Ich weiß nicht, wie es euch gerade geht. Was ist los mit der Welt, in der wir leben? Da stehe ich tagsüber in meinem Garten und kümmere mich um Blumen, Teich und lauter schöne Sachen und abends? Abends sitze ich vor dem Fernseher und sehe in der Tagesschau, wie die Welt immer mehr aus dem Ruder läuft. Nichts mit Frühling und Blümchen, nur Grauen. Die halbe Welt zerbombt sich gegenseitig wegen der Egotrips alter Männer, unterstützt von ihren fanatischen Anhängern oder Opportunisten. Die andere Hälfte schaut zu. Was soll sie auch tun? Schon als es „nur“ um den Ukrainekrieg ging, hatte ich das Gefühl, dass wir doch was tun sollten? Aber selbst in diesen Krieg eingreifen, ihn auf diese Weise ins eigene Leben holen? Das kann keiner wollen. Aber wenn ich höre, dass heutzutage ein Präsident oder wie die anderen sich nennen, ungestraft sagen darf, dass der Krieg nicht aufhört, bevor nicht alle Mitglieder des iranischen Regimes tot sind, dann läuft es mir kalt den Rücken runter. Egal, was man von einem Gegner hält und was er selbst getan hat, das sind alles Menschen. Auf allen Seiten. Und täglich trifft es Unbeteiligte, auch Kinder. Weil vom Geheimdienst alte Informationen verwendet wurden, treffen die Bomben einfach mal eine Schule. Das sind keine virtuellen Ballerspiele am PC. Aber manchmal habe ich das irrationale Gefühl, dass diejenigen, die das Töten befehlen, da keinen Unterschied mehr sehen. Da sagt ein amerikanischer Präsident, dass er vielleicht einfach nochmal was bombardiert, nur so zu Spaß. Das ist doch unfassbar. Das erinnert mich an die sarkastische Bemerkung, in der jemand fragt: „Warum machst du das?“ Und bekommt die Antwort: „Weil ich es kann.“
Im Grunde versuche ich die meiste Zeit, das alles auszublenden. Einfach weitermachen wie sonst auch. Aber es funktioniert nicht mehr so richtig. Es ist keine Angst, es ist Grauen.


Liebe Elke, da sagst du was. Ich versuche, dem Ganzen in meinem Garten zu entkommen, das hat bei Problemen bisher oft funktioniert. Diesmal scheint das aber nicht zu klappen, und die düsteren Gedanken verfolgen mich bis in meine Gartenwelt. Schlimm ist ja auch die Hilflosigkeit, man kann gar nichts tun.… Weiterlesen »
Im Garten kann ich tatsächlich noch gut abschalten, aber sonst dreht sich das Gedankenkarussell – morgens, wenn ich die Tageszeitung lese, abends bei den Nachrichten. Die Zeitung kann man sich eigentlich sparen, da steht derzeit auch kaum mal etwas anderes drin als Gruselnachrichten, die man schon vom Abend vorher kennt.… Weiterlesen »