Als ich heute Morgen an dem „Mini-Biotop“ vorbeikam, auf das ich kürzlich die Schnecken umgesiedelt hatte, fiel mir auf dem unteren Teil des Baumstumpfes ein Blumenkohl ähnliches, weißes Gebilde auf. Das musste wohl ein Pilz sein, der gerade erst in Erscheinung getreten ist. Die App Obsidentify identifiziert ihn zu 84 % als Stäublings-Schleimpilz (Enteridium lycoperdon, Syn.: Reticularia lycoperdon) im frühen Stadium. Das scheint mir zutreffend zu sein.

Wenn man genau hinguckt, kann man auch Stellen erkennen, an denen etwas Schleim ähnliches aus dem Fruchtkörper, dem Aethalium, austritt.
„Die Schleimpilze (Mycetozoa oder Eumycetozoa) sind ein Taxon einzelliger Lebewesen, die in ihrer Lebensweise Eigenschaften von Tieren und Pilzen gleichermaßen vereinen, aber zu keiner der beiden Gruppen gehören. Trotz ihres Namens sind sie also keine Pilze.“ (Wikipedia)
Das hört sich total interessant an, allerdings gibt es auf der Wikipediaseite folgenden Hinweis: „Das hier behandelte Taxon ist durch neue Forschungen obsolet geworden oder ist aus anderen Gründen nicht Teil der in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellten Systematik.“ Ich verlinke mal zur Wikipediaseite über Schleimpilze. Demnach würden aus den Sporen amöboide Lebewesen entstehen.
Genug geschleimt. Bei meinem kleinen Gartenrundgang heute Morgen habe ich im „Wäldchen“ endlich auch mal Blüten einer Elfenblume (Epimedium) entdeckt. Mit Elfenblumen experimentiere ich dort auch schon seit Jahren, aber wie bei zahlreichen anderen Pflanzen ist es schwierig sie dort anzusiedeln. Die vielen Tannennadeln, der trockene, saure Boden . . . Von drei Pflanzen überlebt meist nur eine. Die setzt sich dann aber durch und manchmal produziert sie dann auch widerstandsfähigen Nachwuchs wie bei den Leberblümchen.

Die Blüten sind kaum größer als der Nagel meines kleinen Fingers. Und an sich geht es mir auch mehr um das Laub als Bodendecker. Das kommt aber erst nach der Blüte. Die grünen Blätter haben einen hübschen roten Rand. Die alten Blätter habe ich erst vor zwei Wochen zurückgeschnitten. Sie sind wintergrün.

Ein etwas robusterer Bodendecker scheint mir die Waldsteinie zu sein. Da haben bislang alle Pflanzen überlebt. Sie verträgt auch trockenen Boden und könnte auf Dauer die Elfenblume verdrängen. Schaun wir mal.

Bei den Farnen tut sich auch schon was. Die letzten vertrockneten Wedel habe ich auch gerade erst zurückgeschnitten. Bis die wieder richtig grün sind, dauert es noch ein bisschen.

Wildwuchs – eine ganz andere Ecke, nämlich im Vorgarten. Da muss ich demnächst mal rangehen. Das ist so eine ziemlich unbeachtete Stelle, halb unter dem großen Bauernjasmin am Zaun zur Straße hin. Dort habe ich im Herbst die vor sich hin mickernde Rispenhortensie ausgegraben. Sie sitzt jetzt hinten im Garten an einer wesentlich besseren Stelle und scheint sich auch zu erholen.
Und zum Schluss noch zwei Minis aus der nassen Wiese: Gundermann (Glechoma hederacea) und Gänseblümchen.


Die Gundermannblüten habe ich heute entdeckt. Lila blühten bislang Veilchen und – eher rötlich lila – die Purpurrote Taubnessel. Die Veilchen sind nun schon wieder am Verblühen.
Obwohl der Gundermann oft als unerwünschtes Unkraut“ betrachtet wird, gehört er bei uns zu den wichtigsten Frühjahrsblumen für viele Wildbienen. Häufige Blütenbesucher sind auch Schwebfliegen und Wollschweber. Auch einige Schmetterlinge zählen zu den Blütenbesuchern (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling)
Und soeben (15:50 Uhr) kommt die Sonne zum Vorschein. Das ist doch mal eine Abwechslung zum Schmuddelwetter der letzten Tage. Es ist mit ca. 10 Grad auch nicht ganz so kalt. Ich wünsche euch einen angenehmen Restsonntag. Und kommt gut in die neue Woche, die uns den April und Ostern bringt.
Ach so, Moment, ein Eichhörnchen habe ich auch noch ;-). Ganz schön vom Winde verweht!




Liebe Elke ,
Deine Nah Aufnahmen sind einfach Grandios…
und der Komische Pilz … ist das echt ein Pilz?
Interessant
Liebe Grüße czoczo
Ein Naturgarten lässt einen immer staunen, plötzlich sieht man Pflanzen, von denen man noch nie was gehört hat, „Blumenkohlpilz“ z.B. Er sieht zwar sehr nett aus, aber essen sollte man den Schleimer nicht, habe ich gerade gelesen. Deine bunten Bilder aus dem Garten, sind wunderschön, und Elfenblume habe ich noch… Weiterlesen »
Ich glaube, diesen Stäubling würde man auch nicht essen wollen. Aber ich bin auf der Suche im Internet auf den Igel-Stachelbart gestoßen, der ihm im frühen Stadium des Fruchtkörpers offenbar recht ähnlich sieht. Der ist essbar und gilt außerdem als Heil-und Vitalpilz. Was immer das heißen mag.
Liebe Elke,
ich staune immer wieder, was du an Pilzen in deinem Garten findest. Der ist ja auch wieder sehr interessant.
Aber auch sonst sind deine Fundstücke sehr schön. Ich habe die ersten Blüten vom Löwenzahn entdeckt, aber Taubnesseln z. B. habe ich noch nicht gesehen.
Liebe Sonntagsgrüße
Jutta
Na ja, wir haben es an vielen Stellen ziemlich feucht und einen stark verdichteten Boden, außerdem eine Menge Totholz. Da fühlen Pilze sich wohl ;-).