Oder ist es sogar peinlich, immer noch einen eigenen Blog zu betreiben, wo sich das Leben doch auf den angeblich sozialen Plattformen abspielt? Ich habe mich gestern Abend durch einen sehr langen und – puh – anstrengenden Text mit dem Titel „Eine eigene Website ist peinlich und Blogs liest eh niemand“ gearbeitet. Weil der Inhalt auch gut zu Gabis Kommentar passt, will ihn mal verkürzt und allgemeinverständlich wiedergeben.
Positives Fazit vor ab: Nichts davon ist veraltet oder gar peinlich. Oder mit den Worten des Autors: „Schließlich ist sie (die eigene Website) der lebende Widerspruch zur Kontrolle über Inhalte und Aufmerksamkeit; sie ist der Beweis, dass unabhängiges Denken und seine Verbreitung möglich sind. Realisiert, ganz einfach in einem Blog.“
Der Artikel ist ein Plädoyer für das Bloggen und das Betreiben einer unabhängigen Website. Er bezieht sich auf ein Essay „The Case for Blogging in the Ruins“ von Joan Westenberg und stellt die Kultur des Bloggens der Funktionsweise von Social-Media-Plattformen gegenüber.
Social Media Plattformen werden als Strohfeuer bezeichnet. Inhalte werden für schnelle, emotionale Reaktionen optimiert. Sie sind algorithmisch gesteuert, verfallen schnell im Feed und werden quasi zu kurzlebigen Wegwerfprodukten. Nuancen, komplexe Gedankengänge und Vorbehalte sind kaum zu finden.
Blogs hingegen bezeichnet der Autor (oder die Autorin Joan Westenberg) als Glühende Kohlen. Ein Blogbeitrag ist ein eigenständiges Dokument mit einer dauerhaften, stabilen URL. Er lädt zum langsamen, durchdachten Schreiben und Lesen ein. Man schreibt für eine interessierte Leserschaft und für die Ewigkeit, nicht für den nächsten Daumenwisch im Feed. (Das mit der Ewigkeit ist allerdings bei meinen Blogs fraglich. Aber für die meisten eurer Blogs gilt das schon. Die kostenlosen Blogs überleben zumindest sogar ihre Betreiber*innen.)
Social-Media-Plattformen versuchen, Nutzer im eigenen System zu halten, und unterdrücken externe Links (URLs). Inhalte werden über Algorithmen gesteuert und sind nicht immer auffindbar.
Blogs (und Websites generell) nutzen die ursprüngliche Idee des Internets: Die Inhalte sind frei zugänglich und über eindeutige URLs immer wieder auffindbar. Durch gegenseitiges Verlinken entsteht Austausch, eine echte Gemeinschaft und Themen können vertieft werden.
Blogs sind immer noch Inseln im Internet, wo man argumentiert, Gedanken austauscht, sich auch in gewisser Weise kennenlernt und im Allgemeinen Respekt zeigt. Etwas, das auf den Sozialen Medien schnell verloren gegangen ist.
Fazit des Autors (und das meine): Bloggen ist keineswegs veraltet. Es ist das ideale Format für alle, denen es um Qualität, Nuancen und die nachhaltige Entwicklung von Gedanken geht – abseits vom Aufmerksamkeitsdruck und der Oberflächlichkeit der Social-Media-Plattformen.
Über den Autor: Natürlich wollte ich auch wissen, wer den Text, den ich hier bespreche, geschrieben hat. Der Autor heißt Michael Kalina, kommt aus Wien und ist offenbar auch ein Tolkien-Fan. Den Hinweis versteht ihr (sofern „Der Herr der Ringe“ gelesen oder gesehen), wenn ihr auf seine About-Seite geht 😉 Danke dir, Michael, für deinen Blogbeitrag. Ich hoffe, ich habe das Wesentliche geteilt.
Last but not least: Danke auch an Linus Mimietz auf Unsplash für den Mini-Dino im Beitragsheader. Meine Zauneidechsen von neulich wären nicht ganz so imposant gewesen.



Also ich bin dann ja gerne Dinosaurier. Die sog. Social Media hatte ich eh nie, Facebook und auch Insta waren mir von Anfang an suspekt. Als letzte Konsequenz, was Meta angeht, habe ich vor nun auch schon ein paar Jahren auch Whatsapp gelöscht, Signal und Threema funktionieren auch wunderbar. Dass… Weiterlesen »
Dann danke ich dir erstrecht und noch einmal für die Zeit, die du hier ins Kommentieren investierst 🥰.
Das klingt doch gut für uns. Hallo liebe Elke. Bei mir sind einige Blogs in den letzten Jahren verschwunden. Aufgegeben, da kommt nichts mehr. Schön wäre es doch, wenn man seine Leser darüber informiert. Dann muss man sich keine Gedanken machen. Wenn ich auch immer noch nicht wieder so viel… Weiterlesen »
Etliche Blogger*innen sind gestorben, seit ich dabei bin. Und in den seltensten Fällen gibt es Familienmitglieder oder Freunde, die darüber informieren. Die Blogs (die kostenlosen in erster Linie) verwaisen zwar, bleiben aber bestehen, weil sich auch da keiner kümmert. Ich habe mich auch schon gefragt, ob im Falle meines Ablebens… Weiterlesen »
Dem stimme ich voll und ganz zu ☺️
Liebe Grüße
Nina
👍
Liebe Elke, Was für Thema… Also ich lese dein Artikel und bin an Staunen. Und jetzt… ich hab nicht mal verstanden was wirkliche Blog Ausmacht, und dennoch bin ich inzwischen Dinosaurier. Und freue mich davon… Bloggen ist alles anders als schnelle Nachricht im Facebook… ich nenne NUR Fb weil ich… Weiterlesen »
Na, ich denke aber doch, dass du verstanden hast, was das Bloggen ausmacht. Und was du zu FB schreibst, kannst du ja auch auf alle anderen Plattformen übertragen.
