In zwanzig Jahren wirst du die Dinge, die du nicht getan hast, mehr bedauern, als deine Taten. Also, mach die Leinen los, verlasse den sicheren Hafen. Fang den Wind in deinen Segeln, erforsche, träume, entdecke.“ Mark Twain
Hm, das mit den zwanzig Jahren ist für mich noch nicht ausdiskutiert. Aber wer weiß …

(Anmerkung: Alle hier verwendeten Fotos sind ausnahmsweise und ausnahmslos nicht von mir, sondern wurden bei Unsplash.com heruntergeladen. Einfach weil ich nicht am PC sitze, wo ich auf meine Fotos zugreifen könnte. Aber ich wollte den Text, den ich auf dem Tablet einfach so eingetippt habe, etwas leichter verdaulich machen.)

Ikigai – den Sinn des Lebens finden. Ich habe immer mal wieder solche Anwandlungen, dass ich denke, ich müsste irgendwas in meinem Leben ändern. Es scheint, als wäre es mal wieder soweit. Das Leben plätschert irgendwie so dahin. Manch einer wäre froh darüber. Gerade in der heutigen Zeit, wo es Vielen wieder schlechter geht, und Andere, denen es eigentlich gut geht, Panik schieben, es könnte uns allen demnächst schlechter gehen.
Vielleicht musste ich gerade jetzt auf den Begriff Ikigai stoßen, den ich vorher noch nie gehört hatte, obwohl ich mich schon mit den unterschiedlichsten Philosophien auseinandergesetzt habe. Der Zufall wollte es wohl, dass ich mir zum zweiten Mal ein Video eines amerikanischen Fotografen über die Canon EOS R7 angesehen hatte, um danach in seiner Videoliste zu stöbern. Und bin bei zwei Videos gelandet, in denen er einmal erklärt, warum er sich einige Monate zurück zieht und sich dann neun Monate später mit ‚What happened to Michael?‘ zurückmeldet. Für die kompletten Inhalte reicht mein Schul- und Fotografenenglisch nicht wirklich. Aber soweit ich es verstanden habe, war er ehrenamtlich (?) in Asien und Afrika unterwegs, um dort Hilfe während der Corona-Epidemie zu leisten. Na, jedenfalls fängt eines der beiden Videos mit dem Begriff Ikigai an und hat mich neugierig gemacht.

Über den Sinn des Lebens habe ich schon mit sechzehn mit meinem damaligen Freund und Immer-noch-Ehemann diskutiert. Witzigerweise erinnere ich mich daran noch sehr gut. Ich denke nicht, dass wir damals zu einem abschließenden Ergebnis gekommen sind.
Ikigai – ich werde mich ein bisschen damit beschäftigen. Und ich fürchte, ihr werdet dann in der nächsten Zeit meine Ergüsse zum Thema über euch ergehen lassen müssen. Oder auch nicht.
Ikigai ist ein Begriff aus der japanischen Sprache und Kultur und nicht mit wenigen Worten zu erklären. Aber natürlich gibt es auch in unserer Sprache Literatur dazu und im Internet Menschen, die sich damit bereits auseinandergesetzt haben.
Der erste Punkt, den man sich am besten vornimmt, ist sich Gedanken zu machen und aufzuschreiben, was man gerne macht. Ziemlich simpel – oder? Also richtig gerne macht. Was begeistert mich? Was kann ich stundenlang tun, ohne müde zu werden? Wo gerate ich in den berühmten ‚Flow‘? Vermutlich sollte man das nicht bewerten. Aber das wird wohl nicht ausbleiben. Aber wenn man das mal aus Ausgangspunkt für eine Mind Map oder ein Mood Board nimmt, ist das vielleicht ein ganz guter Ausgangspunkt. Könnte natürlich auch frustrieren, wenn es auf ‚am liebsten esse ich Gummibärchen‘ hinausläuft.

Andererseits würde ich sicher nicht auf Anhieb denken, dass ich am liebsten Gartenarbeit mache. Und doch komme ich genau dabei oft genug in den ‚Flow‘, kann völlig die Zeit vergessen, mich auspowern und bin glücklich, wenn ich mal wieder richtig dreckige Hände habe. Und stelle immer öfter fest, dass ich Dinge kann, die ich mir vorher nicht zugetraut hatte.

Merkt ihr was: Ich bin schon mittendrin im Ikigai.


Ganz sicher gerate ich aber beim Fotografieren in diesen Zustand des Flow, vor allem wenn ich dabei in der Natur unterwegs bin. Dann fühle ich mich tatsächlich einfach nur wohl. Und ich bin achtsam, nehme die Dinge um mich herum ganz anders wahr als sonst. Diese Achtsamkeit und dieses ‚ganz bei sich selbst sein‘ geht heute so schnell verloren. Eigentlich braucht man so vieles nicht, was man fast schon automatisch mitmacht, weil es alle machen. Heute habe ich jedenfalls sowohl meinen Twitter-Account als auch den von Instagram gelöscht. Ich muss nicht bei allen Social Media Plattformen mitmischen. Also weg damit. Nur zu Facebook kann ich die Nabelschnur noch nicht trennen. Es hat vermutlich die größte Ähnlichkeit mit dem Bloggen und ich habe da die meisten echten Verbindungen. Aber eigentlich poste ich dort wirklich nur alle paar Wochen mal was.


So viel an Philosophie reicht für heute – oder? Kommt alle gut in und durch die neue Woche. 

Ich bedanke mich bei folgenden Fotograf*innen für ihre Bilder:

  • Fidel Fernando
  • Colton Sturgeon
  • Faye Cornish
  • Kelly Neill
  • Renan Brun