Bonames
Von allen nördlichen Stadtteilen bin ich am häufigsten in Bonames. Trotzdem kann ich bisher nicht behaupten, dass ich diesen Stadtteil wirklich kenne. Mein eigentliches Ziel dort ist nämlich seit Jahren der Alte Flugplatz. Und um ihn wird es hier zunächst mal gehen. Bonames gehört schon recht lange – seit 1910 – zu Frankfurt am Main und liegt an der Nidda. Im Bereich des Alten Flugplatzes gibt es neuerdings die Robert-Gernhartbrücke mit dem Frankfurter GrünGürtel-Tier - eine echte Attraktion.
Robert-Gernhardt-Brücke mit GrünGürtel-Tier
Die Figur wurde im Jahr 2001 vom Frankfurter Schriftsteller, Dichter,
Maler und Zeichner Robert Gernhardt entworfen (2006 leider verstorben)
(Für größer bitte anklicken)
Zur Römerzeit lag das Gebiet des heutigen Bonames an der römischen Heerstraße in die Wetterau zwischen der Munizipalstadt Nida (Hauptort der Civitas Taunensium, jetzt Heddernheim/Römerstadt) und dem Römerkastell in Okarben, auch führte die römische Lange Meile vom alten Nidda-Übergang über Homburg zum Kastell Saalburg. Bezüglich der Herkunft des Namens gibt es zwei Thesen. Die erste und unter Historikern favorisierte Variante leitet sich aus römischer Zeit ab und mutmaßt, dass es hier an der Nidda eine „bona mansio“ („Gute Raststätte“) gab, während die andere These davon ausgeht, dass hier ein guter Priester gepredigt haben muss und sich der Name von „bona missa“ („Gute Messe“) ableitet (Quelle: Wikipedia). Bei Wikipedia steht noch eine Menge mehr über Bonames. Darauf werde ich noch zurückkommen.
Zu Bonames gehört der Alte Flugplatz (früher: Maurice Rose Airfield), der inzwischen ein beliebtes Freizeit- und Naturschutzgebiet im Bereich des Frankfurter Grüngürtels darstellt. Einst amerikanischer Miltärflugplatz (Helikopter) wurde er 1992 aufgegeben, und erstreckt sich über gewaltige 4,5 Hektar parallel zur Nidda. Nachdem die Stadt Frankfurt das Gelände zurückgekauft hat, begann die Umgestaltung mit dem Ziel die Beton- und Asphaltflächen aufzubrechen und die ganze Sache dann sich selbst zu überlassen. Hört sich seltsam an, funktioniert aber. Die Wildnis kehrt tatsächlich in unglaublicher Geschwindigkeit zurück. Nur die 750 m lange Landebahn blieb in voller Länge bestehen, wurde aber im Westen teilweise verschmälert. Dort befindet sich inzwischen Wiesen und bereits wieder ein Ansatz von Wald. Teilweise haben sich Teiche gebildet. Grobschollige und kleinschollige Teile werden bereits wieder von vielen Pflanzen und Tieren besiedelt, die sonst im Stadtgebiet kaum noch zu finden sind.
Was übrig blieb . . . der Pfeil zeigt auf den hinteren (westlichen) Teil der Landebahn, der verschmälert wurde und
rechts und links bereits wieder von jungem Wald überwuchert ist.
Im östlichen Teil wird der ehemalige Tower heute als Caférestaurant benutzt und der kleine Hangar als Veranstaltungsort für Konzerte und Flugdemonstrationen. Außerdem befindet sich auf dem Gelände seit 1992 das Frankfurter Feuerwehrmuseum. Dieser Bereich wird an Wochenende gerne von Familien angenommen, da sich auf der langen ehemaligen Landebahn alle bestens vergnügen können.
Von diesem Bereich mal abgesehen darf sich die Natur nun ungezügelt entfalten und tut das auch. Zwischen Nidda und Landebahn breiten sich Feuchtwiesen aus mit einem enormen Reichtum an Wildgräsern und und Wildblumen, an Insekten, Vögeln und anderem Kleingetier. Auf der anderen Seite der Landebahn sind Teiche entstanden und die Biotope verändern sich fortwährend. Es ist interessant zu erfahren, dass sich beispielswiese zunächst Arten angesiedelt hatten, die inzwischen schon wieder weggezogen sind, weil ihnen der Bewuchs zu dicht geworden ist. Meine aktuellesten Fotos vom 3. Juli 2011 packe ich nun mit einigen Informationen in eine Galerie, in der man sie dann Bild für Bild ansehen kann.
Soweit erstmal – einige Bilder werden auch in die Rubrik Fauna & Flora übernommen. Und irgendwann gibt es auch einen Fotospaziergang, der uns durch Bonames selbst führt.
