Doch, das habe ich mir heute (Do 21.5.) wirklich verdient. Den Vormittag habe ich damit verbracht, endlich den wilden Bereich am Zaun zum Nachbargarten (dem ebenfalls ziemlich wilden) in Angriff zu nehmen. Da wuchsen auf ganzer Länge jede Menge Mini-Holunder, deren Wurzeln zum Teil tief in die Erde reichten, weil sie immer nur runtergeschnitten und nie ausgegraben wurden. Alles Sprösslinge vom großen Holunder im Nachbargarten. Der blüht gerade ganz wunderbar. Hier habe ich also fleißig gegraben und Wurzeln entfernt, auch die vom allgegenwärtigen Efeu. Und ich habe dabei natürlich auch wieder zahlreiche Feldsteine ausgegraben, über die ich mich aber nicht mehr ärgere, sondern sie im neuen Beet auf der anderen Seite weiterverwende.

Zum Foto: Den blühenden Holunder links habe ich etwas ins Bild geholt, damit es nicht ganz so langweilig aussieht. Im Prinzip blüht er aber drüben etwa an dieser Stelle, nur als großer Strauch und die Blüten viel weiter oben. Das sieht noch ziemlich mickrig aus, aber da kommen noch ein paar Fingerhüte hin und noch mehr Blühendes. Bei dem Haselsteckling überlege ich noch, ob ich den nicht durch eine etwas größere, vorgezogene Pflanze ersetze. Hinter dem Zaun – der Nachbargarten.
Ich habe immerhin so viel geschafft, dass ich erstens am Zaun endlich den Winterjasmin pflanzen konnte, der tatsächlich immer noch sein Leben in einem Topf fristete, und dann auch noch die Traubenkirsche. Die musste ich natürlich wieder dort ausgraben, wo ich sie erst kürzlich eingepflanzt hatte, als ich sie noch für einen Faulbaum gehalten habe. Davor kam noch eine im Hochbeet überwinterte Pflanze, lt. App eine Sibirische Fetthenne (Phedimus hybridus). Ich habe immer mal Pflanzen mitgebracht, von denen ich mir nie die Namen gemerkt habe. Das waren so Lückenfüller, die selten den Winter überlebt haben. Diese schon. Sie hat auch schon eine erste Blüte und jetzt erinnere ich mich auch, wie sie aussah, als ich sie in voller Blüte gekauft habe. Ich hoffe, sie wächst wieder gut an. Der hoffentlich richtige Faulbaum wird vermutlich nächste Woche geliefert.

Obwohl noch so viel zu tun ist, bin ich inzwischen ein bisschen stolz, was ich in diesem Frühjahr auf dem Weg zum etwas naturnäheren Garten geschafft habe. Auch darauf, dass ich es in der wilden Wiese weiterhin blühen lasse und noch nicht zum Rasenmäher gegriffen habe. Teilweise steht das Gras schon recht hoch und blüht. Aber das tun eben auch diverse Wildblumen und -kräuter, die sich ja noch weiter versamen sollen. So zum Beispiel der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor), auch als Pimpinelle bekannt.

Als ich dann Mittagessen machen wollte, kam unser neuer Teppich für den Essplatz im Wintergarten – 250 x 350! Das eigentliche Problem war aber, dass ich eine rutschhemmende Unterlage mitbestellt hatte, weil der alte Teppich auf den Fliesen immer gewandert war. Und größer war sie auch noch. Wir mussten zuschneiden. Ich lege nie wieder einen so großen Teppich mit nur einem weiteren Helfer auf eine rutschhemmende (= leicht klebrige) Unterlage. Wenn nicht noch einer unserer Söhne aufgetaucht wäre, wäre das ein echtes Desaster geworden. Mittagessen fand mit einiger Verspätung statt. Aber egal, der Teppich liegt und sieht wirklich schön aus.

