Irgendwie habe ich jetzt genug gejammert. Ja, ich empfinde die gegenwärtigen Temperaturen nach wie vor als unangenehm, aber ich habe mich damit arrangiert. Mir wird gerade bewusst, dass diese Zeit des Rückzugs in die eigenen vier Wände auch etwas Positives hat. Normalerweise bin ich der absolute Draußenmensch, immer in der Natur, immer die Kamera dabei. Jetzt lote ich aus, was mich noch interessieren könnte. Oder welche Sachen es gibt, die es wert sind, genauer hinzugucken.

Die letzten Tage war es ein plötzliches Wiederaufleben meines Interesses an „Notizbüchern“ im Allgemeinen und dann den Common-Place-Books im speziellen. Gefolgt von der Frage, wie das heutzutage vermutlich alles auch digital umgesetzt wird. Mein Fazit bisher: Es gibt da durchaus gute Apps (Notion, Day One und andere), aber ich bleibe vorerst beim analogen Schreiben. Trotzdem werde ich meine schon vorhandenen Notizmöglichkeiten aus Netz nutzen wie Google Notizen, um schnell was festzuhalten, was ich sowieso gerade im Internet gefunden habe.
Netzfund: Der Moment der Schönheit . . .
. . . oder wie ich vielleicht wirklich zur Literatur zurückfinde. Ich bewundere so belesene Bloggerinnen wie Astrid K. Ich selbst entspanne mich am besten mit Krimis. Keine Ahnung, woran es liegt, dass ich so wenig ‚Literatur‘ im weitesten Sinne lese. Es ist nicht so, dass mich die in der Schulzeit gelesenen Bücher abgeschreckt hätten. Ob Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt, Heinrich Böll oder Günter Grass (und andere) habe ich auch später noch gelesen. Aber ich vermute mal, dass diese Phase irgendwann von der Phase ‚keine Zeit mehr‘, weil Praxis und Mutterschaft andere Prioritäten setzen, abgelöst wurde. Sehr viel später während des Fernstudiums in der ‚Schule des Schreibens‘ gab es Kontakte in Richtung ernster Literatur, aber eher als Quellenangaben und Zitate. Und prompt bin ich selbst wieder beim Schreiben von Krimis hängengeblieben.

Ausgerechnet während der Beschäftigung mit den Common-Place-Books bin ich dann vor ein paar Tagen – ich habe es schon erwähnt – auf F. Scott Fitzgerald und das Buch „Der Moment der Schönheit – Aus den Notebooks“ gestoßen, gefunden im Blog von Hanns-Josef Ortheil (Schriftsteller, Germanist und Drehbuchautor). Er zitiert auf seinem Blog einige Sätze aus dem Buch, die mich so angesprochen haben, dass ich es mir sofort bestellt habe, antiquarisch wie fast immer. Heute ist es angekommen, sieht aus wie neu und hat ein überraschendes Format. Relativ klein, lässt es sich angenehm in den Händen halten. ISBN 978-3871621147
Interessant und inspirierend für das eigene Common-Place-Book finde ich das Inhaltsverzeichnis oder den Index. Das beginnt mit Anekdoten und endet mit Youth and Army. Nun ja, den Punkt wird es bei mir eher nicht geben. Aber Stichwörter wie Ideen, Musik, Presseausschnitte, Emotionen etc. finde ich gut.
Man darf sich aber vom Titel und den wenigen ausgewählten Sätzen bei Ortheil nicht in die Irre führen lassen. Es dreht sich keineswegs alles um Schönheit. Aber die meisten Sätze erzeugen Bilder und inspirieren mich, selbst mal wieder zu schreiben. Und wenn nicht, finde ich vielleicht wenigstens einen neuen Zugang zur Literatur. „Der Moment der Schönheit“ ist kein Buch zum Lesen. Ja, das klingt jetzt seltsam. Ich meine damit, dass man es nicht durchliest wie einen Roman. Eher häppchenweise, die einzeln Notizen auf sich wirken lassend. Man erfährt auch viel über die Zeit, in der F. Scott Fitzgerald (1896 bis 1940) gelebt und geschrieben hat. Er schuf ein treffendes Porträt der sogenannten „Roaring Twenties“, den von wirtschaftlichem Wachstum, Prohibition, Kriminalität, Jazz und Flappers geprägten 1920er Jahren in den Vereinigten Staaten. Flappers? Flapper bezeichnete in den 1920er Jahren junge Frauen, die kurze Röcke und kurzes Haar trugen, Jazz hörten und sich über die Regeln des guten Benehmens selbstbewusst hinwegsetzten. Die Flappers galten in ihrer Zeit als keck und frech, weil sie sich schminkten, hochprozentigen Alkohol tranken und rauchten. Quelle: Wikipedia
Das war’s. Behaltet einen kühlen Kopf und bleibt am besten drinnen, soweit es möglich ist.



