Wildes Gartenleben

20.05.2026 | Garten, Gedanken, Insekten, Linkpartys, Video, Wildkamera, Wildtiere | 16 Kommentare

Zwei ganz unterschiedliche Themen habe ich heute für euch (und das auch noch für zwei Linkpartys).

  • Gedanken zum Welt-Bienentag
  • Nächtliches Gartenleben

Welt-Bienentag am 20. Mai

Der Weltbienentag wird seit dem Jahr 2018 am 20. Mai gefeiert. An diesem Tag des Jahres 1734 wurde Anton Janša geboren, der als Pionier der modernen Imkerei gilt. Der Feiertag wurde von Slowenien im Rahmen der Organisation der Vereinten Nationen vorgeschlagen und am 20. Dezember 2017 angenommen.

Es sind aber weniger die Honigbienen, die unsere Aufmerksamkeit erfordern. Denen geht es vergleichsweise gut. Das sind ziemlich verhätschelte, gezüchtete Nutztiere. Es hat mich erschüttert, neulich in einer Fernsehsendung zu erfahren, dass es keine natürlichen, wilden Bienen in unseren Wäldern mehr gibt. Es gab eine gezielte Verdrängung durch die Imkerei. Die ursprüngliche einheimische Dunkle Honigbiene (Apis mellifera mellifera) wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Einfuhr und Zucht anderer, fremder Rassen genetisch stark verdrängt und schließlich komplett „weggezüchtet“. Früher gab es noch das Handwerk der traditionellen Waldbienenhaltung, die Zeidlerei. Mehr zum Thema Zeidlerei hier: Bienenbotschaft
Es gibt zwar heute wieder in freier Wildbahn lebende wilde Bienen, aber das sind verwilderte Abkömmlinge unserer Honigbiene. Und das Bild des Bären, der im Wald in Baumlöchern nach Honig sucht, das gibt es praktisch nur noch in Bilderbüchern. Zumindest gilt das für unsere europäischen Wälder.

Bild mit KI erstellt

Und was ist mit den Wildbienen?

Schlecht steht es dagegen wirklich um unsere Wildbienen.

Wildbienen sind praktisch alle Bienen außer den Honigbienen. Allein in Deutschland gibt es über 500 Arten, viele sind aber auch vom Aussterben bedroht. Das betrifft vor allem solitär lebende Wildbienen, die auf eine einzige Pflanzenart oder Gattung angewiesen sind, die Nahrungsspezialisten. Diese Arten sind daher auf das Vorhandensein bestimmter Blüten und deren die Blühzeit angewiesen und haben es deshalb besonders schwer. Andere, die Generalisten, können Pollen und Nektar von verschiedenen Pflanzen nutzen. Der Pollenvorrat dient als Nahrung für die Larven. Hier können wir in unseren Gärten bei der Auswahl der Pflanzen helfen. Ebenso fördern verschiedene Bodenarten das Vorkommen besonderer Wildbienen, da sie unterschiedliche Materialien zum Nestbau benutzen. 75 % unserer Wildbienen nisten im Boden! Ein Bienenhotel an der Wand nutzt nur sehr wenigen Wildbienen.

Das Thema ist wirklich sehr komplex. Das hier weiter auszuführen würde einen einzelnen Beitrag sprengen. Seit 2013 wird jedes Jahr eine „Wildbiene des Jahres“ gekürt. Das war 2024 die Große Holzbiene (auch Blauschwarze Holzbiene), 2025 die Garten-Blattschneiderbiene. In diesem Jahr ist es die Glockenblumen-Schmalbiene.

Das könnte eine Glockenblumen-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum) sein (ohne Gewähr). Ich habe sie am Sonntag fotografiert, allerdings auf einer Storchschnabelblüte. Das spricht eher dagegen.

2024 habe ich mich bei diesem Foto auf die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi) festgelegt. Wieder eine andere Biene. Die suchen sich Glockenblumen gerne als Schlafplatz aus.