Ein Teil des „wilden“ Sommerbeetes mit Zierdistel und endlich mal einer Blüte des Brandkrautes. Noch ein Ziergras. Das zweite habe ich rausgemacht. Das war alles zu eng geworden. Der Ginster ist gerade verblüht. Auf der anderen Seite kommen dann Sonnenhut etc. Auch die Karde kommt schon gut.

Der Name der Karde stammt vom Kardieren, dem Auskämmen von Woll- oder Leinenfasern vor dem Verspinnen. Dazu verwendeten die Weber früher die getrockneten Blütenstände. Man kennt die Karde auch als Weberdistel. Ich freue mich auf die Blüten.
Damit es nicht nur wild und piksig endet, kommt hier noch einmal der Rapsweißling, den ihr auch schon im Header gesehen habt.

Wir haben jetzt 21:15 Uhr. Die Rollläden sind gerade runtergegangen, aber es ist noch hell draußen und sogar noch warm. Ich werde noch mal kurz auf die Terrasse gehen und gucken, ob sich eventuell der Igel zeigt. Gestern war er ja auch das erste Mal schon kurz nach Neun unterwegs.
Hab ihn *freu*!


Er kam tatsächlich. Erst habe ich ihn nur gehört. Das Geräusch war ziemlich eindeutig und kam aus der Ligusterhecke. Nach ungefähr fünf Minuten schob sich ein Igelschnäuzchen aus dem Gebüsch und gleich darauf der ganze Igel. Zielstrebig ging es Richtung Gras rund um das Vogelfutterhaus und dann noch zum Teich. Nach wiederum geschätzten fünf Minuten ist er unter der Korkenzieherhasel verschwunden und wart nicht mehr gesehen. Dann hätte ich aber auch keine Bilder mehr machen können. Ich habe die ISO eh schon bis zum Anschlag hochgejubelt.

Die ersten Fotos, als er noch vor der Hecke war, sind samt und sonders für die Tonne gewesen. Immerhin, was heute trotz ISO 12.800 noch mithilfe von Entrauschung in Lightroom machbar ist, das ist schon enorm. Das war gerade noch das Ende der „Blauen Stunde“. Gleich darauf war es dunkel.
Nachtrag Faulbaum: Er ist da (Fr 22.05.), zusammen mit 3 x Zwerg-Katzenminze (Nepeta x faassenii ‚Purrsian Blue‘) und 2 x Natternkopf (Echium vulgare). Die meisten Sorten der Katzenminze sind zwar bei uns Neophyten, aber irgendwo in Europa heimisch. Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine heimische Wildform. Zum Faulbaum habe ich vorsichtshalber auch die App nochmal befragt (ich bin ja lernfähig). Aber ja, es ist definitiv Rhamnus frangula. Alles Andere hätte mich bei diesem Versender aber auch verwundert.
Ich werde die Pflanzen entweder heute Abend oder morgen Früh einpflanzen. Jetzt am Nachmittag ist es viel zu warm, in der Sonne sogar regelrecht heiß.

Dieser Beitrag wird verlinkt mit Nicole’s „Plausch am Gartenzaun“ und Marius‘ Nature Thursday (jeweils am Donnerstag).

Ich wünsche euch allen ein wunderbares langes Pfingstwochenende!


Liebe Elke, bei uns in der Schule gab es immer Bienchen, wenn jemand besonders fleißig war. Wie auch immer, du hast dir auf jeden Fall etwas verdient. Was du in diesem Jahr schon um- und neugestaltet hast, ist super. Ich drücke auch ganz fest die Daumen, dass das jetzt auch… Weiterlesen »
Da hast Du Dir das Fleißkärtchen wirklich verdient, liebe Elke. Ich weiß selbst, wie viel Arbeit in einem naturnahen Garten steckt, gerade weil man eben nicht einfach alles geschniegelt „fertig“ macht, sondern bewusst Lebensräume entstehen lässt. Und trotzdem sieht man jetzt schon, wie schön sich alles entwickelt. Die wilde Wiese,… Weiterlesen »