Vor ein paar Tagen hat mich ein Text im Forum der Schule des Schreibens dazu gebracht, mich mal ein bisschen näher mit dem Thema „Poetry-Slam“ zu beschäftigen. Denn so richtig konnte ich damit nichts anfangen. Kann daran liegen, dass ich im TV ein paar mal auf entsprechende Sendungen gestoßen bin und dabei meistens auf Leute, die in affenartiger Geschwindigkeit – Rappern ähnlich – Texte vorgetragen haben, denen ich nicht folgen konnte. Damit war das Thema für mich erledigt. Aber wie das bei mir so ist, irgendwann taucht es wieder auf.

Was also ist eigentlich Poetry-Slam?

Kurz gesagt, ist es ein moderner Dichterwettstreit (klingt aber altbacken in den Ohren junger Menschen), bei dem Künstler*innen mit selbst geschriebenen Texten gegeneinander antreten. Die Texte dürfen meist nicht mehr als fünf Minuten beanspruchen, was vielleicht ein Grund dafür ist, dass sie oft so unglaublich schnell vorgetragen werden. Der Sieger wird durch Abstimmung im Publikum gekürt, wofür es unterschiedliche Vorgehensweisen gibt. Poetry Slam in seiner heutigen Form ist bereits 1986 in Chicago entstanden. Als Begründer gilt der ehemalige Bauarbeiter Marc Kelly Smith, der mit Poetry Slam eine Alternative zu den üblichen Wasserglas-Lesungen schaffen wollte. Das ist so das, was auch heute noch bei den meisten Lesungen üblich ist. Auch bei meinen. Obwohl ich schon versuche, nicht nur stur vorzulesen. Es gibt inzwischen allerdings auch unter den Selfpublisher-Kolleg*Innen Leute, die aus ihren Lesungen ein echtes Event machen. Dafür muss man aber geschaffen sein und es erfordert viel Aufwand. Da Poetry Slammer für ihren Auftritt weder Requisiten noch Musikinstrumente verwenden dürfen, sind sie von den Wasserglas-Lesungen gar nicht so weit entfernt. Letztendlich überzeugen die Künstler durch ihre Texte, ihre Art sie vorzutragen, vielleicht noch durch ihre Stimme und einen gewissen Körpereinsatz.

Nachdenkliches zum Jahreswechsel

Der „Klassiker“, mit dem Poetry-Slam 2014 plötzlich bekannt wurde, ist ein Text von Julia Engelmann – One Day / reckoning. Den gibt es auf Youtube und ich möchte ihn hier für euch einbetten. Denn es ist ein wirklich gutgemachter Text, dem man folgen kann und der zum Nachdenken anregt. In erster Linie war er an junge Leute gerichtet, aber ich glaube es schadet nichts, wenn auch ältere darüber nachdenken. Reckoning = englisch= Abrechnung.

Der Text ist gut. Er beruht auf einem Song von Asaf Avidan: Reckoning Song (One Day).

Wie auch immer – gute Vorsätze fürs neue Jahr werden viele gefasst und selten eingehalten. Aber das Leben so zu leben, dass man hinterher zufrieden darauf zurückblicken kann, ist sicher zu keinem Zeitpunkt verkehrt. Deshalb – egal wie alt wir gerade sind, machen wir immer das Beste aus der Zeit, in der wir gerade leben. Auch aus einer Zeit, die wenig bietet, das einen zum Jahreswechsel euphorisch stimmen mag.

Im Headerbild habe ich mal die letzten zwölf Monate zusammengefasst und dabei festgestellt, dass sie so schlecht dann doch nicht waren. Klar – Corona hat uns  alle eingeengt, aber zumindest Unternehmungen in Deutschland waren die meiste Zeit machbar. Und oft reicht es ja, die nähere Umgebung zu erkunden. Der Dezember war allerdings vom Wetter her wirklich eine Katastrophe. Und auch der letzte Tag des Jahres kommt genauso nass daher wie die anderen davor. Und dennoch war 2020 insgesamt erneut zu trocken.

Das war es dann hier für dieses Jahr. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Und – wie immer das Wichtigste – bleibt gesund!

Was auf alle Fälle wieder kommt:

Hach! – es schneit! Aber sehr, sehr nass.

Ich bin gerade mal wieder etwas geschockt. Dieses Internet vermittelt einem ja wirklich viele nette Bekanntschaften, aber leider trauert man auch um jede dieser Bekanntschaften, wenn sie nicht mehr ist. Gerade habe ich auf YouTube erfahren, dass eine unglaublich sympathische Frau – Bea – bei der ich mir viele Rezepte abgeguckt habe, im Dezember verstorben ist. Krebs, nehme ich mal an, denn man konnte es ahnen. Ruhe in Frieden, liebe Bea. Dein Kanal hat immer viel Freude bereitet.