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Mal wieder etwas anderes hier. Hin und wieder verschlinge ich gerne mal einen historisch-belletristischen Roman. Wenn er gut recherchiert ist und eine spannende Geschichte enthält, dann bin ich zufrieden. Kürzlich bin ich auf die Wismar-Saga von Astrid Gavini gestoßen. Der Sammelband besteht aus vier Einzelbänden:

  • Seelen im Nebel
  • Seelen im Zwielicht
  • Seelen im Dunkel
  • Seelen in der Dämmerung

 

Ich denke, die vier Einzelbände hätten mich aufgrund ihrer Titel und der Optik des Einbandes nicht unbedingt angesprochen. Der Download des Sammelbandes war eine Spontanaktion, weil das Buch empfohlen wurde und ich es zudem über Kindle unlimited kostenlos bekam. Auch die Leseprobe bei Amazon war akzeptabel und hat mein Interesse geweckt. Was ich danach aber auf dem Kindle hatte, war eine mittlere Zumutung. Rechtschreibung, Grammatik, sprachliche Fehler ließen mich das Buch ziemlich schnell wieder zusammenklappen. Ja, ich kann meinen Kindle aufgrund seiner Hülle wie ein Buch zusammenklappen! Aus reiner Langeweile habe ich irgendwann weitergelesen und die Story an sich hat mich irgendwann in ihren Bann gezogen.

 

Es ist die Geschichte einer jungen Frau und ihres Bruders – beide Waisen aber von guter Herkunft – die Ende des siebzehnten bzw. Anfang des achtzehnten Jahrhunderts im von den Schweden besetzten Wismar leben. Elisabeth und Peter (Piet) Hennings verlieren bei einem Unglück in einer Sturmnacht 1699 ihre Eltern, können aber zunächst bei der Großmutter weiterleben und bekommen einen angesehenen, Elisabeth aber zutiefst unsympathischen, Kaufmann als Vormund. Der Roman schildert die Schwierigkeiten des täglichen Überlebens, die Ohnmacht der jungen Frauen, sobald sie ohne familiären Halt darstehen. Piet stellt sich bald als Taugenichts heraus, dem Elisabeth treusorgend aber blind gegenüber seinem Charakter immer wieder alle Steine aus dem Weg räumt. Natürlich ist das Ganze auch eine Liebesgeschichte, die ihren Anfang nimmt, als Elisabeth eines Tages zufällig dem schwedischen Stadtkommandanten Liam Lindkvist gegenübersteht.

Die mehr als 800 Seiten lasen sich wie im Flug, nachdem ich es einmal geschafft hatte, die vielen Fehler so gut wie möglich zu überlesen. Man gewinnt einen guten Einblick in das Leben in jener Zeit und auch etwas in den Großen Nordischen Krieg, bei dem es um die Vorherrschaft im Ostseeraum ging. Eine Allianz, bestehend aus dem Russischen Zarenreich, Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen, griff im März 1700 das Schwedische Reich an, das von dem achtzehnjährigen König Karl XII. regiert wurde. Die Hansestadt Wismar stand unter schwedischer Verwaltung. Es war außerdem klimatisch eine äußerst schwierige Zeit. Nicht  etwa warm wie heute, sondern der Höhepunkt der sogenannten Kleinen Eiszeit in Europa. Es gab Kälteeinbrüche bis in den Sommer hinein mit den dazugehörigen Missernten. Zwar gab es keine offiziellen Hexenverfolgungen mehr, aber man war immer noch schnell geneigt, jegliches Unglück auf Schadenszauber verdächtiger Personen zurückzuführen. Die Autorin verknüpft in ihrem Roman sehr geschickt die religiösen Überzeugungen des schwedischen Offiziers, der seinen nordischen Göttern anhängt, mit den für die christliche Elisabeth unerklärlichen Vorkommnissen, bei der immer wieder Krähen eine Rolle spielen.

Fazit: Am Ende habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben. Möglicherweise sind die Einzelbände sogar fehlerfrei. Ich weiß es nicht. Im Impressum werden etwas ominöse Verlage erwähnt, die vermutlich mit Lektorat und Korrektorat nichts am Hut haben. Es ist eigentlich ein Jammer, dass eine so spannende Geschichte so schlecht präsentiert wird. Ich kann das Buch deshalb nur Vorbehalt weiterempfehlen, zumal das E-Book ohne Kindle unlimited 9,99 Euro kostet. Band 1 der Serie als Einzelband gibt es kostenlos, die anderen kosten dann je Einzelband 3,49 Euro.  Bei Amazon habe ich den Sammelband mit drei Sternen bewertet. Für Kindle und Tolino erhältlich.

ich verlinke den Beitrag zum ersten Mal mit Andreas Lesezimmer und ihrer Linkparty ‚Lesefutter für den September‘.

Für das schöne herbstliche Nebelbild geht mein Dank an unsplash.com und Dave Hoefler