Anmerkung gleich zu Anfang
Ich habe diesen Beitrag mehrfach überarbeitet, weil ich mich tatsächlich in mehrerer Hinsicht in einem Prozess befinde. Durch mein aktuelles (erneutes) Vorhaben, mehr für Fitness und Gesundheit zu tun, hat sich auch das Journaling verändert. Und das finde ich spannend, weil Journaling für mich genau so funktionieren soll. Mehr dazu weiter unten.
Mal ein kleiner Rückblick, wofür ich mich letzten Endes entschieden habe und warum.
Wie ihr wisst, habe ich mich in den letzten Wochen intensiv mit diversen Formen von Notiz-„büchern“ beschäftigt. Bücher in Gänsefüßchen, weil auch Apps im Spiel sind. Die Idee des Kollektaneenbuchs oder engl. Commonplace Books hat mich fasziniert. Da ich sowieso Tagebuch schreibe oder so eine Mischform aus Bullet Journal und Tagebuch, war mir der Gedanke nicht fremd, Teile meines BuJos = Bullet Journal als Collections, also thematische Sammlungen, einzurichten. Vor Jahren habe ich das auch konsequent gemacht, und ich liebe es heute noch, in diesen alten Einträgen zu stöbern. Dazu gehörten oft auch Bilder, Zeichnungen, Ausgeschnittenes aus Zeitschriften etc. Im Lauf der Jahre habe ich damit aufgehört und je weniger Termine und Verpflichtungen ich hatte, umso mehr wurde aus dem Bullet Journal auch ein Tagebuch. Und auch das Bloggen ist ja eine Art Journaling.
Deshalb hier nochmal ein Überblick und ein Fazit, was mir persönlich wichtig ist. Und was ihr vielleicht berücksichtigen solltet, wenn ihr mit dem Gedanken spielt, ein solches Notizbuch – wie immer ihr es nennt – zu führen. Und ob es euch wirklich ein Bedürfnis ist oder doch nur eine Idee, angeregt von meinen Beiträgen oder Youtube Videos.

Von den Leuchtturm-Notizbüchern bin ich inzwischen etwas abgekommen. Das Papier hat mir nicht mehr so richtig gefallen und zu teuer sind sie auch, vor allem seit da eine Geschäftsbeziehung mit Ryder Carroll besteht. In meinen Augen ist der Preis des „offiziellen“ Bullet Journals sein Geld nicht wert. Ist aber nur meine Meinung.
Commonplace Book vs. Notion
So sehr mich kurzfristig die Idee eines Commonplace Books auch faszinierte, so schnell wurde mir klar, dass ich dafür nicht gemacht bin. Handschriftlich seitenweise festzuhalten, was mich an Gelesenem, Gehörten oder Erlebten beeindruckt hat – nein, das würde ich niemals durchhalten. Und wozu auch? Ich kann mir Wichtiges immer noch ganz gut merken, aber warum soll ich Zitate aufschreiben, Gedanken anderer Menschen, die mit mir selbst nichts zu tun haben?
Die Idee des CPBs beruht ja darauf, dass man ganze Passagen aus Büchern abschreibt, um „was auch immer“ damit zu machen. Manche sagen, dass es ihnen als „zweites Gehirn“ dient, um Ideen miteinander zu verknüpfen und später leichter wiederzufinden. Es ist also ein individueller Speicher für Inspiration, Lernen, Selbsterkenntnis etc.
Aber natürlich gibt es Sachen wie Rezepte, Adressen, Geburtstage (meine größte Schwachstelle) oder Erklärungen zu bestimmten Pflanzen, die ich mir notieren möchte. Und da kommt bei mir inzwischen die App ‚Notion‘ ins Spiel. Statt mit meiner Sauklaue etwas zu notieren, das ich hinterher vielleicht gar nicht mehr lesen kann, ist es sehr viel einfacher, die Dinge aufzusprechen. Ja genau, ich tippe nur noch selten, sondern spreche meine Notizen zum größten Teil in die App, die das dann als Text niederschreibt. Besser geht es doch nicht, vor allem auch unterwegs. Und wenn ich es für notwendig halte, irgendetwas davon doch noch handschriftlich in mein BuJo zu übertragen, dann kann ich das immer noch zusätzlich machen.



BuJo & Notion – für mich die perfekte Kombi (?)
BuJo? Ja, egal wie ich mein Tagebuch/Notizbuch auch tatsächlich gestalte, für mich bleibt es kurz und bündig mein BuJo. Mit dem Monat August habe ich ein Neues anfangen und es hat kleine Veränderungen geben, vor allem beim Index. Mit farbigen Bullet Points werden seitlich besondere Inhalte gekennzeichnet und diese dann im Index eingetragen. Das ist so eine klitzekleine Anlehnung an das Commonplace Book. Oben seht ihr den Anfang und auch gleich, dass es bei mir nie optisch so perfekt wird, wie man es oft auf Instagram oder Pinterest sehen kann. Insgesamt aber soll es keine längeren handschriftlichen Collections geben, (obwohl die spontane Zusammenfassung eines interessanten Videos gleich zu Anfang aus dem Rahmen fällt.). Dafür benutze ich weiterhin die App Notion, die mir nach einiger Zeit der Einarbeitung inzwischen sehr gut gefällt. Ich finde es großartig, dass ich beispielsweise Wichtiges aus dem Internet einfach markieren und es sofort an Notion (und dort sogar gleich an die richtige Stelle) übertragen kann. Übrigens auch Fotos und Videos – Speicherplatz ist kein Problem. Nur die wirklich persönlichen Gedanken, das, was mich Tagebuch schreiben lässt, werde ich keiner App anvertrauen, genauso wenig, wie sie auf meinem Blog erscheinen.
Und dann kam es doch ganz anders
Während ich mir diverse Videos angesehen habe, in denen es um Fitnesstraining und gesunde Ernährung geht, aber auch mal wieder Themen, die auf ‚Miracle Morning‘ zurück gehen, habe ich ganz automatisch zu meinem neuen BuJo gegriffen. Und inzwischen seitenweise Gedanken aufgeschrieben, die ich dann in den Seitenspalten mit Anmerkungen und Bullets versehen habe und das dann stichwortartig vorne im Index notiert. Also nichts mit Notion, zumindest aktuell weit weniger als ich dachte. Das analoge Notieren liegt mir offenbar doch sehr viel mehr. Und ich setze mich auf diese Weise mit den Themen auch stärker auseinander.
Fazit: Ein starres System gibt es für mich nicht – die Methode mein ‚BuJo‘ zu gestalten bleibt flexibel und passt sich an aktuelle Prozesse und Bedürfnisse an. Die Dinge bleiben im Fluss 😉.
Zum Schluss ergab sich ganz von selbst noch ein kleines Gedicht.
Buchstabe reiht sich an Buchstabe,
viele ergeben ein Wort,
Wörter machen Sinn –
vielleicht



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