Nein, erstaunlicherweise noch nicht mal das. Aber Muskelkater habe ich von gestern schon. Mehr in den Oberschenkelmuskeln als, wie ich eigentlich dachte, im rechten Arm. Ich war fast den ganzen Tag im Garten beschäftigt und frage mich, woher ich neuerdings die ganze Energie nehme. Aber – hach, ich habe Beete zurückgewonnen. Ich weiß noch, wie vor einigen Jahren Jutta mal schrieb, dass sie in ihrem damaligen Garten die Beetränder / Rasenkanten ausgestochen hat. Damals konnte ich mir das für mich nicht vorstellen – viel zu anstrengend. Inzwischen bin ich etliche Kilos leichter und habe wohl trotzdem mehr Muskeln und Energie als damals. Oder einfach Willenskraft und Spaß an der Gartenarbeit. Das Headerbild zeigt heute leichte Kollateralschäden. Bei Abschneiden der verblühten Strauchpfingstrosenblüten, geriet mir auch eine kleine versteckte noch unter die Schere. Und die unteren Ästchen am Ginster mussten weg, weil hier endlich mal Blüten vom Brandkraut erscheinen.

Von der Körpergröße her bin ich einigermaßen sicher, dass es keine Dunkle Erdhummel ist. Diese hier war doch entschieden kleiner.
Als ich neulich unterhalb des Teichrandes das Beet bearbeitet habe, um die kleine Kräuterspirale anzulegen, habe ich zum ersten Mal mit „archäologischer“ Präzision nach den Rasenkanten gesucht, die vor gut fünfzehn Jahren dort mal eingegraben wurden. Eingegraben ist wörtlich zu nehmen, denn die waren innerhalb kurzer Zeit verschwunden. Nachdem ich sie freigelegt hatte, war das Beet gleich ein ganzes Stück größer. Das Gleiche habe ich gestern rund um das langgezogene, schmale Beet entlang der Hecke gemacht. Schweißtreibend, aber erfolgreich. Das Beet hat nun teilweise die doppelte Tiefe und ist wieder schön geschwungen. Allerdings muss ich die neu gewonnene Fläche noch umgraben und Gras, Moos und Unkräuter entfernen. Die blöde Plastikumrandung bekomme ich nicht raus. Damit muss ich leben. Aber wenn ich in Zukunft die Ränder sauber halte, dann geht das auch. Oder ich lege noch eine zusätzliche Umrandung aus Rasenkantensteinen zusätzlich an. Mal sehen.

Hier sind es Schwarze Wegameisen (Lasius niger), die es auf den sogenannten Honigtau = Ausscheidungen der Blattläuse abgesehen haben. Ein Tröpfchen kann man im Foto ganz gut erkennen. Dieser Honigtau ist ähnlich süß wie die Zuckertropfen, die von den Nektarien mancher Pflanzen (siehe letzter Beitrag) erzeugt werden. Und wo sind nun die Marienkäfer, die noch im frühen Frühjahr so zahlreich gesehen habe? Fehlanzeige! Hoffentlich nicht verhungert. Denn damals gab es ja noch keine Blattläuse.
Wir haben noch etliche Beete, die ich nach und nach ähnlich bearbeiten muss. Aber alles zu seiner Zeit. Jetzt habe ich mir erstmal eine Mini-Kettensäge mit Akku bestellt. Wenn ich Sträucher zurückschneide, gibt es immer wieder dickere Zweige, die ich mit der Astschere nicht ab bekomme. Und dann dafür jedes Mal männliche Hilfe anzufordern, ist mir echt zu blöd. Nachdem ich mich im letzten Jahr endlich an eine elektrische Heckenschere getraut habe, schaffe ich das auch mit der Kettensäge. Jedenfalls mit so einer kleinen. Ich bin definitiv im Garten“flow“.


Und es soll im Lauf der Woche noch wärmer werden. Das müsste ich jetzt nicht haben. Wichtiger wäre endlich mal wieder Regen. Der Wasserspiegel in unseren Regentonnen – wir hatten sie glücklicherweise in diesem Winter nicht geleert – geht bereits wieder merklich nach unten. Das ist nicht gut. Und trotz der Trockenheit gibt es schon wieder Stechmücken. Nicht draußen im Garten, im Wohnzimmer bin ich gestern Abend allen Ernstes von so einem Vieh gleich mehrfach gestochen worden. Die sind mittlerweile echt fies, die hört man gar nicht mehr. Das ist wohl auch Evolution. Wer geräuschlos sticht, kommt erfolgreicher durch’s Leben 🦟.
Heute mache ich im Garten vermutlich nicht so viel. Erstmal den Muskelkater sich etwas beruhigen lassen. Aber vielleicht ein paar Kleinigkeiten. Ich habe noch ein zwei Töpfchen mit Kartäusernelken herumstehen, die ich einpflanzen muss. Und dann mal gucken, ob ich die Frühe Adonisjungfer oder Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) noch fotografieren kann, die ich heute Morgen kurz entdeckt habe. Die war nur gleich wieder weg.

Letztendlich habe ich dann doch weitergemacht. Der Bogen geht unten noch ein ganzes Stück weiter. Dort habe ich auch gleich noch angefangen, Gras, Moos und Unkraut zu entfernen. Gerade so weit, wie der Schatten vom Ahorn am Nachmittag reichte.
Und – hurra! – ich habe auch die Adonislibelle noch einmal entdeckt und fotografieren können.


OM-5MII & Lumix 14 – 140 mm; ISO 200 – 1/500 sec – f/6.3
Das war’s für heute. In jeder Beziehung alles recht zufriedenstellend, muss ich sagen ;-).



Liebe Elke,
dann wünsche ich dir weiterhin frohes Schaffen. Das du dich noch daran erinnerst, aber man muss sicher auch in einem naturbelassenen Garten dem Rasen/der Wiese gewisse Grenzen setzen.
Dein Rhododendron blüht ja ganz herrlich und die ersten Libellen fliegen auch schon.
Liebe Grüße
Jutta
Auf jeden Fall. Urwald ähnliche Zustände sollen es ja nicht werden 🌴🐒🐒. Es soll schon einerseits Beete und andererseits die wilde Wiese geben. Naturbelassen ist auch vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Es geht ja eher darum, viele heimische Blumen und Pflanzen in den Garten zu holen und ihn insgesamt so… Weiterlesen »