Irgendwie hatte ich die letzten Tage schon den Eindruck, dass ich das Spazierengehen innerhalb weniger Wochen während der heißen Tage regelrecht verlernt habe. Da kam mir der eindringliche Spruch „meiner persönlichen 73-jährigen Fitness-Trainerin Pauline“ 😉 auf YouTube gerade recht: „Der gefährlichste Ort für unsere Fitness ist unsere Komfortzone!“ Wie recht sie doch hat. Zwar kann mir auch Gartenarbeit Muskelkater bescheren, aber regelmäßiges Laufen ist einfach wichtig. Also ging es heute Vormittag endlich mal wieder los Richtung Schwanheimer Düne. Ich dachte, ich suche mir was, wo das nächtliche Gewitter hoffentlich nicht allzu sehr gewütet hat. Wald wäre vermutlich nicht die beste Option gewesen. Wir hatten im Raum Frankfurt ja ziemlich viel Glück. In Mittelhessen soll es einen Tornado gegeben haben, der die Dächer von insgesamt sechzig Häusern beschädigt hat.

Düne war prima. Die Wiesen waren zwar zum größten Teil gemäht, aber ein es gab noch ein großes Areal, wo die tierischen Rasenmäher unterwegs waren. Schafe und Ziegen mag ich. Da muss ich immer stehenbleiben und gucken.


Obwohl die meisten Wiesenflächen gemäht waren, wurden doch noch Stellen für Insekten und Vögel stehen gelassen. Überrascht hat mich der Betrieb an den Blüten vom Feld-Mannstreu (Eryngium campestre), der hier überall zu finden ist.

Der solitär lebende Bienenwolf (Philanthus triangulum) zählt zur Familie der Grabwespen. Diese wärmeliebende Art ist zwischen Mai und September vor allem auf sandigen Flächen anzutreffen. In der Schwanheimer Düne also genau richtig. Der Bienenwolf gehört zu den Grabwespen. Als Nahrung für seine Larven dienen in Mitteleuropa fast ausschließlich Honigbienen. Die Weibchen graben eine Röhre in den Boden, die bis zu einem Meter lang sein kann. Diese endet in fünf bis sieben Kammern, in die im Normalfall drei bis vier, aber auch teilweise bis zu sechs gelähmte Honigbienen gebracht werden.

Auch die Kurzstiel-Sandwespe liebt offene sandige Lebensräume und gehört ebenfalls zu den Grabwespen. Ins Nest bringen die Weibchen gelähmte Raupen ein, vor allem von Eulenfaltern, auf die sie ihre Eier legen. Die bejagten Raupen halten sich tagsüber oftmals in Bauten unter der Erde auf und müssen daher von den weiblichen Wespen ausgegraben werden. Es geht im Insektenreich doch ganz schön fies zu.

Die Streifenwanzen sind friedlicher und überhaupt erstmal am Liebe machen. Auf ihrer Unterseite sind sie übrigens gepunktet.

Kleine Feuerfalter und andere Bläulinge waren auch unterwegs. Manchmal saßen die Schmetterlinge in trauter Eintracht mit dem Bienenwolf oder anderen Wespen auf derselben Blüte. Wenn man nicht ins Nahrungsspektrum des anderen passt, dann geht das.


Zum Schluss noch eine Igel-Fliege (Tachina fera), auch in Gesellschaft eines Bienenwolfs
Sodele, das war mal wieder eine Bilderflut. Aber dieser Spaziergang hat sich doch gelohnt. Ich hätte noch mehr, aber das reicht. Ich verlinke den Beitrag mit Marius‘ / Czoczo’s Nature Thursday.



Liebe Elke, was Du nicht auf deinen Spaziergängen sieht … kaum zu glauben! und wie schön du die Getrofene lebewesen auf dem Bild bekommst… als hätte sie alle eine Model Schulungen durchgemacht 😉 Tolle Bilder und bestimmt ein herliche Spaziergang! Danke das Du bei Nature Thursday dabei bist! !Liebe Grüße… Weiterlesen »