Nein, ich meine jetzt nicht, dass die Eintracht 1:4 gegen Augsburg verloren hat. Immerhin können wir noch mit Fug und Recht darauf verweisen, dass wir gegen den Tabellenführer der Bundesliga verloren haben. What??? Ja, tatsächlich. Durch ihren Sieg haben die Augsburger tatsächlich mal die Bayern vom Thron gestoßen.
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Ich meine die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt. Nicht dass dieses Ergebnis nach allen Voraussagen der letzten Wochen noch eine echte Überraschung gewesen wäre, aber ein bisschen Hoffnung hatte man ja schon, dass es nicht so hoch ausfallen würde. Über das ‚Warum‘ zu schreiben und zu diskutieren, erspare ich mir und euch. Das tun Andere zur Genüge.
Nur eins will mir absolut nicht in den Kopf: Wir kennen unsere Geschichte und Warnschüsse gab es ja auch genug. Warum zum Henker, warum war es nicht längst möglich, eine gesichert rechtsextremistische Partei zu verbieten? Gesichert rechtsextremistisch heißt für mich: Wir wissen, was die vorhaben und müssen das verhindern. Eine solche Partei erst groß werden zu lassen und dann zu jammern, ist genauso dumm wie einen bei der Tat ertappten Verbrecher als „mutmaßlich“ zu bezeichnen und ihn wieder auf freien Fuß zu setzen (weil er ja einen festen Wohnsitz hat – oder so).
Kann man das alles mit „das ist eben Demokratie“ oder „wir leben halt in einem Rechtsstaat“ begründen? Ja, ich bin froh, dass wir immer noch in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat leben. Aber ich habe das Gefühl, wir müssen noch einiges mehr als bisher dafür tun, dass das so bleibt. Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Derzeit ganz besonders nicht.
Am Samstagvormittag habe ich wie immer im HR1 Werner Reinkes ‚musikjournalistische Sendung Reinke am Samstag‚ gehört. Dieser Mann gehört für mich zu den intelligentesten und warmherzigsten Moderatoren und verfügt mit seinen inzwischen achtzig Jahren über eine Menge Lebenserfahrung. Er verabschiedete sich mit diesen Worten (sinngemäß), die sich mir sofort ins Gedächtnis eingebrannt haben: Und wenn die Menschen morgen in Sachsen-Anhalt die Qual der Wahl haben, wünsche ich Ihnen, dass es keine Wahl der Qual wird. Besser konnte man es wirklich nicht sagen. Heute kennen wir das Ergebnis und ich kann uns allen in ganz Deutschland für die nächsten Jahre nur wünschen, dass wir anders wählen. Wer will schon die Qual wählen?



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