„Es wird wieder in die Hände gespuckt . . . “ Wie gut, dass wir heute Morgen dem Bauchgefühl gefolgt und früh aufgestanden sind. Das Material für die Überarbeitung der beiden Terrassen kam nicht am Vormittag, sondern bereits während wir noch beim Frühstück saßen. Mein Mann hatte eigentlich darum gebeten, eine halbe Stunde vorher anzurufen und hatte sich außerdem darauf eingestellt, dem Fahrer per Handy erklären zu müssen, wie er durch unser aktuelles Unterliederbacher Verkehrschaos kommt. Hätte aber nichts gebracht, der Mann sprach kein Wort Deutsch. Hat aber beim Abladen und in den Hof tragen geholfen, was inzwischen auch nicht mehr selbstverständlich ist. Das Trinkgeld war ihm sicher und ich denke, er kann’s gebrauchen. Kurze Hosen und Schlappen an den Füßen deuteten nicht unbedingt auf allzu gute Bezahlung hin. Es hat zunächst noch genieselt, wurde dann später aber soweit trocken, dass wir mit dem Abräumen der hinteren Terrasse anfangen konnte. Das ist die mit den bereits vermoderten Bohlen. Wie es drunter aussieht, seht ihr im Headerbild :-(.

Ich habe mein kleines Terrassenhochbeet ausgeräumt und die Pflanzen im Garten verteilt. Dabei bin ich dann natürlich wieder ins Jäten und Machen gekommen und habe einen schon ziemlich großen Haselschössling ausgegraben. Der bekam einen neuen Platz am Zaun neben der Kiefer mit dem Eichhörnchenfutterhaus. Das ist doch perfekt. Da wächst auch der kleine Holunder. Und auch der Faulbaum soll dort seinen Platz finden. Den habe ich nachmittags gekauft. Unterhalb vom Stamm der Kiefer blüht derzeit eine Euphorbia martinii, eine Wolfsmilch mit schönen Blüten. Nur hängen die leider auch nach unten wie die meisten Christrosenblüten.


Das mit dem Faulbaum hatte ich mir schon letzte Woche vorgenommen, aber heute stand er eigentlich nicht auf dem Plan. Ich wollte nur ein Paket wegbringen. Aber wenn ich dann schon so auf dem halbem Weg bin . . . Unterwegs noch eine Runde durch den kleinen Park in Hattersheim gelaufen. Aber da ist es im Moment noch nicht so wirklich interessant.


Heute mal Tropica anstelle von Dehner. Das Tropica hat ein besseres Sortiment. Neben dem Faulbaum habe ich mir ein weißes Tränendes Herz mitgebracht, eine Jakobsleiter und ein paar Hornveilchen. Alles schon eingepflanzt. Fotos davon lohnen aber noch nicht. Bis auf die Hornveilchen müssen die alle noch wachsen.
Zurück zum Faulbaum. Der steht noch im Topf und wird da auch bleiben, bis die Terrasse fertig ist und ich davon ausgehen kann, dass am Zaun nicht mal irgendwas hingeschmissen wird, was im Weg ist. Vorhin musste ich schon den Austrieb vom Phlox retten, auf dem der GöGa mal eben die Vogeltränke abgestellt hatte.
Der Faulbaum (Rhamnus frangula) gehört zu den Kreuzdorngewächsen und ist trotz seines Namens eine Bereicherung für jeden (Natur-)garten. Ohne den Faulbaum kann der Zitronenfalter nicht überleben, da die Weibchen ihre Eier ausschließlich dort (oder am Kreuzdorn) ablegen. Auch für den Faulbaum-Bläuling ist er eine Futterpflanze. Eigentlich ist er ein Strauch, kann aber auch zum kleinen Baum heranwachsen. Meiner trägt die Bezeichnung Säulen-Faulbaum und hat drei schon gut ausgeprägte Stämmchen. Deshalb hoffe ich, dass er dort, wo er mal stehen soll, nicht allzu sehr in die Breite wächst. Der Name Faulbaum kommt daher, dass die Rinde bei Verletzung unangenehm riecht. Der Faulbaum hat eine lange Blütezeit – von Mai bis August – wobei die Blüten dann auch gleichzeitig mit Früchten in allen Reifestadien – von grün über rot bis schwarz – zu finden sind. Die Blüten selbst sind aber unscheinbar.
Neben dem Zitronenfalter legen noch gut ein Dutzend weitere Schmetterlinge ihre Eier an Blättern, Triebspitzen und Zweigen des Faulbaums ab. Viele Vogelarten fressen die Früchte, die für den Menschen jedoch giftig sind. Auch das Holz des Faulbaums wurde zumindest früher geschätzt. Er heißt auch im Volksmund „Pulverholz(baum)“, weil aus seinem Holz eine Holzkohle gemacht werden konnte, die zur Herstellung von Schwarzpulver bestens geeignet war.
Mein Exemplar hat gerade die ersten Knospen. Wenn er etwas weiterentwickelt ist und vielleicht schon an seinem Platz steht, werde ich ihn auf jeden Fall fotografieren. Das letzte Mal, dass ich einen Zitronenfalter fotografieren konnte, ist drei Jahre her. Man sieht ihn früh im Jahr flattern, aber er sitzt selten mal still.




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