Ich bin ja gerne Dinosaurier. Ich konnte mich damals schon nicht mit Insta anfreunden, und Facebook finde ich auch doof… Bloggen ist einfach meins. Und ein bisschen Youtube für alles, was besser als Film funktioniert. 🙂
LG
Centi
YouTube finde ich bis auf die blöde Werbung gar nicht so schlecht. Kommt natürlich sehr darauf an, was man sich heraussucht. Bei mir meistens Videos zum Thema Garten und Fotografieren.
Lustig, genau die Frage habe ich mir die Tage auch gestellt. Und eher Antworten pro Bloggen gefunden. Da die Leute eine immer kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben, ist für die Social Media sicher besser, aber dort findet man nichts wieder und braucht einen Account. Bloggen ist aber für alle sichtbar. Trotzdem ist… Weiterlesen »
Anstrengend ja, aber für mich ein Hobby. Instagram fand ich mal interessant, als ich auch meine Bücher populär machen wollte. Das fällt inzwischen weg. Also kein Insta mehr für mich und damit weniger Arbeit ;-).
Das lese ich ja gerne… meine Inhalte sollen ja auch nachschlagbar bleiben. Inzwischen hörte ich von Kunst- Leistungskursen, die auf meine Frauenporträts zugreifen. Allerdings habe ich noch mehr das Gefühl, dass KI mit ihrer Hilfe trainiert. Warum sollte auf einmal so ein riesiges Interesse an Hilde Domin bestehen.🤣 Ja, Instagram,… Weiterlesen »
Das mit der KI, die von uns lernt, ist nochmal ein ganz anderes Thema. Aber wenn wir uns dafür entscheiden weiter zu bloggen, dann werden wir damit leben müssen.
Wenn es Dinos unter den Bloggern gibt, dann gehöre ich bestimmt dazu. Seit 2007 bin ich dabei und vom Alter her sowieso. Ich schreibe gerne was mir Freude macht und welche Erlebnisse ich in der Natur erlebe, und es wird auch gelesen. Meine Beiträge werden täglich gezählt und ich bin… Weiterlesen »
😉 Es ging weniger um menschliche Dinos, was das Alter betrifft, als darum, dass das Bloggen selbst von denen, die lieber Social Media-Fastfood verschlingen, als veraltet bezeichnet wird. Dabei glaube ich, dass viele frühere Blogger*innen damals wegen der Angst vor der DSGVO abgesprungen sind. Es ist halt so viel bequemer,… Weiterlesen »
Das war doch witzig gemeint mit dem Dino, ich habe schon verstanden, um was es geht.
Grüssle
Edith
Schon klar 🥰.
Guten Abend liebe Elke, für mich sind Blogs nicht veraltet, ich bin da ganz deiner Meinung. Zum Beispiel habe ich nach einer 3-jährigen Pause wieder mit Bloggen begonnen und das Schreiben bereitet mir viel Freude. Ich merke doch, wie viel Herzblut in deinen und anderen Texten steckt. Ein Beitrag bedeutet… Weiterlesen »
Ich bin ja allenfalls noch sehr sporadisch auf Facebook unterwegs und wenn ich da mal einen Hinweis auf einen Blogartikel gelassen habe, kam nie eine Reaktion hier an. Ich meide Facebook und Instagram schon deshalb, weil ich mich, wenn ich dort mal aufschlage, dabei erwische, sinnlos durch das Zeug durchzuscrollen.… Weiterlesen »
Das ist wirklich sehr interessant, liebe Elke, was du hier schreibst bzw. der Autor. Ich habe mal auf die Seite geschaut. Ein, zwei andere Thema würden mich da auch mal interessieren. Ich habe an Plattformen alles abgebaut. Auch auf Facebook mache ich überhaupt nichts mehr. Ich denke auch, dass Webseiten… Weiterlesen »
Ist bei mir fast genauso. Bei Facebook gucke ich vielleicht viermal im Jahr rein. Dazu treibt mich hin und wieder mein schlechtes Gewissen, weil sich dort immer mal wieder Leute bei mir melden. Aber eigentlich finde ich Facebook vollkommen witzlos.
ganz meine Meinung 😉
ein Hoch auf den oder das Blog..
von den anderen Plattformen halte ich eh nichts 😉
ich geh jetzt mal ne Runde schwitzen (im Garten )
liebe Grüße
Rosi
Du willst doch bei dem Wetter nicht etwa im Garten arbeiten? Es ist heute wirklich wieder gut warm geworden. Es gibt übrigens Alternativen zu den bekannten, kommerziellen Plattformen. Die kennt nur kaum wer. Ich habe da schon einige Male etwas darüber gelesen, bin aber noch nicht dazu gekommen, mich intensiver… Weiterlesen »
Du hast das gut zusammengefasst und den Punkt gebracht .
Das Thema ist zu komplex, für einen Kommentar.
Ich mach mir mal ein paar Gedanken und ein eigenes Posting für Morgen
Dir noch einen angenehmen Tag
Lg gabi
Das finde ich interessant.