Eigentlich können die von überallher kommen. Die Herkunft des Wortes kommt aus dem Lateinischen: Inspiration, wörtlich ‘das Einhauchen’ oder eben auch Eingebung. Inspirationen verhelfen uns meistens zu Handlungen, oft künstlerischer Natur, aber nicht nur. Ganz banal kann mich das Betrachten eines schönen Fotos aus der Natur inspirieren, selbst die Kamera zu schnappen und Fotografieren zu gehen. Es kann aber auch ein Geruch sein, ein Musikstück, alles Mögliche. Inspirationen kommen also – wenn nicht durch Meditation oder spontane Gedanken – oft von außen.

Eigentlich Joakim Jan Aril „Jack“ Berntsen (1940-2010)
Vorab: Da es heute sehr heiß war, habe ich keine neuen Fotos. Da mich aber Kirsi kürzlich auch mit ihren herrlichen Fotos aus Finnland begeistert hat, greife ich mal kurzerhand auf alte Fotos von 2013 zurück, Fotos von unserer Hurtigrutenreise durch Nordnorwegen. Im Header seht ihr eine Glaswand, die ich auf dem Schiff mit dem Namen Finnmarken fotografiert habe. Wir konnten bei den Aufenthalten praktisch alle Schiffe kurz besuchen, da sich immer welche auf der Hin- und andere auf der Rückreise befanden.

Die Inspiration zu diesem Beitrag war eine Kettenreaktion. Kirsi fragte nach einem Begriff, den ich früher einmal in einem Beitrag über das Bullet Journaling benutzt habe, konnte sich aber nicht mehr genau daran erinnern. Aus ihrer Umschreibung kam ich plötzlich wieder auf die Common-Place-Books, historisch auch Kollektaneenbücher (lat. für Sammelbücher) genannt. Das ist dann so ein Moment, in dem ich es mal bedaure, nicht auf die gelöschten Beiträge meiner alten Blogs zurückgreifen zu können. Aber ich habe daraufhin wieder ein bisschen recherchiert. Was kann man bei der Hitze (!) auch groß anderes machen? . . . {Wir haben allen Ernstes draußen 33 Grad.} . . . Und bin auf dem Blog von Hanns-Josef Ortheil hängengeblieben und von dort bei einem Buch von F. Scott Fitzgerald „Der Moment der Schönheit: Aus den Notebooks“. Und das habe ich mir postwendend bestellt. Bei diesen Notebooks handelte es sich vermutlich auch um Common-Place-Books. Ortheil hat in einem Blogbeitrag seine Leser*innen aufgefordert, ihm ihre Lieblingssätze aus diesem Buch mitzuteilen. Und ich fand diese so schön, dass ich das Buch nun unbedingt selbst lesen will.



Am Nordkap
Was ich ganz witzig finde: In englischsprachigen Artikeln findet sich im Zusammenhang mit verschiedenen Arten von Notizbüchern auch der deutsche Begriff „Zettelkasten„. Und noch was: Ähnlich wie es unter Fotografen derzeit wieder eine Rückbesinnung auf das analoge Fotografieren gibt (für die Jüngeren unter euch ‚Fotografieren mit Film und Dunkelkammer‘), gibt es wohl auch Leute, die sich plötzlich wieder für das Tippen auf alten Schreibmaschinen begeistern. Also für mich wäre beides nichts, dafür bin ich ein zu ungeduldiger Mensch. Aber als Experiment oder Hobby kann ich es verstehen.
Aber zurück zum Ausgangspunkt
Common-Place-Books
Ein Common-Place-Book ist ein Notizspeicher, um Gelesenes oder Gehörtes intensiver zu verarbeiten und ist im Gegensatz zu einem Tagebuch oder Bullet Journal nicht chronologisch oder an den eigenen Alltag gebunden. Man hält darin Ideen fest, Zitate, ganze Textpassagen, Zeichnungen, Fotos etc.. Klassischerweise macht man das handschriftlich, was natürlich zeitaufwendiger ist, als wenn man es am PC macht. Wobei ich immer die analoge Version vorziehe. Was natürlich nicht ausschließt, dass man sich aus dem Internet etwas ausdruckt, das man dann in das Buch einklebt oder sich einfach Quellen / URLs notiert. Aber das ist dann in der heutigen Zeit wirklich schon wieder eher ein Hobby, dem man sich widmen muss. Einem Art-Journal vielleicht vergleichbar. Das Common-Place-Book (Kollektaneenbuch) hat seinen Ursprung in der Renaissance. Schon im 14. Jahrhundert wurde es von Denkern, Schriftstellern, Philosophen und Forschern verwendet, um Wissen und Kenntnisse festzuhalten. Wenn ich darüber nachdenke, wie meine ersten Bullet Journale ausgesehen haben, kamen die den Common-Place-Books eigentlich schon sehr nah. Ich habe mir damals viel Zeit genommen, viel reinzukleben oder zu notieren, zu malen, was mir wichtig war.


