Die Stadt Hattersheim grenzt im Westen an Frankfurt und liegt mit den beiden Ortsteilen Okriftel und Eddersheim am Main. Hattersheim ist für mich als Unterliederbacherin in kürzester Zeit zu erreichen und ich bin dort gerne unterwegs. Man kann in Hattersheim gut einkaufen, einiges besichtigen und auch kulturell ist immer was los.
Neulich war ich während der Tage der Industriekultur z.B. im Alten Wasserwerk, einem 1909 im Jugendstil erbauten Gebäude mit großzügiger Parkanlage. Zwischen Hattersheim und Okriftel gelegen kann man es nur noch zu Fuss, per Fahrrad oder zu besonderen Veranstaltungen auch mal im historischen Postbus über die alte Wasserwerkschaussee erreichen.
Ausgesprochen attraktiv stellt sich auch der Alte Posthof dar, wo viele Veranstaltungen stattfinden. Nur noch selten findet man ein solches Ensemble, das dem modernen Menschen nahe bringt, welchen Stellenwert die Post einst hatte. Eine herausragende Rolle erhielt Hattersheim durch seine Mittellage an der mittelalterlichen Geleitstraße Frankfurt – Mainz. Die Fürsten von Thurn und Taxis errichteten hier eine kaiserliche Reichspost-, Pferdewechsel- und Umsteigestation, da diese Straße zudem ein Teil der Ost-Westverbindung von Wien nach Brüssel war. Ende des 18. Jahrhunderts erlebte der Posthof seine Blütezeit. Bis ins 19. Jahrhundert galt er als eine der einträglichsten und bedeutendsten Poststationen auf dem Land. Hattersheim profitierte vom regen Durchgangsverkehr. Zwischen dem Untertor am Schwarzbach und dem Obertor an der Mainzer Landstraße reihten sich zeitweise bis zu acht Gastwirtschaften aneinander (ähnlich wie auf der mittelalterlichen Hauptstraße durch Alt-Höchst). Schmiede und Wagner hatten in Hattersheim alle Hände voll zu tun, da jährlich bis zu 72.000 durchziehende Pferde sowie die Wagen und Kutschen versorgt werden mussten. 1818 errichtete Carl Werle, Neffe des Posthalters Adam Werle, vor dem ehemaligen Obertor das damals vornehmste Gasthaus Hattersheims, den Nassauer Hof. Wohlhabende Reisende ritzten mit ihren Diamantringen ihre Namen in die Fensterscheiben der Gaststube. Der Bau der Taunus-Eisenbahn Frankfurt – Wiesbaden in den Jahren 1839/40 führte zu einer Verlagerung der Postbeförderung und des Reiseverkehrs auf die Schiene und bedeutete 1867 das Ende der Thurn-und-Taxis’schen Posthalterei.
Bereits zweimal war ich im Mai zu den Lufthansa Klassikertagen im Alten Posthof, einer Veranstaltung die viele wunderschöne Oldtimer präsentiert. Die folgende Galerie wird noch ergänzt und beschriftet.