Spaziergänge 2010

Meinen ersten ausgiebigen Spaziergang entlang der Höchster Stadtmauer über Nied nach Griesheim machte ich in diesem Jahr Anfang März, als die Schneeschmelze dieses schneereichen Winters mal wieder zu Hochwasser im Main führte. Es war glücklicherweise kein extremes Hochwasser, weit entfernt von den in die Höchster Mauern eingeritzten Hochwassermarken früherer Zeiten. Am Hotelschiff Schlott war allerdings das Studium der Speisekarte unmöglich und von den grünen Wiesen der Wörthspitz war wenig zu sehen. Mein Spaziergang führte mich auch durch den Schlossgraben und am Ende auf dem Rückweg in den Garten des Bolongaropalastes. Hier einige Eindrücke:

Speisekarte Hotelschiff SchlottSpeisekarte am Hotelschiff  – lesen nicht ganz unproblematisch

Das Spannende an diesen Spaziergängen ist, dass ich immer wieder Neues entdecke. Im Winter kann man außerdem Fotos von Bereichen machen, die im Sommer im Laub der Bäume verborgen sind. Aufgefallen sind mir zum ersten Mal im Schlossgraben die massiven halbrunden “Wasserleitungen”, Steinrinnen, die so an der Mauer liegen, dass man vermuten kann, dass an  dieser Stelle  früher das Wasser des Liederbaches in den Graben floß. Der Liederbach wurde zunächst innerhalb der Stadt in einem Teich gestaut, in dem sich Sedimente ablagern konnten, die nicht in den Burgraben fließen und ihn verschlammen sollen. Heute heißt diese Stelle “Die Wed”.  In den Anfängen der alten Burganlage gab es noch keine Mauer, nur einen Graben, der vom Liederbach gespeist wurde. Erst 1355 als Höchst die Stadtrechte bekam, wurde die Burg ein Teil der Stadt und die Gräben durch die Stadtmauer zum Main hin abgegrenzt. Die eigentlichen Burgmauern entstanden erst im 15. Jahrhundert unter Diether von Ysenburg. Der Graben diente nicht nur der Verteidung sondern hier lebten auch Karpfen und versorgten die Schloßküche. Mein Wissen verdanke ich unter anderem neuen Schildern, die im Schlossgraben aufgestellt wurden und Interessantes zur Höchster Geschichte erzählen. Was Informationen zur Geschichte von Höchst und Frankfurt angeht, hat sich in den letzten Jahren wirklich viel getan. Das gefällt mir sehr gut. Wenn man den Schlossgraben dann zur Altstadt hin verlässt, sieht man hinter einem Tor einen kleinen Garten, in dem sich Sandsteinkreuze und Skulpturen befinden, die aber alle irgendwie beschädigt sind. Mich würde interessieren, ob das Privatbesitz ist oder der Stadt gehört. Eine der kopflosen Skulpturen erinnert mich an die Musikanten im Garten des Bolongaropalastes.

Musikantengruppe (Die Türken) im Garten des BolongaropalastesMusikantengruppe (Die Türken oder Mohren) im Garten des Bolongaropalastes

Ich lief dann am Main weiter Richtung Nied(Griesheim), immer einem Schwanenpaar hinter her, das am Hotelschiff Schlott vor mir aufgeflogen war, als ich gerade an der Kamera das Objektiv wechselte. In Nied habe ich sie wieder eingeholt.

Sonnengeglitzer und Schwan

An der Nidda entlang ging es zurück nach Höchst. Schließlich bin ich nochmal hoch zum Bolongaropalast bzw. dort in den Garten hinein.  Hier erwartete mich der Anblick einer Wiese voller leuchtend gelber Winterlinge, jede Menge Vogelgezwitscher und ein Blick hoch zum Pelikan auf der Turmspitze des Palastes, der gerade frisch restauriert wurde.

Pelikan