Das klassische Bullet Journal hat vorn immer einen Index und die Seiten sollten nummeriert sein. Um so mehr, wenn man die täglichen To-do-Listen durch Sammlungen ergänzt. Sammlungen werden im BuJo meistens ab der Mitte nach hinten zu eingefügt. Im Common-Place-Book wird alles eher unsortiert aufgehoben. Umso mehr ist es da notwendig, einen Index zu haben. So ein Common-Place-Book wird auf Dauer sicher eine immerwährende Quelle für Inspiration sein.
Das war’s. Und wie ihr seht, können wir uns auch untereinander durch einfache Nachfragen inspirieren. Ich bekomme jedenfalls richtig Lust auf ein Common-Place-Book. Im Prinzip brauche ich dazu aber kein neues Buch, obwohl das vielleicht auch Spaß machen würde. Mein BuJo entsprechend zu gestalten, könnte reichen. Im Prinzip aber doch eher etwas, das ich mir für den Winter aufheben sollte – oder? Oder doch bei großer Hitze? Na, schau’n mer ma.
Schatzsuche betreiben
Ich habe gerade zum Thema Common-Place-Books noch ein bisschen mit der KI gechattet 😉. Für mein BuJo nutze ich am liebsten festgebundene Bücher wie die von Leuchtturm oder neuerdings die günstigeren (und hübscheren) von Lebenskompass. Aber für ein Common-Place-Book sind Ringbücher oder Systeme wie die Traveler Notebooks vielleicht sogar idealer. Ich habe da auch noch was in den Schubladen schlummern, das ich vermutlich reaktivieren kann. Da muss ich mich mal auf Schatzsuche begeben. Wer das System nicht kennt: Traveler Notebooks sind Ledercover, in die durch Gummibänder austauschbare Hefte eingebunden werden. Da kann man, sofern man das möchte, mit mehreren Heften arbeiten und sie für unterschiedliche Themen nutzen. Perfekt finde ich Cover, die minimal größer sind als DIN A5, denn in die kann man auch ganz normale Schulhefte einbinden, die entschieden günstiger sind als die Hefte, die beispielsweise für das Original Traveler-System angeboten werden.
Last but not least, es gibt sogar von Centi ein kurzes Video zu einem Kollektaneenbuch, das sie gebastelt hat. Centi ist ja sowas wie die ultimative Queen kleiner Bastelbücher. Auf YouTube finden sich reichlich Videos zum Thema, allerdings fast ausschließlich englischsprachig. Aber man kann dort feststellen, dass die Bandbreite, wie solche Common-Place-Books aussehen können, riesig ist.



Was für herrliche Fotos aus Norwegen liebe Elke. Das gefällt mir wirklich sehr und bringt schon beim Anblick Kühlung :-))). Inspiration ist genau das da gehören auch alle Sinne dazu und manchmal ist es wirklich ein Geruch oder das Gefühl das dafür entscheidend ist.
Liebe Grüße
Kerstin und Helga
Alles, was etwas Abkühlung bringt (und seien es auch nur Bilder aus Norwegen), tut gerade gut 😉.
Guten Abend liebe Elke,
schaue jetzt dann noch an, was du über dein BuJo verbloggt hast. Ich habe auch BuJo gezeichnet/geschrieben, habe jedoch aufgehört, als wieder 100 % arbeitete. Ich bin ein grosser Fan von Leuchtturm, gepunktet.
Hab einen schöne Abend und liebe Grüessli Edith
Ich habe früher auch immer Leuchtturm gekauft. Aber das Papier von Lebenskompass ist besser (120g/m² vs. 80g/m²). Sonst gibt es da kaum Unterschiede, nur die rückwärtige kleine Falttasche fehlt. Aber die vermisse ich nicht. Hat es doch! Was schreibe ich denn da? Dafür haben die Notizbücher von Lebenskompass wunderschöne Einbände… Weiterlesen »
Sehr schöne Eindrücke, liebe Elke…auch wenn sie aus 2013 stammen. Ja, inspirieren lasse ich mich auch gerne und schaue einfach, ob es mit mir, meinem Geschmack und auch meinem Alltag kompatibel ist.
Einen lieben Gruß von Marita
Klar, das ist ja auch die Hauptsache. Manches probiert man auch erstmal aus und entscheidet sich dann, ob es passt oder nicht.
Liebe Elke, ein interessantes nicht einfaches Thema: Was inspiriert mich? Was hat mich inspiriert bei 37° am PC zu sitzen, um hier eine Antwort zu finden.? Die Neugier, was gibt es bei Elke!. Man bekommt täglich Inspirationen, greift auch viele Ideen auf, um sie umzusetzen, aber dann… verliert sich schnell… Weiterlesen »
Wenn ich an Schreibmaschine denke, dann auch immer an meine Praxiszeit, als Rechnungen noch mit drei Durchschlägen getippt wurden und Tipp-ex unverzichtbar war. Aber beigebracht habe ich mir das Schreibmaschineschreiben selbst schon während meiner Schulzeit. Ich wollte unbedingt in den Sommerferien von der Küchenhilfe bei Nestle über den Servicebereich zur… Weiterlesen »
Liebe Elke, da warst du ja wieder fleißig am Recherchieren und Schreiben und ich habe auch alles mit großem Interesse gelesen. Diesmal ist die Ansteckungsgefahr aber sehr gering, denn da ich ja schon ewig Probleme mit der rechten Hand u.a. auch beim Schreiben habe, wird es für mich Bücher in… Weiterlesen »
Ja, wenn man Probleme mit den Händen hat, sind Notizbücher im Internet eine sehr gute Alternative. – Ich gestehe, dass mir der Autor vorher überhaupt kein Begriff war, eher seine Romane wie „Der große Gatsby“. Aber selbst die eher durch die Verfilmung. Auch der Film „Der seltsame Fall des Benjamin… Weiterlesen »
Ich werde meistens von Bildern aus dem Internet inspiriert. Vor allem, wenn es ums Handarbeiten geht. Ich sehe etwas was mir gefällt, speichere diese Bild ab und versuche z.B. das Muster/den Schnitt für mich umzusetzen. Nicht 1:1, sondern meist nur einen Teil davon und so schaffe ich dann wieder was… Weiterlesen »
Du ebenfalls,danke. Ich finde es toll, wenn man so gut Handarbeiten kann, dass man Inspirationen aus Bildern gewinnen und dann umsetzen kann.