Mein ewiges Kameraroulette

17.07.2026 | Gedanken, Kameras &Co, Politik/Geschichte, Regionales, Wetter, Wildblumen | 0 Kommentare

Habt ihr euch noch nicht gewundert, dass es bei mir auf dem Kamerasektor so ruhig geworden ist 😂? Es ist schon was dran, dass ich mit meinen beiden „Olys“ – die ich eigentlich gar nicht mehr so nennen darf, weil inzwischen nicht mehr Olympus sondern OM System – außerordentlich zufrieden bin. Und da wäre auch nach wie vor die Canon R8, meine Eichhörnchenkamera. Mehr auf meiner Kamera-Seite. Am liebsten bin ich mit der OM5MarkII unterwegs, trotz der fehlenden Motiverkennung. Der habe ich wohl zu viel Bedeutung beigemessen. Die OM-3 mit ihren vielen Funktionen einschließlich der Schmankerl, die sie von der PEN-F übernommen hat, ist ein bisschen ins Hintertreffen geraten. Sie ist halt doch ein etwas größer und schwerer als die OM5. Wenn ich aber mit ihr unterwegs bin, merke ich das kaum.


Am Wasserturm in Bad Soden – Canon G5 X – ISO 125 – F/8.0 – 1/500 Sek
Turmspitze mit Horst eines Turmfalken
Canon G5 X – ISO 200 – F/7.1 – 1/200 Sek

Das Problem

Aber irgendwas fehlt immer. Die kleine Kompakte für’s Auto. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich wieder einmal eine ebensolche verkauft habe (eine Lumix war es). Der Sucher zu klein, das Handling zu popelig und überhaupt: Es sollte doch möglich sein, mit den vorhandenen Kameras auszukommen und davon immer eine ins Auto zu legen. Ist es aber offenbar nicht. Ich hab’s probiert, ich schwöre.

Und weil dieses Wetter das Gehirn austrocknet und man in erzwungener Isolationshaft im kühlen Zimmer schnell auf dumme Gedanken kommt, habe ich halt doch wieder ein bisschen herumgeschaut, ob es nicht eine wirklich günstige, gerne schon etwas ältere, Kompakte gebraucht zu kaufen gäbe, die meinen Anforderungen so halbwegs entspricht. Das Wichtigste ist für mich immer der Sucher.

Vom Suchen zum Finden

Gefunden habe ich schließlich die Canon G5 X – eine Kamera aus dem Jahr 2016, die bei ihrer Markteinführung als Premium-Kompakte gehandelt wurde. Bei einer ursprünglichen UVP von 749 Euro ist es faszinierend, dass sie gebraucht auch zehn Jahre später noch für über 500 Euro über den Ladentisch geht. Der Grund dafür ist sicher die außergewöhnliche Ausstattung, die selbst heute bei Kompaktkameras Seltenheitswert hat.

Auch wenn die Kamera auf dem Bild relativ wuchtig wirkt, so hat sie wirklich kompakte Maße: 112 x 76 x 44 mm

Zu ihren Stärken zählen der 1-Zoll-Sensor und das Objektiv: Die Lichtstärke von f/1.8–2.8 ist super, die Brennweite von 24-100 mm (äquivalent zu Vollformat) könnte für meinen Geschmack am langen Ende gerne noch etwas länger sein, aber besser als jedes Smartphone-Zoom. Außerdem bietet sie einen echten, scharfen elektronischen Sucher (EVF), ein voll schwenkbares Display und viele physische Einstellräder.

Natürlich gibt es auch Schattenseiten, was bei einer zehn Jahre alten Kamera nicht verwunderlich ist. Der Autofokus ist nach heutigen Maßstäben recht gemütlich. Sie filmt auch nur in Full HD (1080p) mit 60 Bildern pro Sekunde. Und wer schnelle Serienbildaufnahmen im RAW-Format braucht, wird herb enttäuscht. Aber ich denke, damit kann ich klarkommen bei einer Kamera, die vorwiegend dann zum Einsatz kommen soll, wenn gar kein Fototrip geplant war und sich trotzdem mal ein schönes Motiv ergibt.

Auch ich bin zunächst nur auf Angebote jenseits von 500 € gestoßen, die mich dann doch haben zögern lassen. Schließlich habe ich ein Exemplar für kurz über 300 € bekommen und zugeschlagen.

Erste Bilder

Streifenwanzen an Wilder Möhre

Alle Fotos auf dieser Seite, abgesehen von der Kamera selbst, habe ich heute mit der neuen alten Canon G5 X fotografiert. Die Resultate sind wirklich nicht schlecht. Das waren alles JPEGs, die ich so nachbearbeitet habe, wie ich es auch sonst mache. Nur dass mir nicht alle Möglichkeiten zur Verfügung standen, die mir RAW-Dateien bieten. Es gab auch eine Menge Ausschuss, denn an die Einstellungen muss ich mich doch erst gewöhnen. Man kann erstaunlich viel über das Display einstellen, wenn da nicht die starke Sonneneinstrahlung wäre.

Die Kamera kann auch RAW, aber ich habe sie mal bewusst nur auf JPEGs eingestellt. Die Qualität ist schon „out of cam“ erstaunlich.

Den Turmfalken habe ich erst zu Hause am PC-Monitor entdeckt. Das war etwas schade, denn im Auto hatte ich auch noch die OM-5MarkII mit einem größeren Tele liegen. Aber ich war ja nicht auf Fototour, sondern wollte ausschließlich ausprobieren, was die Kleine kann. Für spontane Landschaftsfotos und auch für Nahaufnahmen ist sie wirklich sehr brauchbar. In der durch den Brennweitenbereich vorgegebenen Grenze ist auch das kleine Tele sehr anständig. Und zur Not schafft sie auch noch ein Skylinefoto.


Und sonst noch so?

Es hat tatsächlich mal ein bisschen geregnet, aber viel zu wenig. Oben am Wasserturm habe ich allerdings Pfützen im Feld gesehen. Im Taunus gab es vermutlich mehr Regen. Es ist zwar nicht mehr so heiß, aber immer noch schwül.

Und dann ist da noch der Aufreger der Woche: Jens Spahn! Ich kann’s nicht glauben. Er ist Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Deutschen Bundestag und war in der Regierung Merkel auch Gesundheitsminister. Als solcher hat er sich vehement gegen die Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen. Und was macht der Mann jetzt? Kauft für sich und seinen Ehemann ein Baby, das in den USA von einer Leihmutter ausgetragen wurde. Egal wie man zu dem Thema Leihmutterschaft steht, das geht wirklich nicht. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen den Glauben an die Integrität unserer Politiker verlieren. Der Mann sollte schleunigst seinen Hut nehmen. Dann kann er sich wenigstens seinen Vaterpflichten widmen. Der eigenen Partei hat er jetzt schon geschadet.

Kommt gut ins Wochenende!

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