Archiv für 3. Dezember 2009

Schön war’s

. . . im Tigerpalast. Doch – es war teilweise wirklich atemberaubend. Zunächst wurden wir ins Bistro geleitet, wo man uns das 3-Gänge Menu servierte. Es gab für jeden Geschmack etwas und es war köstlich und auch optisch ein Genuss.  Ich hatte als Vorspeise einen frischen, bunten Salat mit geräuchertem Waller (Catfish, Wels) und einem fruchtigen Dressing.  Danach gab es mit Kräutern gefüllte Perlhühnchenbrust mit einer Art Kartoffelgratin und wunderbar zubereitetem  Wirsing, der auch jeden Wirsinggegner überzeugen konnte.  Der GöGa hatte als Vorspeise ein Kürbiscremesüppchen mit einem Krevettenspieß – ebenfalls sehr lecker – und anschließend Zanderfilet auf irgendeinem kunstvoll aufgetürmten Püree mit – ach ich weiß nicht was – lecker, sagte er  und toll sah es aus.  Zum Dessert nahmen wir beide eine Komposition aus Crème brûlée, Minzeparfait und Ananasirgendwas. Letzeres fand ich zur Crème und dem Eis unpassend und hab’s weggelassen. Fotografiert habe ich nicht, nur mal kurz das Gewölbe. Mehr hätte ich in dieser Umgebung doch unpassend gefunden.

bistro

Das Bistro hat mehrere Räume. Im Nachbarraum saß z.B. eine sehr große Gruppe, schätzungsweise Weihnachtsfeier einer Firma. Es gibt im Tigerpalast eine frühe Vorstellung (ab 19 Uhr) die wir besucht haben und eine Spätvorstellung. Die hier leeren Tische waren sicher schon für die nach uns Kommenden reserviert.

conference

Im Varieté war das Fotografieren dann sowieso nicht erlaubt. Ich habe vor der Vorstellung mal kurz zur Band hoch fotografiert und ebenfalls die Conférencieuse Alix Dudel, dann wurde man schon höflich aber bestimmt gebeten das Fotografieren zu unterlassen. Das Varieté ist im Grunde winzig und somit schon für sich ein Wunder an Raumausnutzung. Das Orchester sitzt also auf einer Empore und die Mitte des Raumes hat eine Art Kuppel für Hochseilartisten und ähnliches.  In der zweiten Hälfte der Vorstellung mussten wir und alle  Gäste aus der Raummitte umziehen auf die Bühne, als der Platz unter Kuppel gebraucht wurde. Ich habe das für mich “aktives Zuschauen” getauft, fand’s aber gut, weil ich auf der Bühne mal die Beine durchstrecken konnte.

bandLinks die Bühne, in der Mitte und somit schon oben die Band, ganz oben die Kuppel

Das Programm war toll. Am meisten haben uns der Artist Darkan aus Kasachstan an den Strapaten begeistert und die Grynchenkobrüder aus der Ukraine. Alle drei hatten eine schier unglaubliche Körperbeherrschung. Strapaten, das sind zwei Bänder, die unter der Kuppel befestigt sind, an denen der Akrobat sich in die Höhe schraubt und unglaubliche Dinge vollführt. Ich frage mich, wie die Gelenke das aushalten.  Die absolute Glanzleistung der Ukrainer war der Moment, als der Eine einen Kopfstand auf dem Kopf des anderen machte, ohne die Hände, ohne irgendeinen Halt – Wahnsinn!

Die Conférencieuse Alix Dudel unterteilte die einzelnen Darbietungen durch gekonnt vorgetragene Chansons mit meist sehr hintergründigen Texten ( z.B. von Georg Kreisler) und kleinen Gedichten.

Es war ein rundum gelungener Abend und gerade die Kleinheit des Theaters erzeugt eine Intimität, die den Zuschauer direkt in das Geschehen mit einbezieht. Ich muss meine Einstellung zum Varieté als solchem überdenken! Schließlich haben wir sogar bei uns in Höchst im Neuen Theater eins. Da war ich noch nie.

Varieté

. . . ist für mich nicht unbedingt das Größte, was ich erleben kann, aber wir haben seit letztem Weihnachten! zwei Karten für den Frankfurter Tigerpalast samt 3-Gänge-Menü im dortigen Restaurant rumliegen. Die bekam der GöGa von Geschäftspartnern geschenkt. Erst haben wir gesagt, das hat ja keine Eile, können wir mal im Sommer machen . . . und nun wären sie beinahe abgelaufen. Heute Abend steht also der Dieschärrpalast auf dem Programm und wir lassen uns überraschen. Wir waren vor vielen Jahren einmal dort, das war kurz nachdem  er eröffnet wurde.  Das Programm ist schon ziemlich spektakulär und damals liefen sogar zeitweise echte Tiger über die Bühne. Das ist heute nicht mehr der Fall. Aber ich erinnere mich an einen genialen Taschendieb, der wirklich jedem alles abnahm und wenn man zehnmal aufpasste wie ein Luchs. Der Tigerpalast bezeichnet sich selbst als das führenste Varietétheater Deutschlands.

tiger Als 1988 der Tigerpalast von Johnny Klinke und Margareta Dillinger gegründet wurde, war das Varieté als gehobene klassische Abendunterhaltung fast in Vergessenheit geraten. Der Erfolg des Frankfurter Tigerpalastes führte zu einer Renaissance derartiger Unterhaltungsstätten.  Übrigens wird auch inzwischen verstorbene Kabarettist Matthias Beltz als Gründungsmitglied genannt. Frankfurts Alt-68ziger werden sich erinnern, dass Johnny Klinke gemeinsam mit Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit  einst Mitglied der Antiautoritären Studentenbewegung Revolutionärer Kampf war.

Wir lassen uns überraschen und freuen uns darauf. Das Programm verspricht einen vergnüglichen Abend und sicher wird auch das Essen im Palast-Bistro, das sich in einem historischen Backstein-Kellergewölbe befindet, etwas ganz Besonderes sein.

Apropos Alt- 68ziger: Es sieht ja dieser Tage in Frankfurt so aus, als würde die studentische Revoluzzerszene fröhliche Urständ’ feiern – allerdings eine ganz neue Generation.

Deko-Wahnsinn

Heute geht es zur größten Deko-Garten-Bloggerin oder Garten-Deko-Bloggerin oder wie auch immer, die ich kenne: auf  zu Silke, die in ihrem Blog DekoGerümpel das nächste Türchen unseres Adventskalenders öffnet.

Button zum Türchen < Hier >

Archiv
Dezember 2009
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031