Heute Vormittag hatte ich ja erstmal den Verdacht, dass die Sonne eventuell herumschmollte, weil ich gestern der Meinung war, es sei zu heiß für diese Jahreszeit. Aber nun knallt sie wieder kräftig vom Himmel. Trotzdem hat sie sich auch vormittags hin und wieder gezeigt und ich bin mal mit dem Makroobjektiv in den Garten. Angezogen hatten mich die Blüten der Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias „Black Pearl“) neben der Kiefer (siehe Headerbild). Die roten Nektardrüsen leuchteten so richtig. Viele Knospen und Blüten erzeugen richtige Nektartropfen. So etwas Ähnliches wie die kürzlich erwähnten Nektarien (nicht zu verwechseln mit Nektarinen) an der Traubenkirsche. Nur müssen diese extrafloralen Nektarien nicht immer so kugelrund sein. Bei den Pfingstrosen entsteht der Zucker an den Rändern der Hüllblätter.


Erst habe ich die Blütenknospen der Berg-Flockenblumen (Centaurea montana) abgesucht, dann die der Pfingstrosen. Bei den Pfingstrosen weiß ich schon seit Jahren, dass sie Zuckersäfte produzieren, die die Ameisen regelrecht anziehen. Und das ist gut so. Indem die Ameisen den Zuckersaft fressen, verhindern sie ein Verkleben der äußeren Hüllblätter. Würden sie das nicht tun, könnten sich die Knospen eventuell nicht zur Blüte öffnen. Also eine richtige Symbiose. Bei der Berg-Flockenblume ist das so ähnlich.

Ich bin nicht sicher, welche Ameisen auf den Knospen herumkrabbeln. Eigentlich sehen sie exakt so aus wie die Rote Waldameise (Formica rufa). Aber ist das möglich? Richtige Ameisenhaufen, wie sie die Waldameise erschaffen würde, habe ich bei uns im Garten glücklicherweise noch nie gesehen. Kleine Häufchen und Löcher im Rasen dagegen immer wieder. Alternativ käme die Blutrote Raubameise (Formica sanguinea) infrage. Ist auch eine Waldameise, aber baut keine Hügel.
Am Holz unseres Carports kann man bei den Makroaufnahmen gut erkennen, wie fleißig es von diversen Wespen bearbeitet wird. Die brauchen Baustoff für ihre Nester.


Hinter dem Carport habe ich heute rosa bzw. zartlila Hasenglöckchen entdeckt. Die sind (mir) neu. Bisher wusste ich nur von weißen und blauen Hasenglöckchen. Da müssen sich mal wieder irgendwelche Gene gekreuzt haben.

Später konnte ich noch ein Rotkehlchen mit Beute entdecken. Aus dem Eibisch heraus beobachtete es zunächst mal die Umgebung, bevor es zur Ligusterhecke flog, wo sich ganz sicher das Nest befindet.


Heute spare ich mir eine ausführliche Gießrunde. Es war doch insgesamt merklich kühler als gestern, eher 17 Grad als 23 Grad. Aber in der Sonne dennoch warm genug.
Habt noch einen schönen Abend und morgen einen guten Start in die neue Woche. Der 1. Mai ist nicht mehr weit.
Noch ein Nachtrag: Ich hatte vor einem Monat mal eine Anfrage wegen einer Biene ins Naturforum gestellt, die ich für eine Frühlings-Seidenbiene hielt. Auf die Anfrage habe ich lange Zeit keine Antwort bekommen, inzwischen aber doch. Ich zeige das Bild nochmal. Es handelt sich um das Männchen einer Flaum-Sandbiene (Andrena nitida). Herzlichen Dank an Klaus Rennwald.
Übrigens, diese Biene hat auch noch einen sehr mysteriös klingenden deutschen Namen „Glänzende Düstersandbiene„.




