kann, gibt es in meiner Blogroll und darüber hinaus durchaus noch Leute, die vielleicht an einem Adventskalender 2009 mitmachen möchten. Früher hatte ja fast jeder, der über eine Homepage verfügt, auch automatisch einen Adventskalender im Angebot, das war schön aber irgendwie auch zuviel – zuviel Mühe für den Einzelnen, zuviel zum Lesen für die Freunde ringsum. Deshalb finde ich, dass in Zeiten der internetten Vernetzung gemeinsame Adventskalender wirklich was für sich haben. Wer nur einen Tag gestalten muss, macht das sicher auch mit sehr viel mehr Begeisterung als wenn 24 Tage gefüllt werden müssen.
Der Button kann für den eigenen Blog gerne mitgenommen werden.
Elke Zedlitz schreibt zum neuen Thema: “Briefe, Telefon und E-Mail sind sehr unterschiedliche Kommunikationsmittel – auch im zeitlichen Rahmen.
Hattet ihr oder eure Eltern/Großeltern damals ein Telefon? Wozu nutzt ihr heute hauptsächlich das Telefon (private Gespräche und/oder Behördenkram)? Habt ihr ein Handy und wenn ja, was muss es können? Erinnert ihr euch an Telefonstreiche? Hattet ihr früher Brieffreunde, habt ihr viel geschrieben? Schreibt ihr auch heute gerne Briefe? Und wenn ja, dann per Hand oder am PC, oder kommt es auf den Anlass an?”
Das ist Stoff für einen interessanten Rückblick. In meinem Elternhaus – erbaut 1927 – gab es in meiner Kindheit zunächst mal kein Telefon. Wir haben es auch selten vermisst. Es gehörte einfach nicht zum Alltag dazu. Das nächste erreichbare Telefon war ein paar Häuser weiter in einem Tante Emma Laden. Obwohl man für’s Telefonieren bezahlen musste, sahen die Leute es nicht so gerne, wenn man diesen Wunsch anmeldete. Service für den Kunden wurde also auch damals nicht unbedingt groß geschrieben. Im Nachhinein hatte ich manchmal den Eindruck, als hätte man Angst gehabt, das Telefon könnte sich abnutzen. Aber was gab’s auch schon groß zu telefonieren? Doch höchstens, wenn man mal den Arzt rufen musste. Kinder wären im Traum nicht darauf gekommen sich per Telefon zum Spielen zu verabreden. Das tat man auf dem Heimweg von der Schule oder man ging nach den Hausaufgaben einfach zum nächsten “Spielplatz” – also der Stelle, wo sich die Jugend halt so traf. Erwachsene trafen sich beim Einkaufen oder in der Dorfkneipe oder hatten ihren festgelegten wöchentlichen Rommé – Skat- oder sonstigen Spieleabend.
Und natürlich schrieb man Briefe an entferntere Verwandte und Postkarten aus dem Urlaub. Schönes Briefpapier war lange Zeit für mich etwas sehr erstrebenswertes. Da konnte man diese dünnen Päckchen kaufen mit bedrucktem Papier und farblich passenden Umschlägen. Da habe ich noch jedes Wort sorgfältig und in Schönschrift geschrieben. Welch ein Verlust, wenn man sich verschrieb und das teure Papier wegwerfen musste!
Das erste Telefon war so ein hellgraues Teil aus Bakelit (oder war es doch schon ein moderner Kunststoff?) mit Wählscheibe und stand in unserem Flur auf einem an der Wand angebrachten Telefontischchen. Ich glaube, meine Mutter hatte das noch bis zu ihrem Tod in den Neunziger Jahren, während mein Mann und ich dann schon ein grünes mit Tasten besaßen.
So in etwa hat es ausgesehen
Um sich die Zeit meiner Kindheit mal vorzustellen . . .
Da gab’s gerade mal eine Musiktruhe und später noch einen S/W-Fernseher
Der Typ mit der Elvistolle ist mein großer Bruder
Beim Telefon hat sich ja in den letzten 25 Jahren enorm viel getan. Die ersten Handys habe ich wohl im Fernsehn registriert. Ich habe nie viel ferngesehen, aber ich weiß noch wie heute, wie futuristisch es mir erschien, dass in der amerikanischen Serie “Der Sentinel” die Hauptperson irgendwas an bzw. hinter dem Ohr hatte und sich damit verständigen konnte. Da der Sentinel eh übersinnliche Fähigkeiten besaß, hätte ich mir damals nicht träumen lassen, dass nach der Jahrtausendwende “Blue Tooth” plötzlich allgegenwärtig sein würde. Heute ist es ja normal, wenn in den Straßen die Leute vor sich hin brabbelnd unterwegs sind. Früher hätte man sich über die erschreckend hohe Anzahl von Debilen Sorgen gemacht.
Ich bin ein ziemlicher Handyverweigerer. Ich besitze zwar eins, aber ich benutze es so gut wie nie. Es ist ein Teil, das meinem Sicherheitsbedürfnis entgegenkommt. Es ist einfach in meiner Handtasche drin oder wenn ich Laufen geh in der Tasche des Jogginganzugs – das ist alles. Auch normales Telefonieren zum Zweck der Unterhaltung ist überhaupt nicht mein Ding. Zum Vereinbaren von Terminen ist es allerdings in der heutigen Zeit auch für mich unverzichtbar geworden. Man kann ja nirgendwo mehr hingehen ohne vorher einen Termin vereinbart zu haben – fürchterlich!
Briefe schreibe ich – per Hand auf schönes Papier – so gut wie gar nicht mehr. Aber das liegt an meiner Handschrift. Die habe ich mir während des Studiums beim stundenlangen schnellen Mitschreiben in den Vorlesungen restlos verdorben. Meist sind es Briefe offiziellen Inhaltes, die bei mir noch mit der normalen Post das Haus verlassen und die sind dann mit dem PC geschrieben. Und wenn ich mal private Briefe schreibe – einige von euch wissen das – dann schreibe ich die auch auf dem PC, such mir aber eine schöne Schreibschrift dafür aus. Nur die Unterschrift ist dann “echt Elke”.
Kommunikationszentrale heute
Das meiste wickle ich heute über Email ab. In der Praxis hatte ich ein Faxgerät, das ich manchmal privat vermisse. Denn gerade Handwerker, mit denen man kommuniziert, verweisen einen gerne auf das Fax. Die Internet- und Email-Zeit ist bei vielen Kleinbetrieben noch nicht so richtig angekommen. Dank meines an moderner Technik schon immer interessierten Mannes, bin ich mit Computern und Internet schon lange vertraut. Irgendwann in den späten Achtzigern hatte ich in der Praxis bereits den ersten PC und auch die erste Internetpräsenz – die Doc-Heinze Webseite. Das war etliche Jahre bevor das PC Zeitalter bei anderen Ärzten Einzug hielt. Und ich war bald heilfroh darüber. Je komplizierter unser Gesundheitssystem wurde, um so weniger hätte ich darauf verzichten mögen. Aber das ist ein anderes Thema.
Ah – was mir eben noch einfällt: das Telegramm! Ich kann mich erinnern, dass wir hin und wieder zu besonderen Gelegenheiten diese Schmucktelegramme bekamen. Ich habe gerade nachgelesen, dass es sogar heute noch Telegramme gibt, obwohl sie kaum noch genutzt werden. Das war für mich als Kind immer etwas ganz besonderes. So ein Telegramm hatte was von großer, weiter Welt.
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