Ich weiß ja nicht, wie das bei euch im Garten aussieht, aber ich vermisse in diesem Jahr zum ersten Mal die Blattläuse. Ja, ihr lest richtig. Natürlich habe ich bisher über zu viele Blattläuse eher geschimpft, aber dass es derzeit fast keine gibt, ist schon bedenklich. Zum ersten Mal ist es mir an der Zierdistel aufgefallen und jetzt ganz eindeutig am Bauernjasmin. Beides Pflanzen, die oft regelrecht schwarz waren von Blattläusen. Es gibt einige wenige an verschiedenen Rosenknospen, aber sonst: nichts, nada, rien. Und entsprechend auch keine Marienkäfer bzw. deren Larven. Wovon sollen die sich auch ernähren? Vor allem, wenn ihnen die Libellen noch Konkurrenz machen.

Dafür hatte ich heute zum ersten Mal eine männliche Plattbauch-Libelle (Libellula depressa) am Gartenteich. Hier hätte ich mich der berühmte „schöne Rücken“ entzückt, aber sie war zu schnell wieder weg. Gesehen habe ich den blauen Körper aber!

Großlibellen sind an unserem Teich sehr selten. Blaugrüne Mosaikjungfern sieht man hin und wieder fliegen. Sonst kommen nur die kleinen Arten. Aber vielleicht kommt der Plattbauch ja nochmal wieder. Außer am hellblauen, ein wenig wie bereift aussehenden Hinterleib erkennt man diese Libelle auch ganz gut an den dunklen Dreiecken auf den Flügeln. Bei diesem Männchen wurde der eine Hinterflügel bereits arg geschädigt. Das ist für das Überleben keine gute Aussicht.
Aber die kleinen „Blauen“ sind wieder da. Die, bei denen ich mich mit der Bestimmung immer sehr schwer tue.

Manchmal gibt es auch „Fehlgriffe“ und zwei Männchen versuchen sich zu paaren. Ich vermute aber, dass es sich um die Paarung der Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) handelt. Oben das Männchen, unten das Weibchen, das ziemlich dunkel gezeichnet ist und damit auffälliger als die Weibchen der Libellen üblicherweise.


Ob Libellen auch auf Marienkäfer Jagd machen? Zumindest sind Libellen keine Kostverächter, sogar „Kannibalismus“ konnte ich schon beobachten. Viele, was in unseren Augen hübsch aussieht, ist durchaus nicht immer friedlich, wenn es um die Nahrungsbeschaffung geht.

Das Brandkraut hat sich Zeit gelassen, bis es nun erstmalig Blüten zeigt. Aber wann sonst, wenn nicht bei diesen Temperaturen!
Der Igel kommt abends immer noch an derselben Stelle zum Vorschein, aber täglich etwas später. Entweder wandert er durch den ganzen Garten oder es gibt doch mehrere, denn Igelkot habe ich jetzt schon an verschiedenen Stellen gefunden.

(alle anderen Bilder mit der OM-3 und dem 12-200 mm oder dem 60 mm Macro)
Ein derzeit eher seltener Gast ist die hübsche Türkentaube. Anders als die nervtötenden Ringeltauben empfinde ich sie als friedlich und angenehm. Die Ringeltauben vertreiben mir zurzeit sogar die Eichhörnchen. Dazu ein anderes Mal mehr.


Inzwischen blühen auch fast alle Rosen im Garten. Das ist schon ziemlich verrückt. Der Mai ist noch nicht mal um. Im Header seht ihr die Rose Nostalgie ®, hier gerade die Super Excelsa ® auf der einen Seite des Rosenbogens. Auf der anderen blüht die leicht cremefarbene ‚Ilse Krohn‘. Und dahinter öffnet nun auch der Bauernjasmin seine Blüten.
Langsam gewöhne ich mich sogar an diese Temperaturen. Gartenarbeit bei 30 Grad? Geht doch! Der Göttergatte hat sich allerdings für den Part mit dem Teich entschieden. Planschen macht halt Spaß 😉. Nee, er versucht jede Menge Kies aus dem tiefen Wasserreservoir, das die Bachquelle speist, hochzuschaufeln. Das ist Knochenarbeit.

Dieser Beitrag wird verlinkt mit Nicole’s „Plausch am Gartenzaun“ und Marius‘ Nature Thursday (jeweils am Donnerstag).




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