Vor allem das letzte Foto mit der Biene und dem sich noch fix draufgemogelten Winzling gefällt mir. Aber auch die besondere Knospe mit den regelmäßigen Zacken
Wie warm es auf der Südseite, bzw in der Sonne war, weiß ich nicht. Im Schatten/-Nordseite war es etwa 23°C.
Liebe Grüße
Nina
Die mit den Zacken ist die Knospe der Berg-Flockenblume.
hach..
wundervolle Makros hast du gemacht..
Favorit das Rotkehlchen 😉
an meinen Pfingstrosen sind noch gar keine Ameisen zu sehen
dafür habe ich heute ein Ameisennest zwischen meinen Kissen entdeckt
ganz winzige
Bild habe ich gar keins gemacht..
ich hab die Kissen nur schnell ausgeschüttelt 😉
LG
Rosi
Oh, zwischen den Kissen? Aber doch im Garten, oder?
Liebe Elke, wunderschön sind deine Makroaufnahmen, die Knospe der Flockenblume ist ganz fantastisch. Meine Mutter hat übrigens auch immer Kornblume dazu gesagt. Das Vögelchen, das in unserem hohlen Baum brütet, scheint ein Schnäpper zu sein – die Eierfarbe würde stimmen und auch das Nistverhalten im hohlen Baum. Wenn die Eltern… Weiterlesen »
Ohhhhh – nein, also mit Bienen habe ich eher nichts im Sinn. – Auch bei uns ist es extrem trocken. Ich habe gestern und heute viel im Garten gemacht und das staubt ohne Ende. Abends muss ich auch gießen. Heute habe ich die erste Frühlings-Adonislibelle am Teich fotografieren können.
Hallo liebe Elke, oh ich habe Deinen Geburtstag vergessen, ganz ganz herzliche nachträgliche Glückwünsche möchte ich Dir senden. Irgendwie hatte ich mir gemerkt, das Du nach mir Geburtstag hast und auch FB hat nix verraten. Ich habe eben schon gelesen das Du einen schönen und gemütlichen Tag hattest, das freut… Weiterlesen »
Danke, liebe Kirsi. Ja, richtig – Hiltrud Baier. War mir total entfallen.
Moin liebe Elke, WOW … das sind ganz tolle Makroaufnahmen, ich mag solche Details sehr. Ich müsste mich auch mal wieder damit beschäftigen. Das Rotkehlchen mit dem Insekt ist mein Favorit. Aber auch deine anderen Aufnahmen sind Spitze! P.S. Auf deine Frage gestern hatte ich dir geantwortet: Ja echt schade,… Weiterlesen »
Macht nichts, hätte mich interessiert, aber auch das Internet weiß nicht alles. Danke für die Recherche 👍.
Hallo Elke,
da hast Du einige tolle Makros gemacht. Die Ameise ist super.
Das Rotkehlchen hat seinen Schnabel ja ganz schön vollgepackt.
Lieber Gruss Claudia
Das muss Junge versorgen 🪺🐦🪺.
Tolle Aufnahmen, ich mag die Details mit den Insekten, aber auch das kleinen hungrige Rotkehlchen. Fressen und gefressen werden, das ist nun mal der Lauf der Natur.
lg gabi
So ist das wohl. 🐦🌿🦋🪺🌿
Liebe Elke, die Palisaden Wolfsmilch war mir bisher unbekannt, ist wohl eine Züchtung? Ich würde meinen, deine Kornblume ist eine Bergflockenblume, Kornblumen sehen etwas anders aus und haben auch andere Blätter. Den Unterschied der Wespen hast du super dargestellt, das ist mir noch garnicht so deutlich aufgefallen. Das Rotkehlchen fühlt… Weiterlesen »
Ja, da hast du völlig recht. Die Bergflockenblumen wachsen seit meiner Kindheit bei uns im Garten und verbreiten sich, wo sie gerade wollen. Meine Mutter hat sie immer Kornblumen genannt und das ist hängengeblieben, obwohl ich es längst besser weiß.
Liebe Elke, die Makroaufnahme von der Wolfsmilchblüte ist super, aber auch die Ameisen hast du ganz toll abgelichtet. Nach meinem Erkenntnisstand müsste es sich um eine Rote Waldameise handeln. Das sind die, die ich hier auch immer fotografiere. Absolut süß ist auch das Rotkehlchen. Wer da wohl als Futter herhalten… Weiterlesen »
Den Verdacht mit der Roten Waldameise habe ich ja auch. Gefällt mir nicht. Ich will nicht hoffen, dass wir im Garten plötzlich riesige Ameisenhaufen haben.