jaa .. jammern hilft auch nicht und kreative Menschen wie wir finden immer Beschäftigung 😉 da ich mich hier kaum bewegen mag sitze ich am PC ..bearbeite Bilder und bereite Beiträge vor .. da ist noch so vielhat aber den Nachteil.. am Monitor ist es auch warm.. lesen mag ich… Weiterlesen »
Du auch. Ich mag derzeit gar nicht am PC sitzen – zu warm! Alles, was es hier zu lesen gibt, entsteht fast ausschließlich irgendwo, wo es etwas weniger heiß ist, auf dem Tablet. Nur wenn ich wirklich mal ein Foto habe, gehe ich kurz an den PC.
Liebe Elke,
falls du noch Lesestoff suchst – gut zu lesen, humorvoll, mit ein bisschen Tragik – wäre “ Die Kirschenkönigin „. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, einfach schön zum Schmökern.
Gruß
Inge
Ohhh, ich bin jetzt nicht sicher, aber ich glaube, ich kenne das Buch sogar. Ich muss mir mal eine Inhaltsbeschreibung aufrufen.🍒🍒🍒
Ich freu mich über die Ehre, als belesene Bloggerin hier aufgeführt zu werden, natürlich sehr.- Ach, der gute Hanns-Josef Ortheil! Der hat mal lange hier um die Ecke gewohnt ( 12tel Blick von 2023) und von meinem Mann ist noch einiges an Büchern von ihm auf dem Reader gespeichert. Von… Weiterlesen »
Lesen ist immer eine gute Alternative, aber mich zieht es, wann immer es geht, dann doch nach draußen. Nur momentan ist ja kaum daran zu denken. Heute ist mir richtig schwummerig. Es ist sooo schwül.
Liebe Elke, Lesen rettet mich auch bei dieser Hitze, ich lese allerdings ohnehin immer und gern, quer durch alle Genres. ( außer Fantasy und Historienschinken )Zum derzeitigen Wetter passend ist mir wieder das Märchen “ Die Regentrude “ von Theodor Storm eingefallen, das hatten wir in der Schule als Reclamheft.… Weiterlesen »
Draußen macht tagsüber echt keinen Spaß. Liegestuhl in den Schatten stellen, bringt ja nichts. Heiß ist es trotzdem. ☀️☀️☀️ Es hilft nur viel Wasser🍶🚿🍶🍶🍶🚿
Die Grasharfe kenne ich noch nicht. Habe ich mir gerade bei medimops bestellt: 1,30 € mit ein bisschen Porto, angeblich wie neu.
Ich bin da eher der Typ Roman, auch eher selten, dann aber am liebsten in einem durch. Und ganz viel Hörbücher….. weil damit schlafe ich ein und kann meinen Kopf nachts abschalten, da dauert es dann schon mal 2-3 Wochen bevor ich den sinn der Gesichte verstanden habe, weil der… Weiterlesen »
😃 Das mit den Hörbüchern im Bett kenne ich! Zum Glück finde ich meistens den Anschluss wieder, weil ich eigentlich nur Audible Hörbücher auf dem Handy höre. Da kann ich schnell die einzelnen Kapitel zurückgehen und mir jeweils die Anfänge anhören. Meistens hat mein Gehirn vor dem Einschlafen Fragmente abgespeichert… Weiterlesen »
ich höre ebenfalls die Bücher von Audible
Liebe Elke, ich lese ganz intensiv seit ich lesen kann. Wie du ja noch weißt, ich lese keine Krimis, gerne Historisches. Natürlich auch Naturbücher, wenn man. Naturwanderin heißt, ist es Pflicht. Philosophische Bücher lese ich ebenfalls oft, alles was mich interessiert. Bei der momentanen Hitze lese ich natürlich viel, im… Weiterlesen »
Oh ja, die braven Bürger! Ein bisschen was davon könnte man heute ab und zu wieder brauchen. Aber, wie wir wissen, lässt sich nichts zurückdrehen und alles hat seine Vor- und Nachteile.
Na ja, liebe Elke, das Problem ist, dass ich zum Lesen im Moment so gar keine Lust habe. Aber ich beschäftige mich natürlich zur Zeit auch vielen anderen Dingen Du hast mir ja genug Anstöße gegeben. Ist ja gut, wenn man seinen Fokus auch mal wieder auf andere Sachen ausrichtet.… Weiterlesen »
Nein, dass muss man nicht. Und schon gar nicht bei diesem Wetter.