Zwei ganz unterschiedliche Themen habe ich heute für euch (und das auch noch für zwei Linkpartys).
- Gedanken zum Welt-Bienentag
- Nächtliches Gartenleben



Welt-Bienentag am 20. Mai
Der Weltbienentag wird seit dem Jahr 2018 am 20. Mai gefeiert. An diesem Tag des Jahres 1734 wurde Anton Janša geboren, der als Pionier der modernen Imkerei gilt. Der Feiertag wurde von Slowenien im Rahmen der Organisation der Vereinten Nationen vorgeschlagen und am 20. Dezember 2017 angenommen.
Es sind aber weniger die Honigbienen, die unsere Aufmerksamkeit erfordern. Denen geht es vergleichsweise gut. Das sind ziemlich verhätschelte, gezüchtete Nutztiere. Es hat mich erschüttert, neulich in einer Fernsehsendung zu erfahren, dass es keine natürlichen, wilden Bienen in unseren Wäldern mehr gibt. Es gab eine gezielte Verdrängung durch die Imkerei. Die ursprüngliche einheimische Dunkle Honigbiene (Apis mellifera mellifera) wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Einfuhr und Zucht anderer, fremder Rassen genetisch stark verdrängt und schließlich komplett „weggezüchtet“. Früher gab es noch das Handwerk der traditionellen Waldbienenhaltung, die Zeidlerei. Mehr zum Thema Zeidlerei hier: Bienenbotschaft
Es gibt zwar heute wieder in freier Wildbahn lebende wilde Bienen, aber das sind verwilderte Abkömmlinge unserer Honigbiene. Und das Bild des Bären, der im Wald in Baumlöchern nach Honig sucht, das gibt es praktisch nur noch in Bilderbüchern. Zumindest gilt das für unsere europäischen Wälder.

Und was ist mit den Wildbienen?
Schlecht steht es dagegen wirklich um unsere Wildbienen.
Wildbienen sind praktisch alle Bienen außer den Honigbienen. Allein in Deutschland gibt es über 500 Arten, viele sind aber auch vom Aussterben bedroht. Das betrifft vor allem solitär lebende Wildbienen, die auf eine einzige Pflanzenart oder Gattung angewiesen sind, die Nahrungsspezialisten. Diese Arten sind daher auf das Vorhandensein bestimmter Blüten und deren die Blühzeit angewiesen und haben es deshalb besonders schwer. Andere, die Generalisten, können Pollen und Nektar von verschiedenen Pflanzen nutzen. Der Pollenvorrat dient als Nahrung für die Larven. Hier können wir in unseren Gärten bei der Auswahl der Pflanzen helfen. Ebenso fördern verschiedene Bodenarten das Vorkommen besonderer Wildbienen, da sie unterschiedliche Materialien zum Nestbau benutzen. 75 % unserer Wildbienen nisten im Boden! Ein Bienenhotel an der Wand nutzt nur sehr wenigen Wildbienen.
Das Thema ist wirklich sehr komplex. Das hier weiter auszuführen würde einen einzelnen Beitrag sprengen. Seit 2013 wird jedes Jahr eine „Wildbiene des Jahres“ gekürt. Das war 2024 die Große Holzbiene (auch Blauschwarze Holzbiene), 2025 die Garten-Blattschneiderbiene. In diesem Jahr ist es die Glockenblumen-Schmalbiene.



Das könnte eine Glockenblumen-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum) sein (ohne Gewähr). Ich habe sie am Sonntag fotografiert, allerdings auf einer Storchschnabelblüte. Das spricht eher dagegen.

2024 habe ich mich bei diesem Foto auf die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi) festgelegt. Wieder eine andere Biene. Die suchen sich Glockenblumen gerne als Schlafplatz aus.
Nächtliches Gartenleben
Der dritte Standort meiner Wildkamera hat den Igel endlich sowohl im Bild als auch mehrfach als Video festgehalten. Und er war erstaunlicherweise zu ganz unterschiedlichen Zeiten unterwegs (oder es waren mehrere). Die ersten Bilder sind Dienstagabend gegen 21:30 Uhr entstanden, die anderen in der Nacht zum Mittwoch. Eine Katze war ebenfalls unterwegs. Sieht nach der Norwegischen Waldkatze aus.


Die Videoqualität wird in der Vollbildansicht nicht unbedingt schärfer (der Igel aber ein bisschen größer). Und natürlich steht unser Vogelfutterhaus nicht so schief. Das ist dem extremen Weitwinkel der Wild-Cam zuzuschreiben. Über die Bild-„Qualität“ dieser Cam muss ich ja nix mehr sagen. Aber sie macht immerhin Nachtaufnahmen.
Dieser Beitrag wird verlinkt mit Nicole’s „Plausch am Gartenzaun“ und Marius‘ Nature Thursday (jeweils am Donnerstag).




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