Unschlüssige Tulpen & unerschrockene Bienchen

01.04.2026 | Frühlingsblüher, Garten, Gehölze, Insekten, Makro | 4 Kommentare

Normalerweise schließen Tulpen ihre Blüten, wenn es regnet und öffnen sie wieder, wenn die Sonne scheint. Bei dem aktuellen gestrigen Wetter waren sie etwas irritiert und wussten nicht immer, wo’s lang geht.
> > > Heute haben wir großartiges Wetter. Das muss mal gesagt werden – Sonne pur und einigermaßen warm. Den Beitrag hatte ich gestern noch angefangen ;-).

Sie hat wohl den richtigen Moment verpasst. Eine Nachbarin dient aber als Landeplatz für eine . . .
Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius)

Ich gehe mal davon aus, dass es eine Frühlings-Seidenbiene ist. Der rot-braune pelzige Rumpf spricht dafür. Am Rand des Blütenblatts krabbelt noch ein nicht weiter bestimmbarer Winzling ***. Und auch auf der Löwenzahnblüte saß eine kleine Biene, ähnlich groß wie die Frühlings-Seidenbiene, aber heller und am Hinterleib haariger. Vielleicht gibt es da auch Farbvariationen. Eins weiß ich mit Bestimmtheit, eine Expertin in der Bestimmung von Insekten werde ich nie.
*** Der Winzling könnte Encarsia formosa sein, eine nur 0,6 mm Schlupfwespe. Sie hat so einen durchsichtigen Hinterleib. Ich bin zufällig darauf gestoßen, als ich versucht habe, den nächsten Winzling zu bestimmen. Das NaFoKu-Forum ist aktuell bisher keine große Hilfe 🙁 .

Noch unbekannt – Wildbiene, Schlupfwespe oder ganz etwas anderes.

Wie oben schon ergänzt, ist das Wetter heute wirklich schön – kein Aprilscherz! Die Sonne zauberte schon am Morgen ein Schattenspiel auf den Durchgang zwischen Küche und Wintergarten. Es ist das weiße Herz, das ich am Küchenfenster hängen habe.

Im Garten nimmt die Arbeit zurzeit kein Ende. Das Wetter der letzten Tage hat das morsche Dach bzw. die Dachpappe unseres Geräteschuppens komplett gefetzt. Weil es an der Terrasse im Moment wegen fehlender Teile nicht weitergeht, ist mein Mann sofort los, hat neue Dachpappe besorgt und sich ans Reparieren gemacht. Ich habe unterdessen endlich die Arbeiten im Vorgarten am alten Haus abgeschlossen. Jetzt sieht es dort wieder ordentlich aus. Die blauen Blüten vom Großen oder Kleinen Immergrün (Vinca major oder minor, kann ich nicht auseinanderhalten) kämpfen sich durch das Laub vom Großblütigen Johanniskraut und haben nun ein bisschen mehr Luft. Und die alten Rosen habe ich endlich alle zurückgeschnitten. War ja jetzt auch Zeit.

Minor oder major – wo ist der Unterschied?
Vinca major besitzt große, eiförmige bis herzförmige Blätter, oft mit feinen Härchen am Rand. Vinca minor hat kleine, schmale, lanzettliche Blätter, die unbehaart sind. Dann müsste das doch das Große Immergrün sein. Vorn ist natürlich ein Efeublatt.

Die Kupferfelsenbirne blüht und die Chinesische Strauchpäonie hat schon ganz dicke Knospen. Das freut mich ganz besonders, weil sie Ende 2024 total krank aussah und ich sie bodennah zurückgeschnitten hatte. Dadurch hatte sie im letzten Jahr natürlich gar keine Blüten. Das Laub und die Knospen sehen schon schön aus.

Kann mich nicht erinnern, wann ich diese Tulpe gepflanzt haben soll. Vielleicht ist sie auch ein eingewandertes Einzelstück. Da ich alte Zwiebeln nicht ausgrabe, ist es im Frühling immer spannend zu beobachten, was da aus dem Boden kommt. Links sieht man schon die rötlichen Triebe der normalen Bauernpfingstrose zwischen den Tulpen nach oben streben. Die blüht ja viel später als die Strauchpfingstrose. Kennt ihr den Unterschied? Die Bauernpfingstrose ist eine Staudenpfingstrose, die im Winter einzieht. Strauchpfingstrosen verholzen und bleiben auch im Winter oberirdisch bestehen.

Diese kleinen mehrblütigen Narzissen finde ich auch sehr schön. Natürlich stehen sie bei mir mal wieder eher etwas ungünstig – sprich, sie kommen nicht so richtig zur Geltung. Irgendwie wären sie auch perfekt zum Verwildern in der Wiese. Da muss ich im Herbst mal gucken, was die Zwiebelchen kosten.

Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium)

Und noch einmal Gelb. Die Mahonie ist ein Neophyt und heftigst invasiv, jedenfalls bei uns im Garten. Aber ich mag sie trotzdem. Und sie ist ein wichtiges Insektennährgehölz im Frühling und im Herbst mit ihren blauen Beeren ein Vogelnährgehölz. Aber ich muss sie wirklich in Schach halten.

Das war’s mal wieder. Den Beitrag verlinke ich mit Marius‘ Naturdonnerstag.

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4 Kommentare
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Inge
Inge
02.04.2026 09:25

Liebe Elke, da habt ihr aber Glück mit dem Wetter, bei uns ist es einfach nur scheußlich. Grau in grau, kalter Wind. In deinem Garten ist ja schon ordentlich was los, hier ist alles viel später dran. Nur die Mahonie kann mithalten, sie ist schon fast aufgeblüht. Die einzelne Tulpe… Weiterlesen »

Birgit
02.04.2026 09:07

Moin liebe Elke, wenn man Haus und Garten hat, hat man immer etwas zu tun, Langeweile kommt gar nicht erst auf. Ich nutze auch jede trockene Gelegenheit um im Garten etwas Ordnung zu schaffen. Unser Nachbar hatte gestern sogar schon seinen Rasen gemäht. Das fand ich jetzt etwas zu früh,… Weiterlesen »

Claudia
02.04.2026 06:58

Hallo Elke, viel Arbeit hast Du im Garten das sieht man und Deine Arbeit bringt viel Freude durch Deine Fotos. War mal Googlen wegen dieser Biene. Was ich gefunden habe war das: Auf dem Bild ist eine Sandbiene zu sehen, höchstwahrscheinlich die Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva) oder eine sehr ähnliche… Weiterlesen »

nina wippsteerts
02.04.2026 02:22

Insektenbestimmung ist auch nicht meins. So klein und so kleine Unterschiede.
Ja, im und am Haus und Garten ist immer was, eine Lebensaufgabe.
Die Tulpen im Garten erfreuen mich jetzt besonders und ja, manchmal fragt man sich…😆 wo kommst Du her?
Liebe Grüße
Nina

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