Nächtliches Gartenleben

Der dritte Standort meiner Wildkamera hat den Igel endlich sowohl im Bild als auch mehrfach als Video festgehalten. Und er war erstaunlicherweise zu ganz unterschiedlichen Zeiten unterwegs (oder es waren mehrere). Die ersten Bilder sind Dienstagabend gegen 21:30 Uhr entstanden, die anderen in der Nacht zum Mittwoch. Eine Katze war ebenfalls unterwegs. Sieht nach der Norwegischen Waldkatze aus.

Die Videoqualität wird in der Vollbildansicht nicht unbedingt schärfer (der Igel aber ein bisschen größer). Und natürlich steht unser Vogelfutterhaus nicht so schief. Das ist dem extremen Weitwinkel der Wild-Cam zuzuschreiben. Über die Bild-„Qualität“ dieser Cam muss ich ja nix mehr sagen. Aber sie macht immerhin Nachtaufnahmen.

Dieser Beitrag wird verlinkt mit Nicole’s „Plausch am Gartenzaun“ und Marius‘ Nature Thursday (jeweils am Donnerstag).


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16 Kommentare
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nina wippsteerts
22.05.2026 03:57

Zumal die Honigbienen die Wildbienen als Generalisten alles wegfuttern… ist wohl gerade in Städten/Gärten ein Problem Auf die Bodenbrüter in Kleinform versuche ich immer beim ersten Harken nach dem Winter zu achten, ihre Löcher sind nicht immer gut zu sehen, manche verstecken sie und andere lieben die freie Sicht. Wenn… Weiterlesen »

Edith
21.05.2026 18:51

Da hast du mir aus dem Herzen gesprochen, unsern Wildbienen fehlt die Wildnis. Wir haben einige Sandstellen im Garten, da habe ich schon Wildbienen beobachten können, die dort ein und ausgeflogen sind. Wir haben so einen Nachbarn, bei dem der Rasen immer ca 4 cm hoch ist, wirds mehr kommt… Weiterlesen »

Jutta
21.05.2026 18:05

Liebe Elke, man merkt es ja auch selbst, dass es immer weniger Bienen werden und freut sich, wenn man mal eins zu Gesicht bekommt. Im Garten mag es noch etwas anders sein, aber in der freien Natur ist da nicht viel zu sehen. Das mit der Imkerei wusste ich aber… Weiterlesen »

Lieselotte
21.05.2026 14:29

Liebe Elke, mein Vater war Imker ( Freizeit Imker ) und schon als Kind fand ich es spannend wenn er im Schutzanzug seine Lieblinge betreute. Eine rauchende Pfeife im Mund durfte nicht fehlen! Das “ Flüssige Gold “ wurden von unseren Nachbarn sehr geschätzt. Bei kleineren Wunden verarztete sich mein… Weiterlesen »

Liz
Liz
21.05.2026 11:55

Das sind ganz fantastische Bilder liebe Elke und ein wunderbarer und informativer Beitrag. Ich habe bisher noch kaum Bienen oder Hummeln bei uns gesehen. Aber dieses Jahr ist es auch sehr, sehr kühl.
Liebe Grüße und ein wunderschönes, sonniges Pfingstwochenende

Tiger
21.05.2026 08:33

Ja, ich weiß, und es ist leider wie mit Vielem und sehr traurig. 🐝😓
Bildung, was unsre Natur braucht (oder auch nicht!) ist soo wichtig.
Ein schönes Wochenende Dir! 😍
Liebgruß
Tiger
🐯

Birgit
21.05.2026 07:51

Moin liebe Elke, so ein schöner und interessanter Post, man kann gar nicht genug auf unsere Insekten … überhaupt wildlebende Tiere und unsere Natur aufmerksam machen. Wunderschön auch deine Bienchenfotos 😍 Oh wie schön das du den Igel nun doch mit der Wildkamera einfangen konntest. Das sieht so süß aus… Weiterlesen »

Nicole/Frau Frieda
21.05.2026 07:33

Was für ein spannender und gleichzeitig wichtiger Beitrag, liebe Elke. Gerade der Hinweis, dass Wildbienen viel mehr Aufmerksamkeit brauchen als Honigbienen, regt wirklich zum Nachdenken an. Und wie schön, dass der Igel sich nun endlich vor der Wildkamera gezeigt hat. Solche kleinen nächtlichen Gartenbesucher machen naturnahe Gärten doch erst richtig… Weiterlesen »

Mainzauber
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