Wenn schon die Igelbabys auf sich warten lassen, dann gucken wir doch mal, was es sonst so gibt. Die Mini-Karde am Fuß der großen, verblühten Karde war eine echte Überraschung. Sie blüht zwar nur winzig und ohne langen Stiel, aber immerhin – Nachwuchs.


Die Mutterpflanze ist von den Stieglitzen wohl ziemlich leer gepickt worden. Vielleicht sind aber auch ein paar Samen zu Boden gefallen.

In den vertrockneten Blüten der benachbarten Zierdistel verstecken sich Wanzenbabys. Vermutlich Nymphen der Grünen Reiswanze in einem frühen Stadium.
In den vertrockneten Samenständen der Wilden Möhre finden sich dann die nächsten schon etwas älteren Exemplare, die farblich kaum von der Wilden Möhre zu unterscheiden sind. Mit der Zuordnung bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, aber es dürfte ebenfalls ein Nymphenstadium der Grünen Reiswanze sein. Stimmt nicht! Es ist das 5. Nymphenstadium der Streifenwanze. Mir fiel nämlich noch ein, dass ich doch an der Wilden Möhre zuletzt Streifenwanzen gesehen hatte. Da habe ich mich lieber nochmal schlau gemacht. Und irgendwie deutet das Muster ja auch schon daraufhin.

Sehr viel einfacher machen es mir da die Nymphen der Feuerwanzen. Die sind in jedem Entwicklungsstadium rot und bevölkern bereits wieder den Garten-Eibisch. Die Nymphen laufen ebenfalls durch fünf Entwicklungsstadien. Die Veränderungen sind nur weniger auffällig als bei anderen Wanzenarten. Von anfangs vorwiegend rot, nehmen die schwarzen Zeichnungen zunehmend zu. Ich habe noch nie bewusst auf Überbleibsel der Häutungen geachtet. Aber die dürften auch sehr unauffällig sein.

Zum Schluss noch eine Krabbenspinne, bei der ich mich nicht zwischen der Veränderlichen Krabbenspinne und der Dreieck-Krabbenspinne (Ebrechtella tricuspidata), entscheiden kann. Die Dreieck-Krabbenspinne hat immer einen grünen Vorderleib, oftmals rötlich Vorderbeine, und das Weibchen zeichnet sich durch eine charakteristische Zeichnung mit einem dreieckigen oder pfeilähnlichen Muster auf dem helleren Hinterleib aus. Deshalb tendiere ich zur Dreieck-Krabbenspinne. Sie winzig, kaum zu erkennen. Ich habe sie mal extrem vergrößert, damit man die kleinen Details sehen kann. Ich finde es faszinierend, was an 2 mm Körper so alles dran ist.

Bei uns im Haus laufen derzeit leider immer wieder eher große bis sehr große Spinnen herum, meistens Prachtexemplare der Großen Winkelspinne. Obwohl ich meine Spinnenphobie ziemlich überwunden habe, kann ich mich für die Viecher nichts begeistern. Eben saß doch allen Ernstes eine auf der Innenseite der geöffneten Spülmaschinentür. Ich habe sie ins Freie befördert. Erst noch gemütlich die Kamera holen, das bekomme ich dann doch nicht hin. Wobei diese so ruhig saß, vermutlich hätte sie auf mich gewartet 🙁 .
Ich wünsche euch einen schönen Restsonntag. Es ist jetzt gleich 16 Uhr und wir haben schönes, sonniges Spätsommerwetter. Heute Morgen war es dagegen unangenehm kühl bis kalt. Ganz früh noch unter 10 Grad. Kommt gut in die neue Woche.
Birkenzucker (#aufreger)
Was mir gerade noch einfällt (und ein völlig anderes Thema ist): Habt ihr schon einmal „Birkenzucker“ gekauft und geglaubt, damit eine gesunde Süße zu kaufen? Zunächst mal ist Birkenzucker nichts anderes als der Zuckeraustauschstoff Xylit. Er wird nur in letzter Zeit vermehrt als Birkenzucker verkauft, klingt irgendwie gesünder. Ich kenne Xylit schon seit Jahren, weil ich im Studium gelernt habe, dass Xylit im Gegensatz zu Zucker nicht kariogen ist. Soweit, so gut. Dass Xylit in größeren Mengen abführend wirken kann, steht manchmal sogar auf den Packungen drauf. Und Xylit beeinflusst den Blutzuckerspiegel weniger stark als herkömmlicher Haushaltszucker. Auf der anderen Seite gibt es aber auch neue Studien, wonach Xylit Herzerkrankungen fördern kann.
Aber zurück zur Bezeichnung „Birkenzucker“. Dieser Name beruht darauf, dass man früher Xylit tatsächlich aus Birkenrinde gewonnen hat. Heute wird Xylit industriell aus: Holz, Stroh, Maisresten und Rückständen ausgepressten Zuckerrohrs – also aus Abfallprodukten hergestellt. Und ist zumindest für Haustiere lebensgefährlich ist. Ich habe mich mal umgesehen. Und tatsächlich, selbst auf Produkten, die als ‚echter finnischer Birkenzucker‚ verkauft werden, steht bei genauem Hinsehen ‚aus Holz (!) in Finnland hergestellt (!)‘ – also reine Ver*rsche. Finger weg vom ‚Birkenzucker‘! Besser ist es allemal, den Zuckerkonsum grundsätzlich zu reduzieren.



Liebe Elke, bei dir krabbelt ja noch allerhand durch die Gegend. Ich hatte dieser Tage mal eine Stinkwanze im Badezimmer. Die habe ich auch an die frische Luft befördert. Bei Spinnen bin ich da etwas gelassener. Meine Wohnung ist trocken und warm, da fühlen sich die Langbeinigen einfach wohl. Das… Weiterlesen »
Ich habe früher, das ist aber ewig her, mal Süßstoffe benutzt und offenbar darauf allergisch reagiert. Und das, obwohl auch die Ärzte behauptet haben, dass diese Stoffe keine Allergie auslösen würden. Ich weiß schon, warum ich mittlerweile den meisten Ärzten überhaupt nichts mehr glaube. Das mit dem Birkenzucker hat mich… Weiterlesen »
Liebe Elke das leben der kleine Wanzen zu zeigen … Fantastisch ! Also so sehr an den Blümchen komme ich nie Ran und meine Makro … was soll ich sagen nach einem Spaziergang habe ich die Linse wieder versteckt … Das AF hat angefangen zu streiken … und die Ergebnisse… Weiterlesen »
Ja, so rein theoretisch kann man sich das mit dem Birkenzucker ja schon vorstellen. Naturvölker haben schon immer auch Baumrinde als Nahrungsmittel verwertet. Und der allseits geschätzte Ahornsirup ist ja auch nichts anderes als Baumsaft. Immer noch besser als „Tannenhonig“, der aus den Ausscheidungen irgendwelcher Fichtenläuse, Zikaden und Blattflöhen gewonnen… Weiterlesen »